30. März 2006 Wer hat im Physik-Unterricht geschlafen? Gleich wissen wir's: Wird ein Fallschirmspringer nach dem Verlassen des Flugzeuges immer schneller, bis er die Reißleine zieht? Eigentlich ja, nach dem Beschleunigungsprinzip, oder... - falsch, setzen, nachsitzen! Der Springer erreicht schon nach zehn Sekunden seine Höchstgeschwindigkeit von etwa zweihundert Stundenkilometern, weil dann Erdanziehungskraft und Luftwiderstand im Gleichgewicht sind. Das lernt man auf der Website www.dbg.rt.bw.schule.de/lehrer/ritters/physik/ff/ff.htm, die dem Laien die physikalischen Grundlagen des Fallschirmspringens vom Trägheitssatz bis zur Öffnungsverzögerung erklärt. Wer dann Mut gefaßt hat, kann sich beim Deutschen Aeroclub (www.daec.de/fs) oder beim Deutschen Fallschirmsportverband (www.fallschirmsportverband.de) über die Regularien des Zielspringens, Freifall-Formationsspringens, Figurenspringens, Kappenformationsspringen oder Skysurfens informieren und sich die Prüfungsaufgaben für die Sprunglizenz gleich herunterladen.
Einmal dabei sein
Wer anschließend zum ersten Sprung bereit ist, findet im Internet Dutzende von Sprungschulen, Fallschirmklubs und andere Sportsfreunde, denen man sich anvertrauen kann, sei es als Schüler oder als zahlender Ballast beim Tandemsprung. Gut gemacht sind die Seiten www.skydive.de, www.sky-fun.com, www.skydive-saulgau. de, www.skydive-nuggets.de, www.skydive-grefrath.de und www.sky-dive.de. Noch mehr Adressen gibt es beim Webkatalog www.allesklar.de und beim Internetportal www.luftsport.biz, das Hunderte Angebote von Fallschirmschulen aus ganz Deutschland bündelt.
Wer es irgendwann zum fortgeschrittenen Fallschirmspringer gebracht hat, kann sich beim Online-Magazin www.skyxtreme.com über die weltbesten Dropzones informieren oder bei der Webcommunity www.skyger.de Gleichgesinnte treffen. Sie nennen sich lieber Skydiver als altmodisch Fallschirmspringer, tauschen hier Nachrichten aus der Szene aus - wer hat gerade seinen tausendsten Sprung absolviert, welcher Sprunglehrer ist wo abgestürzt -, fachsimpeln in Chats und Foren miteinander, kleben virtuelle Pinnwände mit Kleinanzeigen voll und berichten von geglückten oder mißratenen Fallschirmerlebnissen. Eine der Rubriken heißt "Piiiiiiiiieeeeep quiiiiiieeeeeck tock tock, klopf". Das war wohl kein schönes Erlebnis.
Text: F.A.Z., 30.03.2006, Nr. 76 / Seite R4