Der Fall Jürgen Emig

Der HR und das Prinzip Verantwortung

Von Michael Hanfeld

Sieht sich als Opfer: HR-Intendant Reitze

Sieht sich als Opfer: HR-Intendant Reitze

02. Oktober 2008 Der Hessische Rundfunk hat Grund zu feiern. Sechzig Jahre wird der Sender heute alt, das Gründungsdatum vom 2. Oktober 1948 macht sich an der Verabschiedung des Gesetzes über den Hessischen Rundfunk fest, das der Landtag damals verabschiedete. Doch nach Feiern sollte an der Frankfurter Bertramswiese niemandem zumute sein, denn der Sender steht schlechter da denn je. Das Zeugnis zum Tage hat dem HR der Vorsitzende Richter Christopher Erhard vom Frankfurter Landgericht ausgestellt. „Man hätte Herrn Dr. Emig besser kontrollieren können und müssen“, sagte er bei der Verkündung des Urteils gegen den ehemaligen Sportchefs des Hessischen Rundfunks, Jürgen Emig. Emig muss wegen Untreue und Bestechlichkeit für zwei Jahre und acht Monate ins Gefängnis. Über einen Zeitraum von fünf Jahren hinweg hatte er, wie das Gericht festhält, 440.000 Euro in die eigene Tasche gewirtschaftet, dabei sei ein Schaden von mindestens 285.000 Euro für den HR entstanden.

Offiziell ist die kriminelle und für den Sender mehr als peinliche Geschichte damit erledigt, es steht allerdings noch ein letzter Prozess vor dem Arbeitsgericht um Emigs Kündigung aus. Dem Intendanten des HR, Helmut Reitze, ist die Erleichterung in seiner Presseerklärung anzumerken. Sein Sender, heißt es da, sehe sich durch das Urteil in seiner Auffassung bestätigt. „Das Landgericht hat klargestellt, der HR war Opfer, nicht Täter, es handelt sich um ein 'System Emig‘, von einem ,System HR‘ kann keine Rede sein“, sagte Reitze. Emig habe „durch sein Fehlverhalten dem HR und dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk insgesamt großen Schaden zugefügt. Wer gegenüber Veranstaltern und Sponsoren so tut, als gehe es ihm um den Programmauftrag, dabei aber Geld in die eigene Tasche steckt, der verkauft die Rundfunkfreiheit. Für dieses kriminelle Verhalten muss Jürgen Emig nun mit einer Gefängnisstrafe büßen.“

Mehr als deutlich: Es gab keine wirksame Kontrolle im Sender

Die Entscheidung des Landgerichts Frankfurt mache deutlich, dass das Vergehen eines Einzelnen bestraft werde. Mit erheblicher Energie habe Jürgen Emig seine Verstöße gegen Vorschriften des hr über Jahre hinweg geschickt verschleiert. „Das Landgericht ist den Versuchen Emigs nicht gefolgt, die Verantwortung für seine Taten auf andere im HR abzuschieben“, so Reitze. Die SMP sei nach den Worten des Richters keineswegs - wie von Emig behauptet - eine schwarze Kasse des HR gewesen, sondern eine von Emig. Auch viele andere Vorwürfe Emigs habe das Gericht als unplausibel bezeichnet. So habe der Richter wörtlich bestätigt, dass der HR „sehenden Auges keine Schleichwerbung geduldet hat“. Auch dies habe Emig eigenmächtig betrieben.

Mit dieser Erklärung des Intendanten Reitze, die wohl als Fingerzeig auch für die Berichterstattung in eigener Sache dienen dürfte, werden die Dinge allerdings einseitig gewichtet und die Tatsachen verschleiert. Denn das Gericht fand in der Tat zwar keine Anzeichen für ein „System HR“, will heißen, für eine stillschweigende Duldung oder gar Förderung von Emigs Schmiergeschäften. Doch ist im Laufe der Verhandlungen mehr als deutlich geworden, dass es eine wirksame Kontrolle im Sender nicht gab. Zwar verweist der Intendant Reitze zurecht darauf, dass es „Beistellungen“ seit 2004 nicht mehr gebe. Aber bis dahin hätte ohne dieses System der „Beistellungen“, also Geldzahlungen derjenigen, über deren Veranstaltungen im Hessischen Rundfunk berichtet wurde, Emig sein Korruptionsgeflecht gar nicht erst aufziehen können.

