
Der Hufeisennebel - eines der jüngsten Chandra-Röntgenbilder, die in sichtbare Frequenzen übertragen worden sind
05. November 2003 Ein mysteriöser Schleim nimmt dem Nasa-Weltraumteleskop Chandra einen Teil seiner Sicht. Der optische Filter des rund zwei Milliarden Dollar (1,7 Milliarden Euro) teuren Teleskops sei derart von der ominösen Schmiere bedeckt, daß in niedrigen Frequenzen nur noch die Hälfte die Lichts einfalle, berichtet das britische Fachmagazin New Scientist (Nr. 2420 , S. 23). Chandra sucht seit 1999 im All nach Röntgenstrahlen, die von Quasaren oder Schwarzen Löchern ausgesandt werden, und soll diese Arbeit noch 15 Jahre fortsetzen.
Nach ersten Analysen vermuten die Forscher, daß die Verschmutzung von bestimmten Schmierstoffen und winzigen Partikeln der teflonbeschichteten Schrauben kommen könnte. Möglicherweise hielten die Substanzen der mechanischen Beanspruchung und der immensen Röntgenbestrahlung nicht stand, glaubt der Astrophysiker Herman Marshall vom Zentrum für Weltraumforschung des Massachusetts Institute of Technology (MIT). Die Verschmutzung des Filters ist zehn Mal stärker als wir erwartet haben. Nun überlegen die Nasa- Forscher, den Schmutzfilm zu beseitigen, indem sie den Filter stark erhitzen. Andererseits droht die Gefahr, den Filter dadurch zusätzlich zu beschädigen.
In anderen Frequenzbereichen arbeite das Teleskop aber einwandfrei, betonen die Forscher. Ich schätze, daß 20 bis 25 Prozent der Wissenschaftler gewisse Ungenauigkeiten in ihren Daten haben, aber das wird die wissenschaftlichen Folgerungen wohl kaum beeinflussen, sagt der Physiker Dan Schwarz vom Smithsonian Observatorium in Cambridge (Massachusetts).
Text: dpa
Bildmaterial: Nasa