02. März 2007 Neue amtemberaubende Bilder auf den gleichsam im Universum schwebenden Saturn sind der amerikanischen Raumsonde Cassini zu verdanken, die den Planeten seit Mitte 2004 umkreist. Bis in den Januar dieses Jahres hinein bewegte sie sich dabei immer in der Nähe der Ringebene, so dass ihre Kamera den Himmelskörper ungefähr so erfasst hat, wie er auch von der Erde aus zu sehen ist: entweder mit leicht geöffnet erscheinendem Ringsystem oder von dessen Kante her.
In dem Fall ist von den extrem dünnen Ringen gar nichts mehr zu sehen. Mitte Januar schwenkte Cassini bei ihrem Flug um den Saturn erstmals weit aus der Ringebene hinaus und konnte den Planeten aus ungewohnt unirdischer Position, nämlich halb von oben, beobachten. Die veröffentlichten Bilder werden aus mehreren Fotos zusammengesetzt.
Das Spiel von Licht und Schatten
Weil die Wissenschaftler die seltene Gelegenheit nutzen und das nicht überall gleich helle Ringsystem mit all seinen Nuancen im Detail studieren wollten, wurde die Kamera vorher auf eine etwas längere Belichtungszeit programmiert. Als Folge davon ist die von der Sonne beschienene Seite des Saturns überbelichtet. Zum Ausgleich leuchten auf der Südhalbkugel des Planeten große Teile der Nachtseite in dem Sonnenlicht, das vom Ringsystem dorthin reflektiert wird. Von der Nachtseite aus fällt außerdem ein dunkler Schatten auf die Ringe. Als die Sonde diese Bilder aufnahm, war sie über eine Million Kilometer vom Saturn entfernt.
Text: G.P. / F.A.Z.
Bildmaterial: Nasa