Auslandskrankenversicherungen

Guter Schutz für lange Reisen

Krank im Ausland - die richtige Versicherung hilft

Krank im Ausland - die richtige Versicherung hilft

04. September 2007 Für den Urlaub sollte eigentlich jeder eine Auslandsreise-Krankenversicherung abschließen. Denn die gesetzlichen, aber auch viele private Krankenversicherer, übernehmen im Ausland nicht alle Leistungen. Meist reicht die Absicherung durch einen Jahresvertrag, der viele kleinere Reisen in dieser Zeit abdeckt. Doch wer länger als sechs Wochen ins Ausland fährt, braucht einen speziellen Tarif für Einzelreisen.

Finanztest hat jetzt 27 Angebote getestet und sagt, wo Reisende eine gute Absicherung bekommen, was der Schutz kostet und welche Leistungen die Tarife bieten.

Kein Krankenrücktransport

Rücktransport aus dem Ausland - ohne Versicherung kann das sehr teuer werden

Rücktransport aus dem Ausland - ohne Versicherung kann das sehr teuer werden

Generell gilt: Gesetzliche Krankenkassen übernehmen außerhalb Europas und in Ländern, mit denen Deutschland kein Sozialversicherungsabkommen hat, keine Leistungen. Doch selbst innerhalb Europas zahlt die Krankenkasse ihren Versicherten nicht alle Behandlungskosten. Einen Krankenrücktransport etwa erstattet die Kasse nie.

Auch einige private Krankenversicherer übernehmen diese Leistung nicht. Immerhin: Die Krankenrücktransporte nehmen zu. Allein der ADAC hat 2006 etwa fünf Prozent mehr kranke Urlauber nach Hause transportiert als noch ein Jahr zuvor. Eine entsprechende Absicherung für die Urlaubswochen ist also wichtig.

Einzelverträge für längere Reisen

Üblicherweise reichen für den Sommerurlaub Jahresverträge. Sie bieten für alle normalen Urlaubsreisen innerhalb eines Jahres Versicherungsschutz. Wer aber länger als sechs Wochen am Stück verreist, muss einen Vertrag speziell für diese Reise abschließen. Die Preise für den Schutz sind abhängig von der Reisedauer, dem Alter der Versicherten und in einigen Fällen auch vom Ziel des Auslandsaufenthalts.

Die Tabelle zeigt „sehr gute“ und „gute“ Tarife mit und ohne Selbstbehalt. Finanztest empfiehlt allerdings Tarife ohne Selbstbehalt. Grund: Wer sich längere Zeit im Ausland aufhält, muss unter Umständen wegen kleinerer Beschwerden häufiger zum Arzt. Dann kann jedes Mal eine Selbstbeteiligung von 50 bis 100 Euro fällig werden.

Hauptsächlich für Notfälle

Doch auch eine Auslandsreise-Krankenversicherung bietet nur eingeschränkten Versicherungsschutz. Daran sollten vor allem Langzeitreisende denken. Die Absicherung ist hauptsächlich für Notfälle gedacht. Psychotherapeutische Maßnahmen oder Vorsorgeuntersuchungen etwa, sind nicht in den Tarifen enthalten.

Abgesichert über die Auslandsreise-Krankenversicherung sind folgende Behandlungen: Ambulante, ärztliche Behandlungen, Röntgendiagnostik und Operationen, ärztlich verordnete Arznei-, Verband- und Heilmittel, schmerzstillende Zahnbehandlungen, einfache Zahnfüllungen, Reparaturen von Zahnersatz,
ärztliche Leistungen, Sachmittel, Unterbringung und Verpflegung bei einem Krankenhausaufenthalt,
Transport zum nächsten Krankenhaus oder Notarzt durch einen Rettungsdienst, ärztlich angeordneter und medizinisch notwendiger Transport zum Wohnort oder dem nächstgelegenen geeigneten Krankenhaus am Wohnort, Überführung im Todesfall oder Bestattung im Ausland, üblicherweise bis zu einer Kostenhöhe von 10.000 Euro.

Versicherungsbedingungen

In die Bewertungen der Versicherungsbedingungen ging ein, wann die Anbieter einen Krankenrücktransport gewähren. Alle „sehr guten“ Tarife bezahlen den Transport aus dem Urlaubsland auch dann, wenn dieser sinnvoll und vertretbar ist - und nicht nur bei medizinischer Notwendigkeit.

Ebenso bewerteten die Tester, ob die Versicherer mit Vorerkrankungen angemessen umgehen. Das heißt: Sie zahlen nur dann nicht, wenn die Behandlung im Ausland geplant war. Einschränkungen auf akute oder unvorhersehbare Erkrankungen sollte es dagegen nicht geben.

Tipps

Passende Verträge

Nur wenn Sie länger als sechs Wochen am Stück in den Urlaub fahren, brauchen Sie einen Einzelvertrag. Ansonsten ist ein Jahresvertrag für mehrere Reisen die wesentlich günstigere Variante. Die einzelne Reise darf allerdings meist nicht länger als 42 Tage dauern. Günstige, sehr gute Jahresverträge für Familien bieten Huk24, Huk-Coburg und LVM. Sehr gute Angebote für Einzelpersonen machen auch die Barmenia und Düsseldorfer.

Ohne Selbstbehalt

Finanztest empfiehlt sehr gute und gute Tarife ohne Selbstbehalt. Denn gerade bei längeren Reisen kann es vorkommen, dass Sie wegen kleinerer Beschwerden mehrfach zum Arzt müssen. Dann ist jedes Mal eine Selbstbeteiligung fällig.

Jüngere Kunden

Günstigster Anbieter mit sehr gutem Tarif ohne Selbstbehalt ist die LVM. Der Schutz für die Beispielreise kostet dort für Menschen bis 59 Jahre zwischen 88 und 528 Euro. Immer noch gut und sehr viel günstiger ist für eine Reisedauer von 90 Tagen die Victoria mit 45 Euro. Für eine Reisedauer von 180 Tagen macht der Versicherer Europa ein gutes und mit 161 Euro auch ein günstiges Angebot. Wenn Sie gleich ein ganzes Jahr wegbleiben wollen, finden Sie bei der Würzburger für 347 Euro ein gutes und preislich akzeptables Angebot.

Ältere Kunden

Wenn Sie schon älter sind, müssen Sie einiges mehr für Ihren Schutz ausgeben. Meist verlangen die Versicherer Zuschläge ab einem Alter von 65 Jahren. Viele Gesellschaften versichern Kunden ab einem bestimmten Alter gar nicht mehr. Die LVM bietet Ihnen aber einen sehr guten Tarif ohne Selbstbehalt. Auch bietet sie einen annehmbaren Preis für alle von Finanztest untersuchten Beispielreisen. Allerdings erhalten Personen über 74 Jahre nur auf besondere Anfrage hin eine Police.

Ohne Alterseinschränkungen

Gute und preislich akzeptable Tarife für 90 Tage ganz ohne Alterseinschränkung haben die Victoria, Europa, HanseMerkur und R+V. Wenn Sie 180 Tage oder ein Jahr fortbleiben, bietet die R+V für 570 Euro oder 1 310 Euro für ein Jahr einen guten Tarif.

Der Text und die Tabelle wurden von unserem Kooperationspartner „Stiftung Warentest“ erstellt. Die vollständigen Informationen sind kostenpflichtig auch unter www.test.de abzurufen.



Bildmaterial: AP, Marcus Kaufhold, Stiftung Warentest

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