Das Maß der Dinge: Kein Haus darf hier höher sein

Städtezerfall

München verschwindet

Berlins Friedrichstraße bekommt ernsthafte Konkurrenz: Bayerns Hauptstadt wird 850 Jahre alt und schafft sich selber ab. Wo einst architektonische Schönheiten standen, entstehen schaurige Lücken. Ein Wutanfall. Von Claudius Seidl

Lesermeinungen zum Beitrag

20. Januar 2008 10:05

"Elegante Würfel"

David Roth (davidroth)

Die Bruchbuden, welche zur TU München gehörten, waren nicht nur durch Asbest verseucht, sie hatten auch undichte Dächer, verkommene Sanitäranlagen etc. Und es gehört schon eine gewisser Hang zu SM dazu, solch eine Bunkerarchitektur als elegant zu bezeichnen.

Gut, daß die Dinger endlich weg sind! Es kann nur besser werden.

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20. Januar 2008 01:19

Fuer die einen ist es der ehemalige Fuehrerbunker ...

Falk Hammer (FalkHammer)

... fuer andere ein historischer Altbau.

Es ist mit Sicherheit nicht erstrebenswert diesen Bau besonders zu ehren, aber ihn abzureisen oder andersweitig zu verstecken sollte auch keine Maxime sein. Da haben sich schon zu viele andere Menschen hinter bereits abgefahrene Zuege geworfen.

Wir schenken den Nazis heutzutage noch viel zu viel Beachtung.

Wann lernen die Deutschen endlich das gesamte Bild zu sehen und nicht nur einen Ausschnitt?

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19. Januar 2008 22:26

Toller Artikel, aber kleine Korrektur

Andreas Alffermann (bibiblogger)

Ein sehr guter Artikel, der dem Wahl-Münchner aus der Seele spricht. Besonders die Ausführungen zu den sogenannten "Lenbach Gärten". Da schauderts einen doch jedes Mal sehr beim Vorbeiradeln.
Eine kleine Korrektur aber am Rande: Heinrich der Löwe ist natürlich ein Oberschwabe, kein Niedersachse.

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19. Januar 2008 17:33

selten guter Artikel

Malte Knoche (GuidoW)


..."Wo bin ich hier, zur Hölle, fragt man sich: in Berlin, in der Friedrichstraße, dort, wo man dünne Sandsteinplatten an Stahlbetongerüste klebt, damit die hässliche Investorenarchitektur wenigstens so aussieht, als hätte sie schon immer dort gestanden?"...
Solche Sätze würde ich gern öfter lesen. Dieses ekelhafte Phänomen gibt es überall. Wenn man nicht den Mut hat, einen architektonischen Stil zu vertreten, baut man eben durchschnittlich. Deutschlandweit.

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19. Januar 2008 13:16

München verschwindet

Alice Blanck (aliblabla)

Claudius Seidl spricht mir aus der Seele. Ich lebte in den 70iger Jahren in Muenchen, habe es sehr genossen und wollte nie wieder weg. Ich lebte aber auch in Paris und Hongkong und kenne viele Megastaedte dieser Welt und weiss wie schoen und spannungsvoll die Verbindung von Alt und Moderne, Tradition und Vision sein kann. Wirklich schade fuer Muenchen und fuer viele deutsche Staedte in denen das Kleinbuergtum herrscht.

Alice Blanck

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19. Januar 2008 10:40

Äh....

Stephan Kaps (silesianospostato)

"standen bis vor kurzem vier würfelförmige Gebäude, sehr schlank und weiß und elegant; es waren Universitätsbauten aus den sechziger Jahren "

Hmm... wir reden schon von denselben Gebäuden, nämlich diesen abgrundtief scheußlichen 60er Jahre Betonklötzen, die jetzt endlich weg sind?

Und ja, natürlich, München hätte viel mehr Mut zu dieser unglaublich tollen Nachkriegsarchitektur zeigen müssen, dann wäre es hier so schön wie in Frankfurt mit seinen hochwertigen Innenstadt-Ensembles wie dem Technischen Rathaus. Schade, daß dieses wunderbare Gebäude jetzt von Banausen abgerissen wird, welche den diskreten Charme von Asbest und Beton nicht zu schätzen wissen.

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19. Januar 2008 10:35

Antwort auf die Moderne?

Wolfgang Illmayr (Wolfgang_I)

Ich kann mich der Meinung des Autors leider nicht anschließen. Ich denke nicht, dass über-effiziente, ihrer Gestalt nach zumeist sehr einfallslose (meine Meinung), weiße Betonwürfel - die überdies nach wenigen Jahren grau sind - eine Antwort auf die "Herausforderungen der Moderne" sein können. Und schon gar nicht auf die Bedürfnisse der Menschen die in und zwischen ihnen wohnen oder arbeiten müssen.