Verstoß gegen den Kerngedanken des öffentlich-rechtlichen Rundfunks

Dass er Gelder von Dritten zuhauf aquirierte, hat im Sender über alle die Jahre nicht nur niemanden gestört, Emig wurde darin von dem früheren Intendanten Klaus Berg ermutigt und für seine Leistungen sogar belobigt. Kein Wunder: Der offizielle Jahres-Sportetat des HR war ja auch nach wenigen Monaten jeweils aufgebraucht. Lange galt Emig im Sender als sakrosankt, Hinweise auf krumme Touren wurden ignoriert. Der amtierende Intendant Reitze hat Emig als Geldbeschaffer sogar noch einmal eigens aktiviert, beim DFB-Pokalspiel der Frankfurter Eintracht gegen die Offenbacher Kickers im August 2003, als Emig 220 000 Euro beibringen sollte. „Der Emig macht das schon“, hieß es im Sender.

Und Emig machte. Sein Fehler war, dass er einen Großteil der eingeworbenen Summen für sich behielt. Dass dieses korrumpierende System „das Einfallstor“ für Emigs Geschäfte war, das räumt der Intendant Reitze jetzt zwar ein, verweist aber zugleich darauf, dass es rechtlich zulässig gewesen und vom Gericht nicht beanstandet worden sei. Doch verstieß dieses System vom ersten Tag an gegen den Kerngedanken des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, für den die Gebührenzahler ihren Obolus ja gerade deshalb entrichten, damit dort niemand auch nur in die Versuchung kommen muss, sich über dunkle Kanäle Geld zu beschaffen.

Wirklich wissen wollte es an den entscheidenden Stellen niemand

Und da der Grundgedanke schon falsch war, kam lange Zeit auch niemand auf die Idee, Emigs Aktionen zu überprüfen. Niemand will etwas gewusst oder gefunden haben. Der Intendant, der Programmdirektor, der Chefredakteur, der Revisor - sie alle machen sich einen schlanken Fuß. Es musste erst eine Sekretärin kommen, die aus Emigs Abteilung in die Intendanz wechselte, und Bedenken äußern, bis sich etwas tat. Und jetzt sehen sich alle als Opfer. Grotesker geht es nicht mehr.

Dass so etwas nicht nur beim HR passiert, sondern zum Beispiel auch beim Sarländischen Rundfunk, der durch gefälschte Bilanzen bei seiner inzwischen aufgelösten Tochtergesellschaft Telefunk Saar rund zwanzig Millionen Euro verloren hat, und dass die ARD vor drei Jahren rundherum von dem sogenannten „Marienhof“-Skandal erschüttert wurde, der umfassende Schleichwerbepraktiken offenbarte, macht die Sache nicht besser. Von der dreihunderttausend Euro schweren Abfindung für den stasi-belasteten ARD-Sportkoordinator Hagen Boßdorf und dem mit knapp zweihunderttausend Euro pro Jahr dotierten Exklusivvertrag der ARD mit dem Radsportler Jan Ullrich ganz zu schweigen. Es zeigt sich vielmehr, dass das Prinzip Verantwortung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, namentlich im Hessischen Rundfunk, wenig gilt. Fragt man die Hierarchen des Systems hinter vorgehaltener Hand, womöglich nach dem sechsten Bier, nach derlei Geschichten, dann erst dringt die Wahrheit ans Licht: Klar haben wir etwas geahnt, vielleicht gewusst. Aber wirklich wissen wollte es an den entscheidenden Stellen im Zweifel niemand. Wenn es darauf ankommt, dann erwischt es zumeist einen allein und alle anderen sind fein raus.

Ein Sittengemälde über den Zustand des Hessischen Rundfunks

So ist der Fall Emig nicht nur die Geschichte eines gefallenen Journalisten, der in seinen glanzvollen Tagen vor Machtbewusstsein und Arroganz kaum gehen konnte. Es ist ein Sittengemälde über den Zustand des öffentlich-rechtlichen Rundfunks im allgemeinen und über den Zustand des Hessischen Rundfunks im besonderen. In dessen Fernsehprogramm finden sich wenige, im Radio dafür umso mehr Glanzpunkte - denken wir nur an die „Ilias“. Und an dessen Spitze aber befindet sich ein Intendant, der bei seinem Amtsantritt Bewegung im ganzen Sender versprach und dann schnell abtauchte.

