Handball-WM

Gastgeber Kroatien und Frankreich spielen um den Titel

In den Arm genommen: Nikola Karabatic in der Umklammerung von Jasper Jensen

In den Arm genommen: Nikola Karabatic in der Umklammerung von Jasper Jensen

30. Januar 2009 Gipfeltreffen im Finale der Handball-WM: Mit dem erwarteten Endspiel zwischen Gastgeber Kroatien und Olympiasieger Frankreich steuert das Turnier am Sonntag auf seinen Höhepunkt zu. Die Kroaten besiegten in ihrem Halbfinale am Freitagabend in Zagreb den WM-Zweiten Polen mit 29:23 (14:13).

In der vom Magdeburger Schiedsrichter-Duo Frank Lemme/Bernd Ullrich geleiteten Partie warf vor 15.000 Zuschauern in der ausverkauften Arena Zagreb Ivan Cupic (12/5) die meisten Tore für Kroatien. Mariusz Jurasik (6) traf am besten für Polen. Frankreich zog durch ein ungefährdetes 27:22 (16:11) gegen den teilweise hilflosen Europameister Dänemark zum ersten Mal seit acht Jahren wieder in ein WM-Finale ein. Bei der Heim-WM 2001 hatte die Mannschaft von Trainer Claude Onesta den zweiten Titel nach 1995 gewonnen.

Vor 12.000 Zuschauern in der ausverkauften Spaladium Arena von Split warfen Luc Abalo (7) für Frankreich und Klaus Bruun Jörgensen (5) für Dänemark die meisten Tore. Abalo sah in der 54. Minute wegen Unsportlichkeit die Rote Karte. Während Kroatien und Frankreich am Sonntag (17.30 Uhr / Live bei RTL und bei Handball-WM-Live) den Nachfolger von Deutschland als Titelträger ausspielen, geht es für die unterlegenen Teams Dänemark und Polen ab 15.00 Uhr im „kleinen Finale“ um den dritten Platz.

Schon Stunden vor dem Halbfinale war Zagreb im Handball-Fieber. In der Stadt wurden die Landesfahnen geschwenkt, die traditionellen rot- weiß karierten Trikots bestimmten das Stadtbild. Von der stimmungsvollen Kulisse in der Halle beflügelt, aber zunächst ohne ihren angeschlagenen Star Ivano Balic, startete der Gastgeber mit 8:4 (14.). Er kam, als das kroatische Angriffsspiel stockte, konnte aber auch keine Impulse setzen und wurde beim 13:13 (29.) wieder ausgetauscht. Erst nach der Pause drehte der EM-Zweite auf und zog auf 25:16 (47.) vorentscheidend davon.

Die Franzosen feierten sich nach vollbrachtem Werk mit blau-rot- weißen Kronen aus Luftballons. Nur rund eine Viertelstunde benötigte der Olympiasieger, um die Dänen beim 9:7 (17.) mit zwei Toren auf Distanz zu bringen. Mit einem Zwischenspurt setzten sich die Mannen um den Kieler Rückraum-Star Nikola Karabatic von 11:9 (25.) auf 15:9 (29.) ab. Nach der Pause dann erhöhte Frankreich auf 18:11 (36.) durch Abalo, der in der 54. Minute vom Feld gestellt wurde, nachdem er vom Siebenmeter-Punkt den dänischen Schlussmann Niklas Landin mit einem Kopftreffer ausknockte.

Aus und vorbei: Anders Eggert Jensen nach dem Spiel
Aus und vorbei: Anders Eggert Jensen nach dem Spiel

Dänemark - Frankreich 22:27 (11:16)
Dänemark: Hvidt - Mogensen 2, Boesen, Jörgensen, Jensen 1, Christiansen 2, Bruun Jörgensen 5, Eggert Jensen 3/1, Landin Jacobsen, Spellerberg, Knudsen 4, Hansen 4, Lindberg, Nielsen 1
Frankreich: Omeyer - Fernandez 2, Guillaume Gille 5, Narcisse 3, Karabatic 2, Kempe 2, Junillon, Abati 1/1, Abalo 7, Sorhaindo 1, Guigou 4
Schiedsrichter: Gusko/Repkin (Weißrussland)
Zuschauer: 11.000
Strafminuten: - / 4
Disqualifikation: - / Abalo (56.)



Kroatien - Polen 29:23 (14:13)
Kroatien:
Losert, Alilovic - Hrvatin 1, Balic 2, Duvnjak 4, Lackovic 2, Kopljar, Vori 3, Gojun, Horvat, Spoljaric, Metlicic 5, Tonci Valcic, Cupic 12
Polen: Szmal, Malcher - Jaszka, Krzysztof Lijewski, Kuchczynski, Bielecki 1, Siodmiak 3, Wleklak, Bartosz Jurecki 3, Jurasik 6, Michal Jurecki 2, Tluczynski 4, Marcin Lijewski 4, Glinski
Schiedsrichter: Lemme/Ullrich (Magdeburg)
Zuschauer: 15.000 (ausverkauft)
Strafminuten: 6 / 8
Disqualifikation: - / -



Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: dpa, REUTERS

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