Als Chinese dürfen wir uns doch auf die Olympischen Spiele in Peking freunen! oder nicht? Freude und Spaß zu haben sollten auch zu Menschenrechte zählen.
ich weiss leider, dass da zwischen china und westen welten liegt. nur ein kleines beispiel, das video das Sie erwähnt haben, wird von vielen übersee-chinessen als propaganda-fälschung genannt, krass oder? gehirnwäsche hin oder her, das ist ein teil der realität die wir begegnen. wenn man aus dieser situation die welt verbessern wollen, dann muss es gut angelegte strategien her, von den PROFIS, leider! ich hoffe Sie verstehen mich. so weit ich informiert bin, sprechen die tibetische nomadenstämmen verschiedensten dialekten, um Sie zusammenzuhalten gab's früher fast nur den lamaismus, ich glaube es ist uns schon bekannt, aus was die heutige demokratie entwickelt oder? heute gehen teil von den jungen tibetern auf die schule oder zur universitäten, sie lernen chinesisch, wissenschaft, fremdsprache usw., durch die bildung verlieren sie ein teil ihre eigene identität und kultur, sind mehr aufgeweckt, werden leichter zu mobilisieren, in welcher richtung sie dann weiter gehen, mag ich nicht vermuten, ich weiss nur, damit sie sich besser schützen können, brauchen sie effektive und realistische hilfe, und zwar Jahrzehntelang und konsequent, und das alles kann mit emotionen und protesten alleine nicht geschaft werden.
Da gebe ich Ihnen Recht. Aber ist ein Transparent für Sie ein "radikales Mittel"? Wie würden Sie denn die Mittel Chinas benennen, die in Tibet angewandt werden? Menschen, die Slogans unter nicht genau abwägbaren Gefahren für ihr Leib und Leben (durch die chinesischen Behörden) aufhängen, sind radikal? ... Wie nennen Sie es dann, wenn auf den Routen von westlichen Alpinisten verzweifelte Tibeter - auch Alte, Frauen, Kinder - , die nicht annähernd witterungsadäquat ausgerüstet sind, den Weg im Hochgebirge kreuzen, die auf der Flucht aus jenem Land sind, wo angeblich Milch und Honig fliesst und diese Menschen trotzdem noch, obwohl sie vom offiziellen China sowieso zum Teufel gewunschen werden, von chinesischen Grenzern abgeschossen werden wie Hasen? (die italienischen Alpinisten haben mitgedreht: Wahrlich kein schönes Videodokument!) Das ist dann nicht radikal? Ev. gar ein Schritt zur "Harmonisierung des Denkens"?! Solange China nicht den Hauch eines Mitgefühls anderen Menschen und Kulturen; ja nicht einmal den eigenen Bürgern, gegenüber aufbringen kann, ist es nur grotesk vor dem Westen auch noch beleidigte Leberwurst spielen zu wollen.
Was ich für konstruktiv finde ist z.B. viel mehr austausch auf verschiedenen ebenen zwischen den völkern zu bringen, erst wenn man mehr und mehr miteinander kommuniziert, versteht man besser und akzeptiert auch ideen der anderen leichter, aber dieser vorgang dauert und bekommt immer wieder mal rückschläge, trotzdem nähern die völkern immer mehr, da bin ich sicher. eins sollten wir uns klar sein, es geht nicht nur um die tibetern. bei den kann ich auch nur raten, jegliche BILDUNGSCHANCEN zu nutzen. ich will kein vortrag halten, die sachen sind auch viel zu ernst um ganz angenehm vor heimischen bildschirm zu fantasieren, aber man sollte auf realisierbare weise den leuten dort helfen, alle radikale mittel macht die sachen nur noch schlimmer.
Also schon wieder ein Mißverständnis: Ich wollte überhaupt nicht ironisch sein. Nein, was ich sage, meine ich normalerweise ganz ernst. Außerdem ist Ironie, sollte sie doch irgendwo mal aufkommen, nicht unbedingt etwas Schlechtes, solange sie die Situation entschärft, und nicht verschärft. Aber wie dem auch sei, so einfach ist das Verständnis zwischen Chinesen und Deutschen halt nicht.
