
Was mir eher Sorgen bereitet als der pure Fakt des "Zwangsabstiegs" ist, mit welchen Mehrheiten diese doch für einige [[zehn][[hundert][tausend]]] Menschen bedeutsame "Umklassifizierung" vorgenommen wurde.
Ich weiß ja nicht, mit welchen Mehrheiten in der IAU üblicherweise Beschlüsse gefaßt werden (müssen), aber ich kann mir nicht vorstellen, daß (meines Wissens) 454 von anwesenden 2.500 Mitgliedern eine solche 'Macht' zugesprochen werden kann.
Wenn aber doch, weiß ich, was ich von einer solchen Organisation zu halten habe und werde wieder Vorlieb nehmen mit den Planeten, die ich mit meinem Fernrohr sehen kann.
Stellare Grüße vom Jürgen
;)

Das eigentlich Schöne an dem Tumult um diese Neuordnung ist doch das neuerwachte(?) Interesse an der Astronomie. Das mag ein möglicher Hintergedanke bei der pressewirksamen Erweiterung des Planetenbegriffs mit anschließender Umkehr zum Gegenteil gewesen sein. Trotzdem - die Forschung allgemein kann von etwas mehr Aufmerksamkeit nur profitieren.
Selbst eine Meinung wie die von Herrn Wirth, die ich wirklich nicht teilen kann, zeigt doch immerhin eine minimale Beschäftigung mit dem Thema an. Und dafür sollte Wissenschaft ja auch stehen - für Diskussionen der Forscher untereinander, aber auch im Rest der Gesellschaft.
Es gibt wohl viele Werbekampagnen, die weitaus mehr kosten und dabei nicht dieselbe Aufmerksamkeit erregen. Und nicht einmal einen wissenschaftlichen Mehrwert haben.

Die Rechtschreibreform war unnoetig, in vielem unlogisch und betrifft jeden, der schreibt oder liest, also uns alle.
Die Neudefinition der Planeten war noetig (nach der Entdeckung von "Xena", ein Objekt, das groesser ist als Pluto!), ist logisch und betrifft eigentlich nur Fachleute. - Oder wie oft haben "Normalbuerger" mit Planeten zu tun?
Dass die "Degradierung" von Pluto trotzdem solchen Wirbel und regelrechten Hass auf die Astronomen verursacht, und dass sie auch noch mit der missglueckten Rechtschreibreform verglichen wird, ist insofern eigentlich ueberraschend. Es ist wohl nur damit erklaerbar, dass der Mensch eben ein Gewohnheitstier ist, das nicht gerne Neues lernt - und sei es auch nur, dass wir jetzt einen Planeten weniger haben.
Zum Trost: Pluto ist ja immer noch da. Der kleine eisige Felsbrocken ganz weit draussen darf jetzt eben nur nicht mehr bei den "Grossen" mitspielen. Er wird's verschmerzen! Und wir doch auch, oder?

Pluto war mit seiner sehr exzentrischen und gegen die Umlaufebene der übriggebliebenen Planeten stark geneigten Bahn und auch mit seiner geringen Masse ein Außenseiter im Club der Planeten, der jetzt nach seinem Hinauswurf ein viel übersichtlicheres Bild abgibt. Die Entscheidung der IAU bewahrt zudem die seit Jahrtausenden kulturell bedeutsame Klasse von Himmelskörpern vor einer Inflation. Daß Pluto nun nach Ceres, die ebenfalls nur für wenige Jahrzehnte zu den Planeten gezählt wurde, der zweite Absteiger ist, wird nur für eine kurze Aufregung sorgen.
Da Pluto nun gemeinsam mit Ceres und 2003 UB313 (Xena) die Klasse der Zwergplaneten begründet und von der IAU als "the prototype of a new category of trans-Neptunian objects" bezeichnet wird, ist ihm auch künftig gehörige Wertschätzung und Aufmerksamkeit sicher.

Da haben also wieder ganze Hundertschaften von sog. Forschern und Wissenschaftler Unsummen öffentlicher Mittel verbraten um eine Definition zu ändern, die so
wichtig ist wie die Rechtschreib- Reform in Deutschland.
Vielleicht wäre es möglich diesen Herren bei nächster Gelegenheit die Zuordnung zur Spezies "Mensch" zu entziehen und sie künftig nur noch als Homo-Zwerg-Sapiens zu, das Hirn der passenden Größe scheinen ja
alle miteinender bereits aufzuweisen...

Mein Vater Erklärt Mir Jeden Sonntag Unnötige Neuordnungen

Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere Neudefinition! ;-)

Denkbar wäre dann eine leichte Abwandlung des Merkspruchs:
Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsinnige Nomenklatur