Die Feststellung: „Schon längst haben wir uns von der Idee verabschiedet, dass es überhaupt noch um die Kunst gehe“, findet man bestätigt, wenn man sich die Ausstellungen und Theorie-Gebäude der letzten documentae (d9-d12) vor Augen führt. Das Thema „Qualitätsprüfung“ der Kunst sollte angesichts fortschreitender Entkunstungs-Bemühungen dort längst auf der Tagesordnung stehen. Zur gescheiterten Documenta 12 (BUERGELiade) - in der Tat: „Die Ausstellung fragte nicht nach Qualität, selbst wenn sie diese für sich behauptete.“ Angeblich fehlt uns heute ein „begriffliches Leitsystem“, Kunst zu beurteilen, sagt G. Inboden; Qualität habe „amorphe Beschaffenheit“, die „uns ohnehin keiner erklärt“, meint Frau Gropp. Die These, dass „am Ende immer die Kunstwerke und Künstler in die Kunstgeschichte eingehen werden, die die höchste Qualität aufweisen“ (G. A. Goodrow), kann angesichts des Werks (oft Nicht-Kunstwerks, von Anti-Kunst!) heutiger etablierter Kunstmarkt-Stars als widerlegt gelten. Zum Thema „Qualitätsmodell“ und documenta-Demokratisierung (Kriterienkatalog für Kunstbeurteilung) siehe www.art-and-science.de. 90 „Verrisse“ zur d12, die für eine d13 Auswirkungen haben müssen.