22. August 2007 Private Altersvorsorge ist vernünftige Zukunftsplanung. Vermögensberater und Versicherungsvermittler bringen deshalb sehr gern fondsgebundene Rentenversicherungen unters Volk. Der Kunde erfährt: Er genießt alle Vorteile einer privaten Rentenversicherung und darf zugleich von den Wertsteigerungen europäischer und weltweiter Kapitalmärkte profitieren.
Erstmals hat Finanztest 127 Tarife fondsgebundener Rentenversicherungen von Lebensversicherern auf Kosten, Anlagemöglichkeiten und Transparenz geprüft. Für das Prädikat sehr gut hat es bei keinem Anbieter gereicht. Nur zwölf Fondspolicen erhielten das Qualitätsurteil gut. Der überwiegende Teil war nur Mittelmaß oder schlechter.
Kombiprodukt ohne Garantie
Fondsgebundene Rentenversicherungen sind eine Kombination aus privater Rentenversicherung und Fondssparplan. Die Sparanteile des Beitrags legt der Fondsmanager in einem oder mehreren Investmentfonds an. Diese Fonds investieren vor allem in Aktien, aber auch in Anleihen oder Immobilien.
Weil aber die Wertentwicklung der Fonds nicht vorhersehbar ist, können die Anbieter die Rentenhöhe nicht garantieren. Bei guter Wertentwicklung der gewählten Fonds winken hohe Gewinne, bei schlechten Verluste. Das Anlagerisiko trägt nicht der Anbieter, sondern der Verbraucher.
Deshalb empfiehlt Finanztest diese Form der Altersvorsorge nur zahlungskräftigen Kunden. Sie können in überdurchschnittliche Fonds investieren und sie steuerfrei wechseln. Wer aber wenig verdient oder nur unregelmäßige Einnahmen hat, ist wegen der meist langen vertraglichen Zahlungspflicht mit einer fondsgebundenen Rentenversicherung schlecht bedient. Denn er weiß nicht, ob er die vereinbarten Beiträge immer aufbringen kann.
Unterschiede sind extrem
Die Unterschiede zwischen den getesteten Fondspolicen sind gewaltig. Die Tester haben zum Beispiel den Vertrag für eine 52 Jahre alte Modellkundin geprüft, die monatlich 200 Euro über 15 Jahre hinweg einzahlt. Im Blickpunkt standen die Kostenbelastung für den Kunden mit einer Gewichtung von 50 Prozent, seine Anlagemöglichkeiten (40 Prozent) und die Transparenz der vor Vertragsschluss ausgehändigten Unterlagen (10 Prozent).
Bei den Policenkosten hat Finanztest den Beitragsanteil unter die Lupe genommen, den die Gesellschaft für den Abschluss und die Vertragsverwaltung sowie für den Versicherungsschutz abzweigt. Die Kosten schwanken enorm. Am wenigsten verlangen bei einer Laufzeit von 15 Jahren die Hannoversche Leben und die Cosmos Direkt. Je höher die Kosten, desto geringer ist die Auszahlung oder die Rentenhöhe bei gleicher Fondsperformance.
Gute Fonds suchen
Starken Einfluss auf die Ertragschancen haben die Anlagemöglichkeiten. Im Test zählten deshalb die Anzahl überdurchschnittlicher und stark überdurchschnittlicher Fonds sowie die wählbaren Anlageschwerpunkte. Oft ist es den Kunden möglich, ihren Beitrag auf viele Fonds zu verteilen. Mit das breiteste Spektrum von überdurchschnittlichen Fonds können Kunden bei der Gothaer, Skandia, Universa, Vorsorge und WWK nutzen. Allerdings hat es bei diesen Lebensversicherern wegen der hohen Kosten nur zum Prädikat befriedigend gereicht. Viele Gesellschaften haben dagegen nur schwache Fonds im Angebot oder eine geringe Auswahl.
Vielleicht 200 Euro Rente
Wie hoch die Rente von Fondssparern tatsächlich ist, weiß heute noch keiner. Hier eine Beispielrechnung für die ausgezahlte Rente: Die 52jährige Modellkundin hätte mit einem Beitragssatz von 200 Euro über 15 Jahre eine Beitragssumme von 36 000 Euro angespart. Bei einer unterstellten Wertentwicklung von im Schnitt sechs Prozent im Jahr hätte die Kundin zu Rentenbeginn ein Vermögen von etwas über 50.000 Euro.
Für eine dann 67jährige Frau, die eine volldynamische Rente beziehen möchte, ergeben sich etwa 200 Euro Anfangsrente im Monat. Ein gleichaltriger Mann würde wegen seiner kürzeren Lebenserwartung ein paar Euro mehr erhalten. Volldynamische Auszahlung heißt, die Überschüsse werden dafür verwendet, die Rente peu à peu zu steigern.
