
Es ist ja schon interessant, dass man da immer auf der Suche nach erdähnlichen Lebensbedingungen ist, wenn es um Exoplaneten geht, dieselben Suchparameter legt man ja auch bei der Erforschung der Planeten unseres Sonnensystems an.
Klar ist - da alle Naturwissenschaft zuerst und zuletzt (da denken wir (nicht nur) an Kant) Hypothese ist -, dass man von dem ausgeht, was man hat: Leben, das zunächst auf Wasser beruht.
Aber wer sagt denn, dass dies die einzige Grundlage des Lebens (wobei dann auch wieder beachtet werden muss, dass auch der Begriff "Leben" sogar in der wissenschaftlichen Diskussion relativ offen ist) Wasser sein soll? Ob dies dem Egozentrismus des Menschen oder der "modernen" Wissenschaftstheorie geschuldet ist (Oder beiden? Oder vielleicht hat das eine ja auch an dem anderen teil (zumindest wird der Mensch ja nicht selten erkenntnistheoretisch auf sich selbst zurückgeworfen...;-) ) sei einmal dahingestellt.
Sollte man sich aber hingegen nicht einmal Gedanken machen über alternative Grundlagen des Lebens?

Was dafür spricht:
Rote Zwerge wie Gliese 581 verändern sich nur langsam. Viel Zeit also für eine Evolution.
Chlorophylle und Bakterienchlorophylle absorbieren Licht auch im roten Spektrum und die Organismen auf jenem Planeten könnten durchaus besser für den roten Bereich optimierte Pigmente entwickelt haben. Rote Zwerge strahlen praktisch kein UV-Licht ab. Der Planet würde also auch nicht unbedingt eine Ozonschicht benötigen.
Was dagegen spricht:
Die Umlaufzeit um Gliese 581 beträgt nach anderen Quellen ca. 13 Tage. Der Planet steht also wie unser Merkur sehr dicht an seiner Sonne und wird, wie Merkur, seiner Sonne immer die gleiche Seite zeigen. Ein Magnetfeld wird deshalb nicht zu erwarten sein. Planzliches Leben ist auf der permanenten Nachtseite ohnehin nicht möglich und ohne Magnetfeld bietet dieser Planet auf der Tagseite keinen Schutz vor den Flares. Leben wäre also nur in dem Gürtel zwischen Tag- und Nachtseite möglich. Die Temperaturunterschiede werden aber gerade in dieser Zone zu heftigen Stürmen führen.
Fazit: Interessant aber für Menschen ungeeignet
Ausserdem: Eine Sonde zur Erforschung des Gliesesystems wäre auch ein paar hundert Jahre unterwegs.

...bedeutet: "Seine Bahn verläuft zwar vierzehn Mal näher an seinem Heimatstern als die der Erde um die Sonne."?
Vierzehn Mal was denn? Und das dann weniger? Diese verkorkste Ausdrucksweise hält leider immer häufiger Einzug in den Sprachgebrauch.
Ich bin mir sicher, dass folgende Formulierung besser und vor allem klarer wäre: "Der Abstand zu seinem Heimatstern beträgt nur ein Vierzehntel der Distanz zwischen Erde und Sonne." Oder ist etwa nur ein Fünfzehntel gemeint???

Warum soll das interessant sein, ob es Leben auf einem Planeten in der Ferne gibt?
Erreichen wird man ihn ohnehin nicht können, da ja selbt das Licht schon 20 Jahre braucht, um von diesem Planeten zu uns zu kommen.
Zudem: Bis die Menschheit vielleicht (!) über eine solche Technologie zum Erreichen eines solchen Planeten verfügt, hat sie sich ohnehin selbst ausgerottet durch ihren Umgang mit ihrem eigenen Planeten und der Menschen untereinander.
Und selbst, wenn es Leben auf diesem Planeten geben sollte - warum soll das wichtig sein?
Es ist ohnehin vermessen zu glauben, dass es in diesem riesigen Universum nur auf einem Planeten Lebensformen gibt.
Unbestritten wäre ein solcher Befund allerdings aus wissenschaftlicher Sicht - allerdings wäre auch hier das Forschen schwierig, denn Funksignale benötigen mindestens so viel Zeit für die Übertragung wie das Licht. Schickte man also eine Sonde mit der jetzt vorhandenen zum Planeten, könnte sich die Menschheit vielleicht in 200 Jahren (so lange würde die Reise vielleicht dauern, man bedenke, dass die Voyager-Sonden ja (und davon auch nur eine) gerade einmal unser Sonensystem verlassen haben) über die ersten Ergebnisse freuen, die dann auch schon wieder 20 Jahre alt sein würden. ;-)