Radsport-Sponsoring

Förstina trennt sich von Werbepartner Sinkewitz

Von Thorsten Winter

Hat sich offensichtlich nicht ans Reinheitsgebot gehalten: Patrik Sinkewitz

Hat sich offensichtlich nicht ans Reinheitsgebot gehalten: Patrik Sinkewitz

31. Juli 2007 Der Getränkehersteller Förstina-Sprudel in Eichenzell-Lütter bei Fulda hat sich mit sofortiger Wirkung von dem Radsportprofi Patrik Sinkewitz als Werbepartner getrennt. „Für uns sind die Dinge klar“, sagte Vertriebsleiter Gerhard Bub am Dienstag der Rhein-Main-Zeitung, noch bevor Sinkewitz am Nachmittag dann das Doping eingestanden hat. Zuvor hatte der aus dem osthessischen Künzell stammende 26 Jahre alte Radsportler darauf verzichtet, die sogenannte B-Probe öffnen zu lassen.

„Wenn Doping vorliegt, werden wir das nicht unterstützen können“, sagte Bub. Das sei Förstina den Verbrauchern schuldig. Eine entsprechende Klausel im Werbevertrag mit Sinkewitz ermögliche dem Unternehmen den umgehenden Ausstieg.

„Testosteron-Gel besorgt“

Eine Trainingskontrolle vom 8. Juni hatte einen erheblich zu hohen Wert des männlichen Geschlechtshormons Testosteron bei Sinkewitz ergeben, wie aus der A-Probe folgte. Diesen Vorfall wiederum nahmen die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender zum Anlass, die Tour de France nicht weiter zu übertragen. Zu diesem Zeitpunkt war Sinkewitz allerdings infolge eines Unfalls aus der Radrundfahrt in Frankreich ausgeschieden.

Auf die Ergebnisse der A-Probe reagierte er am 18. Juli meinte er mit den Worten: „Ich? Wieso ich? Davon weiß ich nichts.“ Und vor einem Jahr, als er schon einmal mit Doping in Verbindung gebracht worden war, hatte er versichert: „Ich habe mit Doping nichts zu tun.“ Gestern nun gab er zu, sich ein „Mittel zum Ausgleich von Testosterondefiziten“ besorgt und sich das Gel am Abend vor der Dopingkontrolle auf die Haut gerieben zu haben, zur „besseren Erholung“.

Werbesport abgeschaltet

Sinkewitz stand bei Förstina-Sprudel seit Anfang 2004 unter Vertrag. Das Unternehmen hatte auf seiner Internetseite die Rubrik „Neues von Patrik Sinkewitz“ eingerichtet. Zudem lief bis zuletzt ein Werbespot in verschiedenen Radioprogrammen, in dem sich Sinkewitz mit einem Jungen unterhielt. Dem erklärten Fan („Du bist mein Lieblingsradprofi“) antwortet der Radprofi auf die Frage, was er denn tun müsse, um so zu werden wie er: „Also, neben hartem Training musst Du deinen Körper immer mit den wichtigen Mineralstoffen Calcium und Magnesium versorgen.“ Diesen Werbespot hat Förstina ebenso zurückgezogen wie die Rubrik auf der Internetseite.

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: ASSOCIATED PRESS

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