03. April 2005 Die umstrittene Parteispende des Frankfurter PR-Beraters Moritz Hunzinger hat die Grünen und Außenminister Joschka Fischer abermals in Erklärungsnot gebracht. Hunzinger sagte am Wochenende, Fischer habe als Fraktionssprecher 1998 für einen Vortrag vor Wirtschaftsbossen ein Honorar von 19.999 Mark bekommen. Die Höhe der Zahlung habe Fischer selbst beeinflußt.
Die Grünen wiesen die Darstellung Hunzingers zurück. Sie sprachen am Sonntag abermals von einer normalen Parteispende, über deren Höhe allein der PR-Berater entschieden habe.
Grünen-Sprecherin: Kein Honorar für Fischer
Hunzinger sagte der Bild-Zeitung, er habe Fischer im August 1998 in dessen Wohnung besucht und mit ihm die Veranstaltung besprochen. Fischer hat gefragt, wieviel Honorar er bekommt, und ich habe gesagt: 'Wir haben ein Budget von 20.000 Mark.' Dann hat Fischer gesagt: 'Machen Sie 19.999 Mark daraus, dann geht es klar.' Die Vereinbarung sei in einem Brief niedergelegt worden. Spenden unter 20.000 Mark mußten damals nicht im Rechenschaftsbericht erscheinen.
Eine Sprecherin der Grünen betonte, Fischer habe kein Honorar erhalten. Hunzinger sei 1998 ein angesehener Berater gewesen. Deshalb habe es für Partei keinen Grund gegeben, auf eine Spende an den Kreisverband zu verzichten. Es habe aber auch keinen Grund gegeben, die Summe zu begrenzen.
Kuhn sieht Kampagne gegen die Grünen
Der außenpolitische Sprecher der Grünen, Fritz Kuhn, sieht in den jüngsten Berichten über Honorarzahlungen von Hunzinger eine Kampagne gegen die Grünen, die mich empört. Kuhn sagte den Stuttgarter Nachrichten, die Honorarzahlungen an Fischer und an Verbraucherschutzministerin Renate Künast seien ganz alte Geschichten, die völlig geklärt seien.
Hunzinger selbst wollte mit seinen Spenden stets unterhalb der Marge von 20.000 Mark bleiben, um nicht in den Parteispendenberichten aufzutauchen. Die Aussage Hunzingers sei nachweislich falsch. Alles sei nach Recht und Gesetz abgewickelt worden.
Text: FAZ.NET mit AP/dpa
Bildmaterial: dpa/dpaweb
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