Raumfahrt

Nasa-Sonde erreicht Umlaufbahn um den Mars

Jubel um Missionsleiter James Graf: Der neue Mars-Satellit ist am Ziel

Jubel um Missionsleiter James Graf: Der neue Mars-Satellit ist am Ziel

11. März 2006 Der „Fluch des Mars“ hat zumindest diesmal seinen Schrecken verloren. Zur großen Erleichterung der beteiligten Techniker und Wissenschaftler im Nasa-Kontrollzentrum im kalifornischen Pasadena ist der neue Mars-Satellit „Reconnaissance Orbiter“ (MRO) am späten Freitag abend wie vorgesehen in eine Umlaufbahn um den Roten Planeten eingebogen. Nach mehreren Fehlschlägen verspricht nun die aktuelle Mission ein Erfolg zu werden.

Die Sonde zündete am Freitag abend planmäßig um 22.24 Uhr MEZ ihre Triebwerke. Damit wurde die Geschwindigkeit von mehr als 16.000 Kilometern in der Stunde abgebremst, so daß die Sonde in eine Umlaufbahn um den Nachbarplaneten einzuschwenken konnte. Alles habe auf die Sekunde so funktioniert wie es geplant gewesen sei, freute sich Missions-Manager James Graf.

Erlösung nach bangem Warten

Doch bis zu diesem Statement verging eine schier endlose halbe Stunde, in der der Funkkontakt zu Erde abriß, weil sich die Sonde auf der Rückseite unseres Nachbarplaneten befand. Hätten die Triebwerke während des kritischen Manövers nicht lange genug gebrannt, hätte die Nasa-Sonde den Roten Planeten verfehlt und wäre in den Weiten des Alls verloren gewesen - wie so manche teure Mars-Sonde zuvor.

Entsprechend angespannt waren die Nerven aller Beteiligten im Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Pasadena, von wo die rund 500 Millionen Dollar teure Mission gesteuert wird. Nach 45 Minuten bangen Wartens empfing die Nasa schließlich ein Signal des „Reconnaissance Orbiters“ und um 23.26 Uhr MEZ kam die Meldung, der Satellit befinde sich in einem Orbit um den Mars - begleitet von ohrenbetäubendem Jubel und anhaltendem Applaus.

Vorbereitung für eine bemannte Mission

Der Mars Reconnaissance Orbiter ist nach Angaben der Nasa der leistungsfähigste Raumflugkörper, den die amerikanische Raumfahrtbehörde je auf eine Expedition geschickt hat. Die Sonde soll während ihrer zweijährigen Forschungszeit zehn Mal mehr Daten sammeln, als alle bisherigen Mars-Expeditionen zusammengenommen.

Wichtigstes Ziel der Mission ist es, auf dem Mars Landeplätze für weitere Missionen, an denen neben Robotern auch Menschen beteiligt werden sollen, zu erkunden. Zu diesem Zweck ist der Forschungssatellit mit der bisher größten hochauflösenden Kamera ausgestattet. Sie soll gestochen scharfe Bilder in bisher nicht gesehener Auflösung von der Mars-Oberfläche liefern. Um dieses Ziel zu verwirklichen, wird die sechseinhalb Meter lange und drei Meter breite Sonde nun allmählich ihr Tempo drosseln, bis sie schließlich
vom kommenden November an in einer Entfernung von 313 Kilometern um den Planeten kreist. Dann sollen neue Ansichten vom Mars auf der Erde für Aufsehen sorgen.

Text: @dho mit Material von dpa, AFP
Bildmaterial: AP, dpa

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