15. Dezember 2004 Aus Variationen in Kometenschweifen kann man Rückschlüsse auf Vorgänge auf der Sonne ziehen. Das haben jetzt amerikanische Forscher belegt.
Ihnen sind kürzlich auf Fotos, die Amateurastronomen im Jahr 2002 aufgenommen hatten, Bewegungen im ionisierten Gas des Schweifs von Komet Ikeya-Zhang aufgefallen. Sie suchten daraufhin Bilder des europäisch-amerikanischen Sonnenobservatoriums Soho ("Solar and Heliospheric Observatory") aus jener Zeit aus dem Archiv und fanden damit heraus, daß jeweils ein bis zwei Tage vor den Variationen heftige Ausbrüche auf der Sonne - sogenannte koronale Massenejektionen - stattgefunden hatten.
Rasante Plasma-Ausdehnung
Bei solchen Ausbrüchen werden große Mengen an Plasma freigesetzt, die den Sonnenwind verstärken. Ikeya-Zhang befand sich zu den entsprechenden Zeiten 75 bis 150 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt in Regionen, aus denen anders keine Aktivitätsdaten gewonnen werden konnten. Rechnungen zufolge hatte sich das Plasma mit einer Geschwindigkeit von etwa 1100 Kilometern pro Sekunde ausgedehnt.
Text: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.12.2004, Nr. 293 / Seite N1
Bildmaterial: Nasa