15. Februar 2008 Marie war 2007 das neunte Jahr in Folge der beliebteste Mädchenname in Deutschland. Leon behauptete bei den Jungenvornamen wie schon im Vorjahr seine Spitzenposition. Seit dem Jahr 2000 halten sich Sophie/Sofie, Maria und Anna/Anne auf den Plätzen zwei, drei und vier, wie die die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Bei den Jungennamen wechseln sich seither Leon, Maximilian und Alexander mit Paul und Lukas/Lucas auf den vier vorderen Rängen ab. 2007 kam Maximilian auf Platz zwei und Alexander auf Platz drei.
Die klassischen Vornamen behaupten wie schon seit Jahren ihre Stellung, sagte Gerhard Müller von der GfdS. Es zeige sich, dass sich die angeblich rege Vornamenmode nur sehr langsam wandele. Die Namensliste 2007 der GfdS beruht auf den Daten von 175 repräsentativ ausgewählten Standesämtern in Deutschland.
Insgesamt erfasste die Sprachgesellschaft, die seit 30 Jahren die beliebtesten Vornamen veröffentlicht, im Vorjahr 5500 unterschiedliche Mädchen- und 5400 Jugendnamen. Mehr als die Hälfte davon komme jedoch nur ein Mal vor, so Müller. Rund 20 Namen erscheinen auf den Auswertungslisten mehr als 1000 Mal. Angesichts dieser Breite ist es nicht verwunderlich, dass der Anteil der Spitzenreiter bei den Mädchen insgesamt nur rund drei Prozent und bei den Jungen nur zwei Prozent an der Gesamtmenge ausmacht. Bei den Namen für den weiblichen Nachwuchs seien die Eltern mutiger als bei den Jungen, wo oft Traditionen fortgesetzt und Namen von Vater oder Großvater genommen würden, sagte Sprachexperte Müller.
Regional beliebt: Magdalene und Malte
In der Beliebtheitsskala auf dem Vormarsch sind Amelie, Emma, Clara, Helene und Luise/Louise sowie Ben, Jakob, Luis/Louis und Noah. Interessant ist auch, dass Mia einen Satz von Platz 19 auf 12 machte. Der Grund ist wahrscheinlich die gleichnamige Rockband, denn sonst spielt der Name kaum eine Rolle, erläuterte Müller. Der Berliner Eisbär Knut hingegen hatte dem Forscher zufolge keinen Einfluss auf die Namensvergabe. Anders als vermutet sei er auch im vergangenen Jahr nur sehr selten bei den Standesämtern aufgetaucht und dann in der Regel als Zweit- oder Drittname. Es gibt Namen, die sind und bleiben out, so seine Einschätzung.
Regional gibt es nach wie vor Unterschiede bei der Namensgebung. Eltern in Bad Tölz heben sich zum Teil deutlich von den deutschlandweiten Trends ab. Der beliebteste Name war dort 2007 Maximilian. Großen Zuspruch im Vergleich zu nördlicheren Landstrichen finden auch Benedikt, Thomas, Simon und Sebastian. Bei den Mädchennamen sind neben Maria auch Magdalena und Katharina gefragt. In Flensburg heißen die Kinder oftmals Morte, Malte, Ole oder Jette. In Berlin wiederum steht der Vorname Paul ganz oben, der Müller zufolge vor allem im früheren Ostteil sehr beliebt ist. Überdurchschnittlich oft heißen in der Hauptstadt die Mädchen Mia.
Die beliebtesten Mädchennamen: (in Klammern die jeweilige Position des Jahres 2006)
1. Marie (1)
2. Sophie/Sofie (2)
3. Maria (3)
4. Anna/Anne (4)
5. Leonie (5)
6. Lena (6)
7. Johanna (8)
8. Charlotte (12)
9. Hannah/Hanna (18)
10. Sophia/Sofia (17)
Die beliebtesten Jungennamen:
1. Leon (1)
2. Maximilian (2)
3. Alexander (3)
4. Paul (5)
5. Luca (6)
6. Lukas/Lucas (4)
7. Felix (8)
8. Elias (10)
9. David (9)
10. Jonas (11)
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: FAZ.NET, picture-alliance/ ZB
Empörung über den Aufbau West: Merkel warnt vor Neid-Debatte
Dietmar Daths Abschaffung der Arten im Deutschen Theater