Am 20. April 2004 erklärte der Rundfunkrat des HR - gestützt auf die Informationen des Intendanten Reitze -, der Fall Emig sei aus Sicht des Senders abgeschlossen. Da nahm die Staatsanwaltschaft gerade erst ihre Ermittlungen auf. Die ersten verschärften Hinweise auf Emig hatte es derweil schon im Frühjahr 2003 gegeben. Am 28. Juni 2005 erst kam Emig in Untersuchunghaft. Allein die zeitliche Abfolge spricht Bände.

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: dpa

© Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 2009.
Alle Rechte vorbehalten.
Vervielfältigungs- und Nutzungsrechte erwerben
Verlagsinformation

Medikamente günstig einkaufen Preisvergleich für Medikamente und Apotheken-Produkte. Mehr als 90 Apotheken im Vergleich.

Haftstrafe für ehemaligen Sportchef

Emig sackte 440.000 Euro ein - und geht in Revision

Zu zwei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt: der ehemalige Sportchef des HR, Jürgen Emig

Zwei Jahre und acht Monate Haft wegen Bestechlichkeit und Untreue für den früheren Sportchef des Hessischen Rundfunks, eine relativ milde Schelte für den Sender: Doch Jürgen Emig geht gegen die Verurteilung in Revision. Von Helmut Schwan

„Fall Emig“

Staatsanwaltschaft fordert dreieinhalb Jahre Haft

Vor Gericht: Jürgen Emig, ehemaliger Sportchef des Hessischen Rundfunks

Dreieinhalb Jahre Haft wegen Bestechlichkeit und Untreue fordert die Staatsanwaltschaft für Jürgen Emig. Nach ihrer Ansicht hat der frühere Sportchef des Hessischen Rundfunks das „Prinzip der Rundfunkfreiheit verraten und mit Füßen getreten“. Von Helmut Schwan

Emig-Prozess

Im Hessischen Rundfunk steigt die Nervosität

Enge Partner bei Geschäften mit dem HR: Jürgen Emig (vorne) und der mitangeklagte Harald Frahm (rechts hinten)

Am Dienstag wird voraussichtlich die Beweisaufnahme im Prozess gegen Jürgen Emig geschlossen. An der Bertramswiese in Frankfurt, dem Sitz des Hessischen Rundfunks, steigt die Nervosität. Für das Image, auch innerhalb der ARD, steht viel auf dem Spiel. Von Helmut Schwan

Klaus Berg sagt im „Fall Emig“ aus

Der sorglose Umgang mit „Fremdmitteln“

Klaus Berg, in den Jahren 1993 bis 2002 Intendant des Hessischen Rundfunks, auf dem Weg in den Gerichtssaal

Vor Gericht hielt sich Klaus Berg zum „Fall Emig“ sehr bedeckt. Dennoch brachte der frühere Intendant des Hessischen Rundfunks eine Verteidigungslinie seines ehemaligen Sportchefs ins Wanken, dem Untreue, Betrug und Bestechlichkeit vorgeworfen wird. Von Helmut Schwan

Emig-Prozess

Der Intendant weiß von nichts

Hatte schon angenehmere Auftritte: Helmut Reitze

HR-Intendant Helmut Reitze ist als Zeuge im „Emig-Prozess“ kaum in die Bredouille geraten. Selbstkritik lässt er nur zart anklingen. Emigs mutmaßliche Finanzmanipulationen stellte er als Einzelfall dar. Von Helmut Schwan

Emig-Prozess

HR-Intendant als Zeuge geladen

Intendant Helmut Reitze

Der Intendant des Hessischen Rundfunks, Helmut Reitze, muss vor Gericht - als Zeuge. Dabei soll herauskommen, was er von den finanziellen Transaktionen des wegen Untreue angeklagten Sportjournalisten Jürgen Emig wusste. Von Helmut Schwan