Todesfallabsicherung möglich
Auch Leistungen bei Tod des Kunden in der Ansparphase können unterschiedlich vereinbart werden. Hier gibt es die Beitragsrückgewähr, wobei die Angehörigen im Todesfall des Kunden die eingezahlten Beiträge erhalten. Als zweite Variante werden im Todesfall 60 Prozent der vereinbarten Beitragssumme an die begünstigten Hinterbliebenen ausgezahlt. Von der Situation des Kunden hängt ab, welche die bessere ist. Wenn tatsächlich ein Elternteil stirbt, sind diese Leistungen für die Kinder nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Eine Rentenversicherung eignet sich deshalb nicht als Vorsorge für eine Familie.
Tipps
Basisvorsorge. Sichern Sie Ihre Grundversorgung im Alter zunächst über die gesetzliche Rente, Riester- sowie Betriebsrente und - bei Selbstständigen - über die klassische private Rentenversicherung. Erst wenn Sie das getan haben, bietet sich an, dass Sie eine Fondspolice abschließen.
Altersvorsorge. Eine fondsgebundene Rentenversicherung ist kein sicheres Standbein für die Altersvorsorge. Da die Wertentwicklung von Fonds unklar ist, sollte das hier angesparte Vermögen nicht für die Grundsicherung im Alter (Miete, täglicher Bedarf) nötig sein. Um zusätzliche Ausgaben zu decken, kann eine gute Fondspolice infrage kommen - auch aus steuerlichen Gründen.
Dauerbelastung. Wenn Sie sich für eine Fondspolice entscheiden, sollten Sie sicher sein, dass Sie den vereinbarten Beitrag auf Dauer zahlen können. Steigen Sie vorher aus, verlieren Sie Geld.
Auswahl. Suchen Sie sich einen mit gut bewerteten Tarif aus. Gute Angebote mit einer 15jährigen Laufzeit finden Sie im Testkompass. Die Bewertungen unterscheiden sich je nach Todesfallleistung. Am besten sind Angebote von Alte Leipziger, Cosmos Direkt, Europa, Hannoversche Leben und Neue Leben. Verteilen Sie Ihren Beitrag auf Fonds, die stark überdurchschnittlich oder überdurchschnittlich sind. Hier finden Sie eine Fondsbewertung zur Kontrolle. Wenn Sie sich im Unklaren über die Qualität eines Fonds sind, finden Sie hier die aktuelle Finanztest-Bewertung von 5.000 Investmentfonds.
Aktienanteil. Je jünger Sie sind, desto mehr Geld sollten Sie in Aktienfonds stecken. Achten Sie gegen Vertragsende darauf, dass Ihr Versicherer rechtzeitig Kursgewinne sichert, indem er in Renten- und Geldmarktfonds umschichtet. Oft können Sie dann auch selbst umschichten.
Auszahlungsform. Wählen Sie volldynamische Auszahlungsform. Die Überschüsse aus Ihrem Vertrag werden dazu verwendet, die Rente peu à peu zu erhöhen. Unter eine einmal erreichte Höhe kann der monatliche Rentenbetrag nicht mehr sinken. So droht Ihnen auch in Zeiten schlechter Überschüsse keine Rentenkürzung.
Berufsunfähigkeit. Bei den meisten Versicherungsgesellschaften können Sie zur Fondspolice einen kleinen Berufsunfähigkeitsschutz abschließen. Falls Sie Ihren Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können, übernimmt der Versicherer an Ihrer Stelle die Beitragszahlung für die Rentenversicherung. Diese Option ist für Sie, wenn Sie jünger sind, nicht sehr teuer und eine Überlegung wert.
Kapitalwahlrecht. Ein Kapitalwahlrecht sollte Ihnen auf jeden Fall gewährt sein. Das ist bei allen getesteten Policen der Fall. Sie können dann am Ende der Einzahlung oder kurz zuvor erklären, dass Sie statt einer Rente lieber eine Einmalzahlung oder die Übertragung der Fondsanteile in Ihr eigenes Depot wünschen.
Der Text und die Tabelle wurden von unserem Kooperationspartner Stiftung Warentest erstellt. Die vollständigen Informationen sind kostenpflichtig unter www.test.de abzurufen.
Bildmaterial: FAZ.NET
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| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 6.279,57 | -2,91 |
| TecDax | 794,35 | -3,01 |
| DowJones | 11.188,23 | -2,99 |
| Nasdaq | 2.259,04 | -3,20 |
| STOXX 50 | 3.274,82 | -2,79 |
| Nikkei 225 | 12.557,66 | -1,04 |
| S&P 500 Zert. | 12,67 | -0,47 |
| Euro/Dollar | 1,43 | +0,31 |
| Bund Future | 115,14 | +0,62 |
| Gold | 796,82 | +0,70 |
| Öl | 107,49 | +0,77 |