Sehr geehrter Herr Stefan Man, wenn ich für die geschichtliche Entwicklung Chinas Beispiele aus der europäischen Vergangenheit heranziehe, dient dies ausschließlich dazu, Europa die Ehre zu geben, sich mit der Geschichte Chinas vergleichen zu lassen. Gewisse Parallelen lassen sich da aber neuerdings durchaus finden: Auch Europa hat eine lange Kultur … eine wesentlich unbeständigere als China, das gebe ich zu, und auch eine vielleicht nicht so „uralte“. Tatsache ist allerdings, dass die heutige Regierung in China sich „kommunistisch“ nennt. Der Kommunismus, lieber Herr Man, ist aber eine eindeutig dem westlichen Kulturkreis entsprungene Ideologie (ähnlich dem Sozialdarwinismus, sprich Rassenideologie auf „naturwissenschaftlicher“ Basis). Im Westen kennen wir diesen Unfug nun schon lange und haben uns von diesen Schlächtern unserer Kinder, die sich „Weltverbesserer“ nennen getrennt. Vielleicht kann ja auch das Volk Chinas nicht nur (traditionell westlichen) Schlips und Anzug tragen, wenn’s feierlich wird, sondern auch aus den Fehlern des Westens lernen? Mit freundlichen Grüßen Sönke Peters
ich habe in meinem vorherigen beitrag schon sehr deutlich erklärt, was ich bei Ihren aussage für unpassend finde, nämlich Ihre oberflächliche ironie, punkte.
Eine Studie hat jüngst offenbart, dass deutsche Schüler gar nicht mehr wissen, wer die Berliner Mauer gebaut hat; Umfragen zeigen, dass viele Ostdeutsche die DDR für ein "soziales Schlaraffenland" halten; die DDR wird auf Biegen und Brechen schöngeredet bzw. verharmlost, und im Osten ist die SED-Nachfolgepartei inzwischen stärkste politische Kraft. Knapp zwanzig Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer lässt sich einiges mit Sicherheit sagen: dass nämlich die Aufarbeitung der zweiten Diktatur auf deutschem Boden ein totaler Fehlschlag ist. Und, regt sich irgendjemand in Deutschland sonderlich darüber auf? Wohl kaum. Stattdessen ereifert man sich hierzulande über die chinesische Internetzensur! Dabei ist China schon heute viel freier und toleranter, als das hierzulande hochgepriesene "Sozialschlaraffenland DDR" es je gewesen ist. Die Deutschen sollten lieber vor ihrer eigenen Haustür kehren, denn ihr Umgang mit ihrer jüngsten Geschichte stinkt zum Himmel!
Freiheitsrechte in China? Das Recht zu investieren ist sicher kein so wichtiges Freiheitsrecht wie das Recht auf freie Meinungsäußerung. Das wird den Chinesen immernoch zum großen Teil vorenthalten. Leider. Und den Ausländern in China auch. Oder denken Sie, Ausländer in China könnten wegen falscher Berichterstattung in chinesischen Medien demonstrieren? Wenn es einmal so ein Beispiel gab, dann zeigen Sie mir bitte die Medienberichte (ich lese auch gerne Chinesisch). Chinesen demonstrierten in Deutschland im Frühjahr überall gegen die zugegebenermaßen schlechte Berichterstattung über Tibet. Und was die Freiheit zu investieren anbetrifft: Ich warte nur darauf, daß China anfängt, während irgendeiner Krise, sei es innen- oder außenpolitisch, zwangszuverstaatlichen, d.h. den ausländischen Investoren ihr Geld wegzunehmen.
Sehr geehrter Herr Lei, warum verteufeln sie „den Westen“ mit so unglaublichen Lügen? Sie setzen z. B. den drohenden (noch gar nicht beschlossenen) Parteiausschluss Clements damit gleich, dass er ins Gefängnis gesperrt wird. Sie reden von „Zensur“ und meinen, dass es das gleiche ist, in Deutschland eine Internet-Site zu verbieten, die den Massenmord in Auschwitz verherrlicht, sowie in China die Site der BBC zu verbieten? Meinen Sie, die disziplinarische Behandlung von Beamten, die freiheitlich-demokratische Gesetzte mit den Füßen getreten haben und versetzt worden sind, ist mit chinesischen Foltergefängnissen (neben denen sich Guantanamo geradezu als Hort der Gerechtigkeit und Erholungsheim ausmacht) gleich? Ach, nun auch noch Siemens und der Bestechungsfall, ja? Was glauben Sie eigentlich, warum Siemens in Afrika neuerdings keine Geschäfte mehr macht aber Ihre chinesischen Freunde? Ich möchte wohl vermuten (nein, ich weiß es!!), dass es daran liegt, dass chinesische Firmen dort fröhlich Bakschisch an brutale Despoten verteilen, um das zu kriegen, was sie wollen! Bitte, streuen sie nicht Sand in die Augen, die dafür offen sind. Mit freundlichen Grüßen Sönke Peters
Sie schreiben: ... nix mehr was konstruktives bringen könnten." Was wäre für sie denn konstruktiv? Die Situation: Tibet ist von der Außenwelt noch immer abgeschnitten. Man vermutet Schlimmes, wenn von KP-Seite von "patriotischen Erziehungsmaßnahmen" gesprochen wird und "das Denken vereinheitlicht werden soll." Was geschieht dort gerade mit protestierenden Tibetern, werden sie ins Gefängnis geworfen oder verschwinden gar einfach? Kein Journalist (außer von chin. Staatsmedien) hat Zutritt! Die bisherigen Gespräche zwischen der chin. Regierung und den Tibetern waren bisher ergebnislos und von den Tibetern als enttäuschend bezeichnet worden. Gleichzeitig wird das Oberhaupt der Tibeter weiterhin von KP-Verantwortlichen aufs Übelste beschimpft und beschuldigt. Mal ehrlich, WIE soll man denn nun für Tibet etwas erreichen können? Ich finde die Aktion der vier Studenten prima. Es liegt nun an der Regierung und deren Propaganda, daß diese Protestaktion( und auch alle weiteren) so von der chinesischen Bevölkerung verstanden werden kann, wie es von den Studenten gedacht ist.