Ob gerade die Architektur der Nachkriegszeit, und ihre Motivation, wirklich als Maßstab für eine moderne Architektur genommen werden sollte, wage ich doch sehr zu bezweifeln. Ich habe einige Jahre in Stuttgart leben müssen, lebe jetzt in München, und finde die "konservative" Bebauungspoitik hier im Vergleich doch sehr angenehm - und das, obwohl ich noch nicht mal 30 bin ... In Stuttgart hat man - praktisch! - Stadtautobahnen links und rechts der Fußgängerzone, es ist ja auch die Stadt des Daimler, und einen Klotz neben dem anderen, was selbst im Kessel dafür sorgt, dass es immer zugig ist. Da finde ich München doch angenehmer.

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19. Januar 2008 10:22

Dieser Artikel ist ein Treffer!

Heinz Mayer (Bundespraesident)

Bullseye.
Nur, versteht man das in der Provinzhauptstadt München.
Ich wage, zu zweifeln.

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19. Januar 2008 00:03

Mir san mir

TOBIAS RÜGER (t.ruger)

Was kann denn München dafür, dass es die Friedrichstraße und den Wedding gibt? Zum schrottigen 'Städtebau' Berlins hat sich München bislang einen gücklichen Abstand bewahrt.
Ich wünschte, Berlin verschwände, seine Neubauten verschwänden in der Leopoldstraße o.ä.

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18. Januar 2008 22:20

danke für die wahren Worte

Andreas Schneider (Los_Andros)

Leider ist die Blockier-Mentalität immer noch stark verbreitet hier in München.
Es ist eine wunderschöne Stadt, aber die Schönheit stammt aus einer anderen Zeit.
Alles was neu, innovativ, modern ist, wird geblockt oder hinausgezögert.

Das einzig neue, moderne ist die Allianz Arena, gegen die die Stadtregierung alles tun wollte und auch getan hat. Heute schmückt sie sich mit diesem neuen Wahrzeichen (und damit verbunden endlich mit einem ausgebauten Autobahnkreuz, einer ausgebauten U-Bahn Linie und dem ausgebauten Marienplatz) - laut Studie des IFM Fußball-Kompaß das bekannteste Stadion Deutschlands.

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18. Januar 2008 20:44

hochhäuser über 8 stockwerken bringen nichts und damit sind schon 25m hoch genug

stefan pauly (stefano2051)

den verschwendern ins buch der vernunft, über 8 stockwerken steigen die kurz- wie langfristigen kosten stark an.

der energieverbrauch ist nur einer der punkte.

eine hochhaustaugliche feuerwehr braucht es auch. zahlt die der hochhausbauer oder der steuerzahler.

faz und kantsche Vernunft, das passt oft überhaupt nicht.

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18. Januar 2008 19:06

Unsachlichkeit!

Heinrich Reuß (figaro0172)

Ein wirklich unfassbar unsachliches Geschrei! Mag ja sein, daß manch einer einen "Wutanfall" bekommt. Dem Leser hätte sicherlich ein bißchen mehr Objektivität geholfen. Aber darum ging es hier scheinbar nicht.

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18. Januar 2008 18:54

Zuviel Wut

Johann-Karl Schmidt (sulamith)

Sein Wutanfall führte den Autor in die Irre - es ist meist misslich, Architektur weltanschaulich eingenommen zu kritisieren. Das "Braune Haus" wurde 1947 abgetragen; was heute in der Meiserstraße parallel zum "Führerbau" steht, war der Verwaltungsbau der NSDAP.

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18. Januar 2008 16:55

München verschwindet?

Marco Pino (Neutrino)

... das ist doch mal eine gute Nachricht!! :-)

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18. Januar 2008 15:26

Schade Schade Schade

Thema verfehlt (Themaverfehlt)

Der Artikel trifft die Sache ins Schwarze. Wieviel Baugeist die Stadt München die letzten zehn Jahre auf der Strecke ließ, lässt sich auch an jener Blockrand-Bebauungsstrategie ablesen, die einen bestimmten Typus Baukörper favorisiert: neoklassisch, antimodern, gesichtslos.

Und wenn man in München moderne Hochbauten baut, ist die stilistische Qualität die Hölle. Es ging in München ja nur ums Eine: um die Frage, wie hoch oder wie flach. Über architektonische Entwurfsqualität aber gibt es keine Auseinandersetzung. Dazu trägt auch die lokale Presse, nebst einer großen überregionalen Zeitung mit Sitz München nicht bei.

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