22. April 2008 Fast jeder dritte Straßentunnel ist bei einem europaweiten Test wegen erheblicher Sicherheitsmängel durchgefallen. Von 31 getesteten Tunneln wurden zwei als bedenklich und sogar sieben als mangelhaft eingestuft, wie der ADAC am Dienstag in Düsseldorf mitteilte.
Verlierer bei den deutschen Röhren wurde erneut der Düsseldorfer Universitätstunnel auf der Autobahn 46, der trotz begonnener Modernisierung wieder als bedenklich bewertet wurde. Insgesamt schnitt zum vierten Mal in Folge ein italienischer Tunnel am schlechtesten ab.
Schlechteste Testergebnis seit fünf Jahren
Laut ADAC handelte es sich insgesamt um das schlechteste Testergebnis seit fünf Jahren. Getestet wurden 31 Tunnel in elf Ländern, wie ADAC-Präsident Peter Meyer sagte. Immerhin zehn von ihnen erhielten das Prädikat sehr gut, fünf die Auszeichnung gut und weitere sieben die Note ausreichend. Rund jeder dritte Tunnel sei hingegen durchgefallen, fügte Meyer hinzu und sprach von einem erschreckenden Ergebnis.
Testsieger ist der 2006 eröffnete rund 1,3 Kilometer lange Pont Pla in Andorra. Gleich dahinter landete der beste deutsche Tunnel im Test, der Heidkopf-Tunnel auf der Autobahn 38 zwischen Göttingen und Halle. Am schlechtesten schnitt der 1983 in Italien in Betrieb genommene Cernobbio am Comer See ab, der dem ADAC zufolge erschreckende Missstände aufweist. Beunruhigende Ergebnisse hätten auch die drei untersuchten Tunnel in Norwegen erzielt.
Zum Düsseldorfer Universitätstunnel erklärte der ADAC, zwar seien bislang rund zwei Millionen Euro in seine Modernisierung geflossen und dadurch die Möglichkeiten der Autofahrer zur Selbstrettung deutlich verbessert worden. Allerdings seien die Kategorien Kommunikation, Verkehr und Verkehrsüberwachung bisher auf der Strecke geblieben. Die dazu erforderlichen Maßnahmen sollten aber nach den Informationen des ADAC bis spätestens 2010 abgeschlossen sein.
Text: FAZ.NET mit Material von AP
Bildmaterial: ADAC, ADAC , ADAC Test, ADAC/Jan Potente, reuters
