04. August 2008 Die Berichterstatter der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und des Online-Dienstes FAZ.NET von den Olympischen Spielen in Peking können wieder über das Internet auf ihr Redaktionssystem zugreifen. Nach massivem Protest haben die chinesischen Behörden die Blockade des freien Datenaustauschs mit der Frankfurter Zentralredaktion nach vier Tagen aufgehoben.
Chinesische Internettechniker im Pekinger Pressezentrum bestätigten am Wochenende indirekt, dass es sich um eine gezielte chinesische Aktion gegen die F.A.Z. gehandelt habe. Nach Übermittlung der Serverdaten am Samstag an die chinesischen Internetexperten waren die Verbindungen zwei Tage später uneingeschränkt zugänglich. Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass zunächst die Genehmigung zur Freigabe bei der vorgesetzten Behörde hatte eingeholt werden müssen, bevor der freie Zugang am Montagmorgen ermöglicht wurde.
Der Datenaustausch geschieht üblicherweise durch ein sogenanntes Virtual Private Network. Solch eine Verbindung baut einen Tunnel durch das Internet und ermöglicht damit den geschützten Zugriff der Reporter auf das Redaktionssystem, das Archiv und den E-Mail-Dienst.
Medien sind während der Olympischen Spiele auch weiteren Einschränkungen bei der Berichterstattung ausgesetzt. So gab es kurz vor dem Großereignis Streit über die Internetzugänge der Journalisten, die auch der chinesischen Zensur unterworfen sind. Auch dass im Deutschen Haus internationale Zeitungen nur verspätet erhältlich sein sollen, stieß auf Kritik. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) nannte dieses Vorgehen in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung inakzeptabel. (Siehe auch: Protest gegen Pekings Zensur: Pure Angstmache und Schikane)
Text: FAZ.NET mit hor./F.A.Z.
Bildmaterial: ddp