25. Oktober 2007 14 Monate nach ihrem überraschenden Triumph bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Göteborg wagt sich Ulrike Maisch am Sonntag in Frankfurt/Main wieder an einen Marathon. Ich will erstmal heil und gesund durchkommen, sagt die 30-Jährige vom 1. LAV Rostock. Hinter ihr liegt ein Jahr voller Schmerzen und Frust: Es sind auch einige Tränen geflossen.
Eine hartnäckige Fußverletzung hatte die Leichtathletin des Jahres 2006 aus der Bahn geworfen. Maisch rannte zwar beim Silvesterlauf in Trier und über 5000 Meter bei den deutschen Meisterschaften im Juli in Erfurt. Doch im April musste sie den Hamburg-Marathon absagen und damit war auch die Qualifikation für die Weltmeisterschaften in Osaka/Japan kein Thema mehr. Ich bekomme zwar deutlich mehr Sponsorengelder als vor der EM, erklärt Maisch. Doch durch die verpassten Startmöglichkeiten hatte ich ganz schön hohe finanzielle Einbußen.
Mit Aquajogging und Bergwandern
Einen Monat nach der EM waren erstmals die Schmerzen im Fuß aufgetreten. Ich bin dann von einem Arzt zum anderen gerannt, habe alles Mögliche probiert. Doch nichts half - bis die Bundeswehr- Angehörige in Warendorf eine Kur machte. Dort fanden Mediziner heraus, dass eine Muskelpartie im Fuß zu schwach ausgebildet ist. Die Folge: Die Sehne, die am Knochen ansetzt, hatte sich entzündet. Mit viel Physiotherapie und speziellen Übungen hat Maisch das Problem nun in den Griff bekommen.
Derzeit läuft der Schützling von Trainer Klaus-Peter Weippert allerdings nur zwischen 70 und 100 Kilometer in der Woche. Vor Göteborg waren es im Durchschnitt 130. Dafür strampelte sie viel auf dem Fahrrad, machte Aquajogging und wanderte im Trainingslager in St. Moritz wie ein Weltmeister.
Miki und Mocki haben es vorgemacht
Ob der Fuß auch 42,195 Kilometer hält, wird sich am Sonntag zeigen. Deshalb spricht die Europameisterin nur ungern von der Olympia- Norm. Die steht bei 2:31 Stunden. Maisch geht angesichts der nationalen Konkurrenz jedoch davon aus, dass man noch schneller laufen muss, um sich für Peking zu qualifizieren. Sabrina Mockenhaupt bei ihrem Marathon-Sieg in Köln (2:29:33 Stunden) und Irina Mikitenko, die in 2:24:51 in Berlin Zweite wurde, haben die Norm bereits geschafft.
Das feuchtheiße Klima bei den Sommerspielen behagt Ulrike Maisch ohnehin nicht sonderlich. Ich wäre natürlich traurig, wenn ich's verpassen würde, aber nicht so enttäuscht. Zumal die Weltmeisterschaften 2009 in Berlin für mich viel mehr zählen.
Text: FAZ.NET mit dpa
Bildmaterial: AFP, AP, dpa, ZB
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