Technische Probleme

Nasa verschiebt Start der Marssonde

Im März 2006 soll die Sonde die Mars-Umlaufbahn erreichen

Im März 2006 soll die Sonde die Mars-Umlaufbahn erreichen

10. August 2005 Die amerikanische Weltraumbehörde Nasa hat wenige Stunden nach der erfolgreichen Landung der Weltraumfähre „Discovery“ ihre Pläne wegen technischer Probleme erneut ändern müssen: Der für diesen Mittwoch geplante Start der Sonde „Mars Reconnaissance Orbiter“ wurde um einen Tag verschoben.

Die Navigationskontrolle der Trägerrakete Atlas-V müsse nochmals überprüft werden, teilte die Nasa am Dienstag mit. An einer ähnlichen Rakete des Herstellers Lockheed Martin sei zuvor ein Fehler an dem Steuerungselement festgestellt worden. Die Sonde könne nun frühestens am Donnerstag zwischen 11:50 Uhr und 13:35 Uhr MESZ vom Luftwaffenstützpunkt in Cape Canaveral starten.

Mission kostet 720 Millionen Dollar

Die zwei Tonnen schwere und sechseinhalb Meter große Sonde soll im März 2006 die Mars-Umlaufbahn erreichen. Aufgabe der Marssonde ist die Suche nach geeigneten Landeplätzen für Roboter und Menschen auf dem Roten Planeten.

Die Nasa glaubt, daß die Sonde dank ihrer Ausstattung mit hochempfindlichen Instrumenten einzigartige Daten über Bodenbeschaffenheit und Klima übermitteln wird. Die Mission kostet Nasa-Angaben zufolge 720 Millionen Dollar (584 Millionen Euro).

Bush: Raumfähre zum Mars spätestens 2020

Die Heimkehr der „Discovery“ ist von der Nasa und von Präsident George W. Bush als großer Erfolg und Ermutigung für die weiteren amerikanischen Weltraumprogramme gewürdigt worden.

Die 14tägige Mission der „Discovery“ zur Internationalen Raumstation ISS sei „ein wichtiger Schritt für die Nasa gewesen, das Vertrauen des amerikanischen Volkes wieder zu gewinnen“, sagte Bush in Crawford (Texas). Nach dem Willen des Präsidenten sollen neue Raumfähren spätestens im Jahr 2020 vom Mond aus zum Mars aufbrechen.

Erleichterung in aller Welt

Mit großer Erleichterung in aller Welt wurde die glückliche Rückkehr der ersten amerikanischen Raumfähre nach der „Columbia“-Tragödie 2003 aufgenommen. Die „Discovery“ mit sieben Astronauten an Bord hatte am Dienstag um 14.11 Uhr MESZ auf dem Luftwaffenstützpunkt Edwards in Kalifornien aufgesetzt.

Techniker legen Hand an der Sonde an

Techniker legen Hand an der Sonde an

Mit der Landung, die wegen schlechten Wetters in Florida nach Kalifornien verlegt worden war, ging eine von Problemen begleitete Mission zu Ende (siehe auch: FAZ.NET Spezial: Mission „Discovery“).

Verzögert sich der „Atlantis“-Start?

Die Verlegung des Landeorts von Florida nach Kalifornien könnte gravierende Folgen für die Nasa haben: Das Shuttle muß nun huckepack auf einer Boeing 747 nach Florida gebracht werden, damit es dort inspiziert werden kann.

Dadurch dürfte sich der zurzeit für den 22. September ins Auge gefaßte Start der Raumfähre „Atlantis“ mit dem Deutschen Thomas Reiter an Bord verzögern. Die „Atlantis“ kann erst fliegen, wenn ein zweites Shuttle startbereit für etwaige Rettungseinsätze zur Verfügung steht.

Text: FAZ.NET mit Material von dpa und Reuters
Bildmaterial: AP, dpa

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