Von Günter Paul
14. März 2008 In der Frühzeit des Universums haben die Neutrinos eine wesentlich größere Bedeutung gehabt als heutzutage. Das zeigen fünf Jahre Beobachtung der kosmischen Hintergrundstrahlung mit dem amerikanischen Satelliten WMAP (Wilkinson Microwave Anisotropy Probe“).
Die Daten zeigen, dass es außer dem seit langem bekannten Mikrowellen-Hintergrund auch einen Neutrino-Hintergrund gibt. Als das Universum 380.000 Jahre alt war und sich für das Licht öffnete, bestand der Kosmos den Messungen zufolge zu zehn Prozent aus Neutrinos. Atome machten zwölf, Photonen 15 und Dunkle Materie 63 Prozent aus. Dunkle Energie war zu der Zeit zu vernachlässigen.
Das Ende des dunklen Zeitalters
Im heutigen Universum findet man weniger als ein Prozent Neutrinos, 4,6 Prozent Atome, 23 Prozent Dunkle Materie und 72 Prozent Dunkle Energie. Rund 400 Millionen Jahre nach dem Urknall begannen die ersten Sterne zu scheinen und damit das dunkle Zeitalter“ des Kosmos zu beenden. Auch das belegen die Daten des Satelliten. Damals entstand ein Nebel“ aus Mikrowellen streuenden Elektronen, der erst eine halbe Milliarde Jahre später verschwand.
Text: G.P/F.A.Z., 12.03.2008
Bildmaterial: AFP