ich finde es fragwuerdig staendig vergleiche zur zukuenftigen entwicklung chinas, in den dunklen kapiteln der deutschen geschichte zu suchen. Die 2008 beijinger spiele mit den 36 spielen zu vergleichen ist auch sehr schwach, wie schon oft passiert. Das wuerde die eigenen fehler der geschichte instrumentalisieren, um fuer die eigene zwecke die china debatte zu fundieren, was nicht moeglich ist. es waere angebracht das thema weniger emotiongeladen anzugehen. danke
Meyer hat Recht. Chinesen in Deutschland geniessen Freiheitsrechte, doch missbrauchen diese nciht, verteufeln Deutschland nicht, sondern bewundern dieses Land und respektieren seine Menschen, lernen von ihnen. Und was haben einige Ausländer in China gemacht? Als Gast in China kommen, um gegen den Gastgeber zu protestieren, ist das in Ordnung für den normalen Menschenverstand? Übrigens, Ausländer haben in China natürlich wie Chinesen Freiheitsrechte, und viele investieren in China, und verdienen das Geld, auch deutsche Unternehmen, die profitieren natürlich von der Wirtschaftsentwicklung in China. Glauben Sie, die deutschen Unternehmen bringen das Geld nach China, und geben den Chinesen? Gegenseitige Abhängigkeit ist die Antwort, sei mal bitte ehrlich!
Ich versuch es ja die ganze Zeit. Und viele meiner chinesichen Freunde, wenn sie halbwegs vernünftig sind und lange genug in Deutschland gelebt haben, stimmen mir ja auch in vielen Punkten zu. Ich kann aber nicht verstehen, wenn irgendjemand einfach alles Westliche und Demokratische ablehnt, nur weil hier ständig China kritisiert wird. Das ist nur ein "mianzi"-Problem, nichtsdestotrotz ist Rechtsstaatlichkeit sicherlich besser, als was zur Zeit in China herrscht. Die Taiwaner machens vor, sind auch Chinesen, haben aber einen Rechtsstaat (bis auf Kleinigkeiten).
Zweifelsohne hat China Probleme, die nicht zu verharmlosen sind. Nur die beispielslose Schwarzmalung und gar Verteuflung Chinas, die auch mit beispielsloser Leidenschaft hierzulande getrieben worden ist in letzter Zeit verstehe ich nicht. Die Zensur in China ist zu bekämpfen, doch hier wird auch viellerorts zensiert, in einer anderer nichtstaatlichen Weise nur: wegen Judenvergleichs wird Faruk Sen des Amts enthoben, aufgrund der Kritik gegen eine Parteifreundin wurde Clemens aus der Partei ausgeschlossen, kurz nach einer kritischen Äusserung am Schulsystem ist eine Lehrerin in Bayern straflich versetzt, und so weit, die Liste kann sich noch fortsetzen. Sind diese nicht Massnahmen, um Mundtod zu schaffen? Ausserdem Doping, unter den Sportler hier sowieso, nicht nur bei Menschen sogar schon bei Rennpferden. Korruption auch auf der Tagesordnung, um nur mal Sienems und Steuerhinterziehungskonto in Liechtenstein zu nennen. Eigentlich genug Spielraum für Eigenbeschäftigung. Warum lass nicht die Chinesen in Ruhe? Warum dieses Klagelied gegen China?Meint man ernst, den Chinesen bei Lösung ihrer Probleme helfen zu können, während hier sich jede Menge unschöne Sachen sich häufen?