27. Juni 2007 Die beiden im Januar 2004 auf dem Mars gelandeten Rover, die den Roten Planeten ursprünglich nur 90 Tage erkunden sollten und trotzdem immer noch funktionieren, weisen jetzt zunehmend Zeichen von Altersschwäche auf.
Ursache sind vor allem die gewaltigen Temperaturdifferenzen, die sie nicht nur im Laufe eines Jahres, sondern zusätzlich innerhalb eines Marstages – entsprechend 24 Stunden 37 Minuten auf der Erde – zu ertragen haben. Der tägliche Wechsel beträgt rund hundert Grad Celsius.
Defekt im Roboterarm
Der Wärmezyklus wirkt sich vor allem bei den elektrischen Leitungen und an elektrischen Kontaktstellen aus. Das Material expandiert und kontrahiert jeden Tag so stark, dass es zu ermüden beginnt und schließlich der Bruch droht. Am stärksten hat sich der Effekt offenbar bei einem Roboterarm des Rovers Opportunity“ ausgewirkt. In einem Gelenk dieses Arms sind Schwierigkeiten aufgetreten, für die die Ingenieure den Bruch eines elektrischen Kabels verantwortlich machen. Der dazugehörige Motor hat besonders hohe Temperaturen zu ertragen, weil eine Wärmequelle in seiner Nachbarschaft seit kurz nach der Landung klemmt“ und nicht mehr ausgeschaltet werden kann.
Das rechte Vorderrad von Opportunity dreht sich seit einiger Zeit offenbar wegen der tiefen Temperaturen, denen es immer wieder ausgesetzt ist, nicht mehr planmäßig. Denselben Defekt hatte das rechte Vorderrad von Spirit im Jahr 2004 aufgewiesen. Damals konnte das Missgeschick jedoch behoben werden. In beiden Fällen scheint das Fließvermögen des Motoröls beeinträchtigt worden zu sein.
Riesige Temperaturspannen
Jedes der Marswägelchen ist mit etwa 50 Sensoren bestückt, die seit der Landung ständig Temperaturen messen. Sie haben für den Rover Opportunity, der nahe dem Äquator steht, im Sommer gegen Mittag etwa dreißig Grad und im Winter um Mitternacht minus 80 Grad im Schatten registriert. Für den Rover Spirit, der sich etwas weiter vom Äquator entfernt befindet, war der entsprechende Temperaturbereich mit 35 Grad bis minus 90 Grad etwas größer.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Nasa