Kommentar

Ein Sender unter Druck

Im Gerichtssaal hat Jürgen Emig Verwunderung ausgelöst. Warum durfte der frühere Vorzeigemann des Senders offenbar jahrelang unbehelligt schalten und walten? Diese Frage wird der Hessische Rundfunk beantworten müssen. Von Helmut Schwan

Prozess gegen Jürgen Emig

Auf eigene Faust

Jürgen Emig: Ende Oktober soll ein Urteil gegen den ehemaligen Leiter der Sportredaktion des Hessischen Rundfunks gesprochen werden

Jürgen Emig zieht vor Gericht viele Register, um sein Wirtschaften als Sportchef des Hessischen Rundfunks zu rechtfertigen. Nun hat er sogar das Tabuwort Schleichwerbung gebraucht. Von Helmut Schwan

Korruptionsprozess

Mitangeklagter belastet Emig schwer

Jürgen Emig vor Gericht

Im Korruptionsprozess gegen den früheren Sportchef des Hessischen Rundfunks, Jürgen Emig, ist Emig vom Mitangeklagte Harald Frahm schwer belastet worden. Emig soll Sponsorengelder und Produktionszuschüsse über eine Firma seiner Frau teils in die eigene Tasche gewirtschaftet haben.

Prozessauftakt

Emig will nur für „eigene Fehler“ geradestehen

Fühlt sich von den ehemaligen Kollegen vorverurteilt: Jürgen Emig

Betrug, Korruption, Untreue: So lauten die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft gegen Jürgen Emig. Der wiederum zeigt mit dem Finger auf den Hessischen Rundfunk. Dort habe man von ihm erwartet, dass er „Fremdmittel“ beschaffe. Von Helmut Schwan

Kommentar

„Amtsträger“ Emig

Dass ein Regionalsender Jahr für Jahr sechs- bis siebenstellige Summen „Drittmittel“ akquirieren und verschleiern musste, um Großereignisse zu übertragen, stellt die Frage nach dem öffentlich-rechtlichen Auftrag: Was genau ist die „Grundversorgung“ mit Information? Von Helmut Schwan

Jürgen Emig

Angeklagter Gnadenlos

Angeklagter Emig: “Es war mir schon klar, dass wir uns auf dünnem Eis bewegen“

Der wegen Korruption und Betrugs angeklagte frühere Sportchef des Hessischen Rundfunks, Jürgen Emig, hat zum Auftakt des Prozesses vor dem Frankfurter Landgericht pauschal „Fehler“ in einer „Grauzone“ eingeräumt und zugleich viel Luft für Spekulationen gelassen. Von Helmut Schwan

Vor dem Prozess

Das System Emig und das System HR

Angeklagt: Jürgen Emig

Am kommenden Montag beginnt der Prozess gegen Jürgen Emig, einst Sportchef des Hessischen Rundfunks. Betrug in großem Stil wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor. Die Frage ist, was der Sender tat. Von Michael Hanfeld

Prozess gegen Jürgen Emig

Keine Abrechnung mit dem „System HR“

In “passiver Alterszeit“: Jürgen Emig

Der Prozess gegen den früheren HR-Sportchef Jürgen Emig beginnt am 4. August. Es geht um Sport, Geld und Betrug. Spannend wird die Frage, wer beim HR wie viel von den Machenschaften der Angeklagten wusste. Von Helmut Schwan

Kommentar

Emig und die Folgen

Hat sich Jürgen Emig bei seinen Verträgen mit Sportsponsoren persönlich bereichert? Das wird im Prozess geklärt werden. Wichtiger noch ist die Frage: Hat der Hessische Rundfunk aus der Causa Emig gelernt? Von Peter Lückemeier

Anklage gegen Jürgen Emig

Nebengeschäfte beim Radklassiker

Emig wird Bestechlichkeit und Betrug vorgeworfen

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hat gegen den einstigen Sportchef des Hessischen Rundfunks, Jürgen Emig, Anklage wegen des Verdachts der Bestechlichkeit, der Untreue und des Betrugs erhoben. Er soll sich durch windige Sponsorenverträge um mehr als 600.000 Euro bereichert haben.

