Von Günter Paul
06. Februar 2008 Aus den Aufnahmen der amerikanischen Raumsonde Cassini hat die Nasa eine Karte des Saturnmondes Japetus zusammengesetzt, die jetzt erstmals einen Gesamteindruck dieses Himmelskörpers vermittelt. Die weißen Flecken in den beiden Polarregionen mussten allerdings mit Bildmaterial der beiden Voyager-Sonden aufgefüllt werden, die 1979 beziehungsweise 1981 das Saturnsystem gekreuzt haben.
Cassini bewegt sich hauptsächlich in der Ebene der Ringe um den Saturn und kann die Polargebiete deshalb allenfalls verzerrt fotografieren. Ende 2005 hatte die Nasa schon einmal eine Karte vom Japetus veröffentlicht, die aber nur ungefähr die Hälfte des 736 Kilometer großen Mondes in hoher Auflösung wiedergab.

Hell und dunkel: zwei Welten, ein Mond
Zwei ganz verschiedene Hemisphären
Unter anderem sind die Lücken am nullten Längengrad aufgefüllt worden, der bei der ersten Kartierung eines Planeten oder Mondes meist durch ein markantes Gebilde an dessen Oberfläche definiert wird. Das neue Datenmaterial machte eine Verlegung um 4,5 Grad nach Westen erforderlich.
Der Japetus zeichnet sich durch zwei ganz verschiedene Hemisphären aus. Die eventuell von aufgesammelten Fremdpartikeln dunkel verfärbte Seite zeigt in Flugrichtung nach vorne, die helle nach hinten.
Text: F.A.Z., 06.02.2008, Nr. 31 / Seite N1
Bildmaterial: Nasa, REUTERS