Art Basel Miami Beach

Punk am Strand, Prunk in den Hallen

Von Swantje Karich

Schamanengleich unterhielt Iggy Pop die Messebesucher am Strand von Miami.

Schamanengleich unterhielt Iggy Pop die Messebesucher am Strand von Miami.

09. Dezember 2007 Zur Eröffnung der 6. Art Basel Miami Beach rockte der Altstar Iggy Pop im feinen Sand von South Beach die politischen Lieder vergangener Zeiten. Eine andere Käuferschicht trifft sich lieber auf der „russischen“ oder auf der „lateinamerikanischen“ Party im schicken Hotel mit Meerblick und Hummer, um die bereits erstandene Ware zu besprechen.

Die besten 200 Galeristen aus dreißig Ländern sind wieder angereist. Durch die Werke von 2000 Künstlern muss sich kämpfen, wer die Messehalle ganz umrunden will. Klassische Moderne gehört ebenso zum Angebot wie die jungen Künstler der „Art Positions“ in den Containern am South Beach - Schokolade-Männer von Jeff Koons für 100 Dollar pro Stück stehen neben experimenteller Konzeptkunst.

Verunsicherung durch den schwachen Dollar

Gekauft wurde gleich in den ersten Tagen viel in Florida, aber es hat sich scheinbar doch etwas geändert: Die Nervosität zu Beginn lag nicht mehr in der Sache selbst begründet, in den Partys und Verabredungen (sogar der Maler Martin Eder verschmähte am Eröffnungstag den Champagner), sondern in einer eher allgemeinen Verunsicherung.

Der Grund dafür, so sagen es die Galeristen und Veranstalter, liegt in der aktuellen Schwäche des Dollar. Allerdings haben auch diesmal die amerikanischen Kunstvermittler schon vor Wochen in den Galerien angerufen, um zu erfahren, was sie zu sehen kriegen. Und die Wunschlisten brachten dann in den ersten Minuten nach Toröffnung ganz schnell die roten Punkte an die Wände.

Neue Konzepte mit Kommunikationseffekt

Ein Rückzugsort vom Trubel und zugleich herausragend ist der kleine Saal, in dem die neue Kategorie „Art Supernova“ untergebracht ist. Zwanzig Galerien aus Brasilien, Kanada, Deutschland, Israel und Puerto Rico sind hier auf engem Raum in einer Ausstellungssituation - im positiven Sinn - zusammengepfercht. In der Mitte bietet ein offener Stauraum die Möglichkeit Präsentationen weiterer Werke: ein erstaunliches Konzept, das auf sehr angenehme Art die Kommunikation fördert. Michael Janssen aus Köln ist Teilnehmer dieser Gruppe.

Überhaupt sind die Deutschen wieder starkt vertreten in Miami. Neu in der Haupthalle dabei sind Kewenig aus Köln und Esther Schipper aus Berlin. Die Frankfurterin Bärbel Grässlin, als Kennerin, spricht von einer sehr guten Messe. Diese wird heute Abend dann zu Ende gehen mit einer Abschiedsparty für Samuel Keller, den scheidenden Direktor der Art Basel Miami Beach: Ihm verdankt diese Schau ihr Gesicht.

Bildmaterial: Annet Gelink, Karich, Karin Guenther, Max Hetzler

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