Medien

Weil alles wahr ist

Hartnäckig: Frank Thonicke

Während der einstige Sportchef des HR, Jürgen Emig, in Frankfurt gegen seine fristlose Entlassung klagt, erhält Frank Thonicke, der Reporter, der Emigs illegale Geschäfte aufdeckte, den Wächterpreis. Die Geschichte einer langen, harten Recherche.

Verschont

Der ehemalige HR-Sportchef Jürgen Emig ist frei

Haftverschonung: Jürgen Emig

Der wegen Bestechlichkeit und Untreue inhaftierte ehemalige Sportchef des Hessischen Rundfunks ist wieder auf freiem Fuß. Ihm wurde Haftverschonung gewährt.

Sponsoringaffäre

Jürgen Emig fristlos entlassen

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt beantragte Haftbefehl gegen Emig

In der Schmiergeldaffäre um gekaufte Sportübertragungen bei ARD-Sendern ist der frühere Sportchef des Hessischen Rundfunks, Jürgen Emig, vom HR entlassen worden. Der suspendierte Sportchef des MDR, Mohren, sitzt in U-Haft.

Korruptionsskandal

Emig-Affäre reicht bis nach Leipzig

Arbeitete auch MDR-Sportchef Mohren nach dem “System Emig“?

Aus den Ermittlungen um den ehemaligen HR-Sportchef haben sich Hinweise ergeben, daß es auch bei der Sportberichterstattung in Ostdeutschland illegale Koppelgeschäfte gegeben hat. Am Montag durchsuchte die Polizei Büros des MDR.

Sport/Justiz

Ehemaliger Sportchef des HR-Fernsehens verhaftet

Verdacht wegen Betruges und Bestechung: Jürgen Emig

Nach einer Durchsuchung beim Hessischen Rundfung ist deren langjähriger Sportchef, Jürgen Emig, verhaftet worden. Die Staatsanwaltschft ermittelt wegen Angestelltenbestechlichkeit und Betruges.

Sport/Justiz

Staatsanwaltschaft beantragt Haftbefehl gegen Emig

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt beantragte Haftbefehl gegen Emig

Gegen Jürgen Emig, den früheren Sportchef des Hessischen Rundfunks, hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt Haftbefehl beim Amtsrichter beantragt. Gegen ihn wird wegen Angestelltenbestechlichkeit, Betrug und Untreue ermittelt.

Sport im Fernsehen

Staatsanwalt ermittelt gegen ehemaligen HR-Sportchef

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den früheren Sportchef des Hessischen Rundfunks, Jürgen Emig. Es besteht der Anfangsverdacht der Bestechlichkeit und von wettbewerbsbeschränkenden Absprachen.

Sport im Fernsehen

HR stellt alle Sportsendungen ein

HR-Intendant Reitze kündigte überraschend an, daß alle bisherigen Sportsendungen eingestellt und durch neue Formate ersetzt werden. Damit soll offenbar ein Schlußpunkt unter die Affäre Emig gesetzt werden.

Sport & Medien

Frahms profitabler Paartanz mit dem Fernsehen

Mit Sport läßt sich Geld verdienen, das gilt manchmal auch für Funktionäre. Harald Frahm, ehrenamtlicher Präsident des Tanzsportverbandes, hat sich mit Hilfe von HR-Sportchef Emig ein regelmäßiges Einkommen erwirtschaftet.

Kommentar

Der Scheinheilige mit dem Schlüssel

Hat Jürgen Emig nicht eigentlich einen weißen Bart? Und trägt er nicht ein weißes, bodenlanges Gewand? Und hält er nicht einen goldenen Schlüssel in der Hand? So jedenfalls kann man sich den Reporter vorstellen - wenn man ihn von der Tour de France kennt.

Sportberichterstattung

Helfen Sie diesem Sender

Abgetreten: Jürgen Emig

Der Sportchef des HR tritt kürzer, sein System aber bleibt. Zweifelhafte Netzwerke knüpfen in der Sportabteilung des Senders nämlich noch andere.

Rücktritt

Jürgen Emig legt Leitung der HR-Sportredaktion nieder

Der langjährige Sportchef des Hessischen Rundfunks, Jürgen Emig, legt sein Amt nieder. Ihm war vorgeworfen worden, Firmen in Sportsendungen plaziert zu haben, die Kunden der Media-Agentur seiner Frau sind.