29. Januar 2009 Erhobenen Hauptes und mit einer konzentrierten Leistung haben sich die deutschen Handballer von der Weltmeisterschaft in Kroatien verabschiedet. Im Spiel um Platz fünf gegen Ungarn setzte sich der entthronte Weltmeister 28:25 (16:13) durch feierte damit einen versöhnlichen Abschluss von dem Turnier.
Bester Torschütze in Zagreb war zum Abschluss Lars Kaufmann mit acht Treffern. Im gesamten Turnierverlauf erzielte Holger Glandorf die meisten deutschen Tore (43). Mit dem fünften Platz kann ich sehr gut leben. So langsam geht auch die Enttäuschung über das verpasste Halbfinale weg, sagte Brand und machte seinem Team ein Kompliment, dass sie sich im letzten Spiel noch mal so zusammengerissen haben. Das war hervorragend.
Von einem vernünftigen Abschluss sprach auch Kaufmann, der zudem die Ehrung als bester Spieler der Partie entgegennahm. Echten Wert hat der fünfte Sieg im neunten WM-Spiel für die Mannschaft von Bundestrainer Heiner Brand allerdings nicht, da sich nur der Titelträger für die nächste Weltmeisterschaft 2011 in Schweden direkt qualifiziert.
Rückflug am Freitag
Nach dem um ganze sechs Sekunden verpassten Halbfinal-Einzug (siehe: 25:27 gegen Dänemark: Gegen den Europameister gescheitert) hatte Brand aber zwei Jahre nach dem WM-Sieg im eigenen Land ohnehin schon ein positives Fazit der Leistung seines neu formierten Teams gezogen: Insgesamt bin ich stolz auf die Mannschaft. Nur wenige haben dieser Truppe die Leistung zugetraut.
Die Entscheidung in Kroatien wird die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) nun nur aus der Ferne erleben, da die Rückflüge bereits für Freitagmorgen gebucht sind. Schon gegen Ungarn nicht mehr dabei waren neben den bereits abgereisten Christian Sprenger (Innenbandriss im Knie) und Kapitän Michael Kraus (Außenbandriss im Sprunggelenk) auch Pascal Hens wegen einer Oberschenkelverhärtung sowie Kreisläufer Sebastian Preiß, der mit Grippe das Bett hütete.
Diesmal kein Bruch im Spiel
Auf der Hens-Position im halblinken Rückraum zeigte Kaufmann seine ganze Wurfgewalt und erzielte schon in der ersten Hälfte sieben Tore. Man sieht, dass es Spaß macht, auch wenn es natürlich nicht ganz so einfach war, sich noch mal zu motivieren, sagte Hens als Zuschauer auf der mit nur knapp 2000 Zuschauern spärlich gefüllten Tribüne.
Gegen die glücklosen Torhüter der Ungarn mit dem Gummersbacher Nandor Fazekas steigerten aber auch die anderen Deutschen ihre Trefferquote. So war der Vorsprung nach 20 Minuten erstmals auf fünf Tore angewachsen (12:7). Anders als in den vorangegangenen WM-Spielen blieb der Bruch im deutschen Spiel diesmal aus. Auch die vielen Wechsel, mit denen Heiner Brand allen Spielern noch einmal Einsatzzeit verschaffte, brachten sein Team nicht aus dem Konzept.
Heinevetter überzeugt abermals
Zudem zeigte der im zweiten Durchgang für Carsten Lichtlein eingewechselte Silvio Heinevetter aus Magdeburg erneut eine starke Leistung und glänzte mit zahlreichen Paraden. Als der Vorsprung in der 42. Minute beim Stand von 23:16 erstmals auf sieben Tore angewachsen war, hatten die Ungarn in einer weitgehend fairen Begegnung nicht mehr viel entgegenzusetzen.
Erst die Umstellung auf eine etwas offensivere Abwehr eine knappe Viertelstunde vor dem Ende brachte den deutschen Angriff kurzzeitig noch mal in Schrierigkeiten. Ohnehin war das Erreichen den Plazierungsspiel für die Mannschaft um Rückraumstar Laszlo Nagy schon ein Erfolg. 2008 hatten sie die Qualifikation für die EM in Norwegen und Olympia in Peking verpasst.

Ungarn - Deutschland 25:28 (13:16)
Ungarn: Puljezevic, Fazekas - Ilyes 4, Csaszar 4/1, Mocsai 3, Gal 2, Gergö Ivancsik 2, Tamas Ivancsik 3, Harsanyi, Putics, Törö 1/1, Nagy 5, Herbert, Zubai 1
Deutschland: Lichtlein (TBV Lemgo), Heinevetter (SC Magdeburg) - Roggisch (Rhein-Neckar Löwen), Klein (THW Kiel) 2, Müller (TV Großwallstadt) 3, Strobel (TBV Lemgo) 2, Tiedtke (TV Großwallstadt) 6, Glandorf (HSG Nordhorn) 3, Christophersen (HSG Wetzlar), Jansen (HSV Hamburg) 3, Schöne (FA Göppingen) 1, Kaufmann (TBV Lemgo) 8, Schröder (HSV Hamburg)
Schiedsrichter: Baum/Goralczyk (Polen)
Zuschauer: 3000
Strafminuten: - / 4
Text: FAZ:NET mit sid
Bildmaterial: AFP, AP, dpa, REUTERS