Turnfest

Wasserwand im Main zur Eröffnung

Von Tobias Rösmann

Kunststück: Vom 30. April bis zum 5. Mai 2009 findet das Internationale Deutsche Turnfest in Frankfurt statt

Kunststück: Vom 30. April bis zum 5. Mai 2009 findet das Internationale Deutsche Turnfest in Frankfurt statt

03. Dezember 2008 Das Internationale Deutsche Turnfest im Mai 2009 in Frankfurt soll mit einer spektakulären Feier am Main eröffnet werden. Wie die städtische Tourismus und Congress GmbH (TCF) auf Anfrage mitteilte, ist eine 20 bis 30 Meter hohe und etwa 160 Meter breite Wasserwand in der Mitte des Flusses, zwischen Untermainbrücke und Holbeinsteg, geplant. Darauf soll mit Laserlicht eine Multimedia-Show projiziert werden. Das Wasser werde aus Hochdruckdüsen in die Luft geschossen, sagte TCF-Geschäftsführer Thomas Feda. Das Turnfest, zu dem annähernd 80.000 Teilnehmer in der Stadt erwartet werden, beginnt am 30. Mai, Samstag vor Pfingsten. Es endet am Freitag, 5. Juni.

Die Eröffnungsfeier soll nach Fedas Worten 45 Minuten dauern und nach Sonnenuntergang gegen 21.30 Uhr beginnen. Vorgesehen sind vier Akte, in denen etwa Trommler an den Ufern eine Licht- und Ton-Choreographie zeigen. Außerdem sollen Jet-Ski-Fahrer Akrobatik auf dem Main präsentieren und vier riesige Ballone in den Farben des Turnfests von Booten über den Fluss gezogen werden. Den Höhepunkt bilde dann die Wasserwand, auf die zum Beispiel Turnsportarten projiziert würden, sagte Feda. Die Inszenierung werde „in Form und Größe einzigartig“ sein.

Main im Mittelpunkt des Turnfests

Stadträtin Daniela Birkenfeld (CDU), deren Sportdezernat die Federführung hat, kündigte an, den Main in den Mittelpunkt des Turnfests zu stellen. Das Areal werde unter dem Namen „Flussfestmeile“ oder „FFM“ vermarktet. In der Innenstadt ist laut Feda eine entsprechende Werbung geplant, die zum Main hinleiten soll. Auf rund 1,8 Kilometern zwischen Untermainbrücke und Holbeinsteg sollen auf beiden Seite des Flusses Mitmachangebote, Information und Gastronomie zu finden sein. Es werde mindestens vier Bühnen geben, von denen die größten, 16 mal 16 Meter, vermutlich an der Hauptwache und am Rathenauplatz aufgestellt würden. Am Samstagnachmittag werde es einen Festakt in der Paulskirche und anschließend einen Festumzug der Teilnehmer geben, ergänzte Birkenfeld.

Die städtische TCF arbeite mit der Agentur McCann Momentum zusammen, sagte Feda. Das Turnfest, die größte Breitensportveranstaltung der Welt, bezeichnete er als „tolle Chance“: Frankfurt habe sechs Tage Zeit, um sich den vielen jungen Turnern zu präsentieren. Offiziell vorgestellt werden sollen die Pläne Anfang 2009. Von Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU), im Magistrat sowie beim Turnerbund sollen die Entwürfe begeistert aufgenommen worden sein. „Es hat die große Vorfreude gestärkt“, sagte Birkenfeld.

Der TCF steht für ihre Aufgaben ein Budget von knapp 3,6 Millionen Euro zur Verfügung. Insgesamt zahlt Frankfurt für das Turnfest 24,1 Millionen Euro. Geschäftsführer Feda sagte, er hoffe auf eine zusätzliche Bühne im Main, nahe dem Südufer. Diese könnte abends bespielt werden, um die Gäste am Fluss zu halten und zum Feiern zu bewegen. Finanzierung und Programm während der Turnfestabende seien aber noch offen.

260 Schulen müssen Räume an Teilnehmer stellen

Während die Eröffnungsfeier Gestalt annimmt, stellen sich für 139 der rund 160 Frankfurter Schulen große organisatorische Fragen, wie es aus dem Frankfurter Schuldezernat heißt. Weil die meisten Turnfestteilnehmer möglichst günstig und deshalb in Klassenräumen untergebracht werden sollten, hätten mehr als 40.000 Frankfurter Schüler für die Zeit vom 2. bis einschließlich 5. Juni keine Unterrichtsräume. Im Umland seien weitere 120 Schulen betroffen.

Die meisten Schulen planten für die Woche nach Pfingsten nunmehr interne Lehrerfortbildungen, teilte Dezernatssprecher Michael Damian mit. Andere wollten die Stunden nachmittags und samstags vorziehen, um den Unterricht in der Turnfestwoche ausfallen lassen zu können. Eine dritte Gruppe von Schulen plane Projektwochen außerhalb der Lehrgebäude. Um die Schüler jener Schulen, an denen die Lehrer Fortbildungen planten, nicht unbeaufsichtigt zu lassen, würden alle Horte in den Tagen jeweils von 7.30 bis 17 Uhr geöffnet. Das staatliche Schulamt ermittele, wie viele Schüler, die keinen Hortplatz hätten, davon betroffen seien. Für diese sollten dann die 17 Kinder- und Jugendhäuser von morgens an offen stehen.

„Das alles bedeutet sehr hohen Aufwand“, sagte Damian, der darauf hinwies, dass an zwei der vier Tage zudem Nachschreibtermine für Abiturienten vorgesehen seien. Dafür habe die Stadt Räume der Volkshochschule gebucht. Ein erstes Informationstreffen des staatlichen Schulamts mit Schulleitern und Hausverwaltern habe vor zehn Tagen stattgefunden. „Wir sind nicht besonders froh, dass alle Lehrer eigene Pläne entwickeln.“ Klar sei, dass viele Lehrer nicht die gewünschte interne Fortbildung machen könnten, sondern Kinder betreuen müssten.

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: dpa

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