04. August 2004 Kleine Unterbrechung des eintönigen Alltags der europäischen Kometensonde Rosetta. Auf ihrem zehn Jahre währenden Flug zum Kometen Tschurjumow-Gerasimenko nutzte die Sonde die Gelegenheit, ein überraschendes Motiv festzuhalten: Erde und Mond aus einer Entfernung von 70 Millionen Kilometern.
Aus dieser Perspektive sieht die Erde aus wie jeder x-beliebige Himmelskörper in den dunklen Weiten des Alls. Klein, unscheinbar, umkreist von einem noch kleineren und unscheinbaren Möndchen. Nichts deutet aus dieser Distanz darauf hin, daß es Leben auf diesem Planeten gibt. Astronomen nehmen derartige Aufnahmen gerne zum Anlaß, den Sinn der Suche nach außerirdischem Leben zu betonen. Wenn aus einer aus astronomischer Sicht geringen Entfernung selbst die biologische Vielfalt unseres Heimatplaneten nicht zu erahnen ist, warum sollte es dann nicht auch auf einem anderen jener mehr oder weniger hellen Lichtpunkte Lebewesen geben?
Endlos scheinender Weg
Rosetta wird sich in zehn Jahren zunächst einmal damit beschäftigen, wie die Grundbausteine des Lebens durch das Sonnensystem transportiert werden könnten. Als kosmische Spediteure kommen Kometen in Frage - so wie Tschurjumow-Gerasimenko, dem Ziel des automatischen Forschungsreisenden im Auftrag der Esa. Um den Kometen zu erreichen wird die Sonde aber noch die unvorstellbare Distanz von rund einer Milliarde Kilometer zurücklegen müssen. Rosetta ist auch nach Monaten des Flugs immer noch ganz am Anfang des Weges.
Text: @dho
Bildmaterial: Esa/Navcam