30. Januar 2009 Nach einer ausgelassenen Abschlussfeier und dem fünften Platz bei der WM in Kroatien wollen die deutschen Handballer weiter an der Rückkehr in die Weltspitze arbeiten. Wir müssen uns weiter entwickeln, um dahin zu kommen, wo wir hinwollen. Und das ist ganz nach oben, sagte Bundestrainer Heiner Brand nach dem 28:25-Erfolg im Platzierungsspiel in Zagreb gegen Ungarn (siehe: 28:25 gegen Ungarn: Deutschland beendet WM auf Platz fünf).
Nach neun nervenaufreibenden Begegnungen in 13 Tagen, fünf Siegen, zwei Unentschieden und zwei Niederlagen feierten die Spieler des Deutschen Handball-Bundes (DHB) den versöhnlichen WM-Abschied in der kroatischen Hauptstadt, bevor es am Freitagmorgen mit dem Flieger nach Frankfurt/Main und München ging. Die Party hat sich die Mannschaft verdient. Sie hat immer die richtige Einstellung bewiesen, meinte Brand vor der von Pascal Hens organisierten Fete.
Schlechte Karten für Fritz und Kehrmann

Trotz seiner Verletzung trug Pascal Hens zum Gelingen des letzten deutschen Turniertags bei: er organisierte die Party
Der Bundestrainer beschäftigte sich aber schon mit der Zukunft des deutschen Handballs. Von der Altersstruktur könne der WM-Kader auch 2012 bei den Olympischen Spielen in London noch spielen, so Brand. Der Hamburger Linksaußen Torsten Jansen ist mit 32 Jahren der Oldie im Team des entthronten Weltmeisters. Trotzdem wird Brand den Konkurrenzkampf weiter anheizen und immer wieder jüngeren Spielern eine Chance geben.
Er nannte die Rückraumspieler Andreas Rojewski (23/Magdeburg), Kreisläufer Manuel Späth (23/Göppingen) sowie die Linksaußen Uwe Gensheimer (22/Rhein-Neckar Löwen) und Yves Grafenhorst (24/Magdeburg) als Alternativen. WM-Held Henning Fritz und Weltmeister Florian Kehrmann scheinen hingegen schlechte Karten für ein Comeback zu besitzen. Mit Kehrmann werde er im Sommer ein weiteres Gespräch führen, Fritz müsse sich über die Bundesliga empfehlen, sagte Brand und fügte an: Das wird nicht einfach, wenn man die Leistung der Torhüter bei der WM sieht.
Im März geht es in die EM-Qualifikation
Aber nicht nur die Torhüterleistungen stimmten in Kroatien. Nach anfänglichen Problemen steigerte sich Martin Strobel als Ersatz von Spielmacher Michael Kraus von Spiel zu Spiel. Am Ende löste der Jahre alte Lemgoer die Aufgabe souverän. Auch Michael Müller aus Großwallstadt überzeugte im rechten Rückraum bei seinem ersten großen Turnier. Wir haben einige talentierte Spieler in Deutschland. Sie müssen ihre Spielanteile bekommen, dann habe ich vor der Zukunft keine Angst, meinte der beste deutsche WM-Torschütze Holger Glandorf (43 Treffer, siehe: Handball-WM-Statistik: Keiner traf wie Glandorf).
Auch Torhüter Johannes Bitter blickt optimistisch in die Zukunft: Wenn die Einstellung stimmt, ist bei den kommenden Turnieren mit uns zu rechnen. Für die Europameisterschaft 2010 in Österreich geht es bereits im März mit der Qualifikation weiter. Heiner Brand fordert weitere Verbesserungen seines Teams. Das Angriffsspiel müsse flexibler werden, auch in der individuellen Stärke der einzelnen Leute sei das Ende noch nicht erreicht, so Brand.
Text: FAZ.NET mit sid
Bildmaterial: AP, dpa