05. Dezember 2006 Mit einer internationalen Station auf dem Mond will die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa die Erschließung des Weltraums vorantreiben. Die Entscheidung für den Aufbau einer permanenten Station bis zum Jahr 2024 sei nach Konsultationen mit Hunderten Experten aus 14 Ländern gefallen, erklärte Nasa-Sprecherin Shana Dale am Montag in Houston bei der Vorstellung der Pläne.
Die Mondbasis soll laut den Plänen der Nasa der Ausgangspunkt zur weiteren Erforschung des Alls und zur Ausweitung der menschlichen Zivilisation sein. Als nächste Station wird schon der Mars ins Auge genommen.
Ressourcen vor Ort gewinnen
Während sich die Apollo-Missionen der sechziger Jahre auf das Gebiet zwischen den beiden Polen des Mondes konzentrierten, soll die geplante Station an einem der beiden Fixpunkte entstehen. Vermutlich werde der Südpol gewählt, weil der Ort eine sehr große Sonnenscheindauer habe, sagte Programmmitarbeiter Doug Cooke. Dies erschließe die Chance zur Nutzung von Solarenergie. Außerdem gebe es in der Umgebung mögliche Bodenschätze.
Erste Testflüge sind den Angaben zufolge für 2009 und 2014 geplant. Sechs Jahre später steht die erste Landung einer vierköpfigen Crew an. Zunächst sollen die Astronauten jeweils nur kurze Zeit auf dem Mond verbringen. Bis 2024 soll der Vorposten aber dann so ausgebaut werden, daß Missionen von einem halben Jahr möglich sind. Die Nasa hofft, daß für die Versorgung der Mondstation vor Ort Sauerstoff, Wasserstoff und andere Ressourcen gewonnen werden können.
Internationale Partner gesucht
Bei ihren Mond-Plänen sieht sich die Nasa nach internationalen Partnern um. Damit will die amerikanische Raumfahrtbehörde auch die Kosten auf mehreren Schultern verteilen, wie Dale sagte. Zu den Kosten des gesamten Vorhabens machte die Nasa keine Angaben und erklärte lediglich, die Ausgaben würden vom normalen Budget gedeckt. Im vergangenen Jahr hatte sie 104 Milliarden Dollar (78 Milliarden Euro) allein für die erste Reise zum Mond veranschlagt.
Dies ist keine Fahnen- und Fußspuren-Geschichte, sagte John Logsdon von der George-Washington-Universität mit Blick auf die früheren Apollo-Missionen. Hier gehe es um längere Aufenthalte auf dem Mond und die Erschließung des Weltraums. In den Visionen der Nasa haben auch Pläne für Mond-Tourismus und die kommerzielle Nutzung möglicher Ressourcen Platz.
Nächster Schritt: Auf zum Mars
der amerikanische Präsident George W. Bush hatte das Mond-Vorhaben 2004 angekündigt, ein Jahr nach dem Absturz der Raumfähre Columbia auf der Rückkehr zur Erde, bei dem alle sieben Astronauten an Bord ums Leben kamen. Bush nannte das Jahr 2020 für Missionen zum Mond und faßte spätere Reisen zum Mars ins Auge. Die neue Phase geht einher mit der Ausmusterung der derzeitigen Raumfähren bis zum Jahr 2010.
Text: FAZ.NET mit Material von AFP
Bildmaterial: dpa, Nasa, picture-alliance/ dpa/dpaweb
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