Planeten

Wasserdampf?

Die Illustration zeigt den Exoplaneten namens HD 209458b

Die Illustration zeigt den Exoplaneten namens HD 209458b

12. April 2007 Einen ersten indirekten Hinweis auf Wasserdampf in der Atmosphäre eines Planeten außerhalb des Sonnensystems glaubt ein Astronom des Lowell Observatory in Flagstaff (Arizona) gefunden zu haben. Er hat ihn in Spektren entdeckt, die das Hubble-Weltraumteleskop von dem 150 Lichtjahre von uns entfernten Exoplaneten namens HD 209458b geliefert hat. Dieses Objekt, das etwa 1,3 Mal soviel Masse wie der Jupiter hat, umrundet seinen Zentralstern in rund sieben Millionen Kilometer Abstand jeweils einmal in 3,5 Tagen.

Dabei zieht es, von der Erde aus gesehen, direkt vor dem Stern vorbei, wobei seine Atmosphäre Strahlung von diesem Himmelskörper absorbiert. Anhand der Absorption haben die Astronomen zunächst Natrium in der Atmosphäre des Planeten entdeckt. Im Jahr 2003 spürten sie Wasserstoff auf, danach fanden sie auch Kohlenstoff und Sauerstoff. Mit dem Spitzer-Weltraumteleskop haben die Forscher vor einigen Monaten auch nach Spuren von Wasser im Spektrum gesucht, wurden allerdings nicht fündig.

Notwendige Voraussetzung für Leben

Da sie stattdessen aber Hinweise auf Silikate erhielten, stellten sie die These auf, Staubwolken könnten die Sicht auf die Wassermoleküle verhindern. Dass in der Atmosphäre tatsächlich Wasser verborgen sein dürfte, glaubt jetzt Travis Barman durch den Vergleich von Spektren des Hubble-Teleskops im optischen und im infraroten Bereich herausgefunden zu haben. Infolge der Absorption durch den Wasserdampf in der Atmosphäre erscheine der Planet in einem bestimmten Abschnitt des Infrarots größer als im Rest des Spektrums.

Nicht alle Forscher sind bereit, dieser Deutung zuzustimmen. Allerdings wäre der Fund von Wasser in der Atmosphäre eines Exoplaneten auch nicht besonders überraschend. Er wäre nämlich die erste Bestätigung für die These, dass Wasser - die notwendige, aber nicht hinreichende Voraussetzung für Leben - in Planetenatmosphären nicht ungewöhnlich ist.

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: NASA

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