10. September 2008 In Leipzig gab es vergangene Woche die Games Convention: lauter Computer- und Konsolenspiele auf einem Fleck. Drei Trends hat die Show gezeigt: Onlinespiele werden wichtiger. Nintendo DS gewinnt immer mehr Freunde. Und Musikspiele mit originellen Eingabegeräten wie Gitarren und Schlagzeug sind der Renner.
Alle warten auf die zweite Ausbaustufe für das Online-Abenteuer World of WarCraft, das weltweit zehn Millionen aktive Spieler hat. "Wrath of the Lich King" führt in den eisigen Kontinent Nordend, der ungefähr genauso groß ist wie die Scherbenwelt der ersten Erweiterung "The Burning Crusade".
Sie erhöht die maximal erreichbare Stufe von 70 auf 80 und lässt den Spieler den Beruf Inschriftenkunde erlernen, um magische Rollen zu erstellen. Vor allem wird der Todesritter eingeführt. Jeder Spieler, der mindestens einen hochleveligen Charakter hat, darf die neue Heldenklasse steuern. Entwickler Blizzard hat versprochen, den Lichkönig noch 2008 zu veröffentlichen. Onlinespiele wie "World of WarCraft" werden ständig weiterentwickelt. Daher ist neben dem Kaufpreis eine monatliche Abo-Gebühr zwischen 10 und 15 Euro üblich.
Neu aus Asien: Kostenlose Spiele
Aus Asien kommt aber eine neue Idee: Die Spiele sind kostenlos; zu zahlen ist allein für Extras wie exotische Kleidungsstücke oder seltene Reittiere für die Spielfigur. Die Münchner Burda:ic GmbH bietet solche Spiele auf der Website www.alaplaya.de an. Der neueste Titel, der sich gerade in einer für jedermann zugänglichen Testphase befindet, ist "Florensia". Sein Anime-Stil erinnert an den Klassiker "Ragnarok". Geboten wird das übliche Programm: friedliche Städtchen, Höhlensysteme mit starken Gegnern, Aufgaben für Solisten und für Gruppen. Originell sind Wasserschlachten: Jeder Spieler kann mit einem Schiff in See stechen, um sich mit anderen zu duellieren. Später sollen sogar Städte belagert werden können: Wie bei Onlinespielen üblich, werden neue Inhalte nach und nach ins laufende Spiel eingebracht.
Auch für Einzelspieler gedacht ist der zweite Teil von "Sacred 2", mit zwei Millionen Verkäufen eines der erfolgreichsten deutschen Spiele. Rund 100 Leute umfasste das Mammut-Team von Ascaron - Programmierer, Graphiker, Modellierer, Weltengestalter, Komponisten. "Sacred 2" ist zeitlich weit vor dem ersten Teil angesiedelt. In dem Rollenspiel steuert der Spieler einen von sechs Charakteren wie Schattenkrieger oder Hochelfe. Die PC-Version ist für den 2. Oktober angekündigt, wahlweise in einer Collector's Edition mit Soundtrack, Hörspiel, Artwork-Buch und Weltkarte. Im Gegensatz zum Vorgänger gibt es eine Konsolenumsetzung; vier Wochen später sollen die Versionen für Xbox 360 und PlayStation 3 erscheinen.
Neue Folge der Anno-Serie
Eine der überraschendsten Ankündigungen auf der Show in Leipzig war ein neuer Teil der erfolgreichen Anno-Serie. "Anno 1401", wiederum eine Mischung aus Aufbau- und Handelssimulation, führt diesmal in den Orient. Weniger ist hier mehr: Die Entwickler von Related Designs konzentrieren sich auf nur zwei Kulturen, den Orient und das Abendland, die dafür besonders detailreich dargestellt werden. Der vierte Teil der Anno-Reihe soll im Frühjahr für den PC erscheinen.
Gemeinsam spielen und Welten erstellen ist das Credo von "Little Big Planet", das im Oktober für die PlayStation 3 erscheinen soll. Im Mittelpunkt stehen witzige Männchen, die Sackboys, die in zahlreichen Levels an allerlei Fallen vorbei zu navigieren sind. Reizvoll daran ist, dass sich die Aufgaben nicht nur gemeinsam über das Internet meistern lassen. Es können auch neue Welten erstellt und anderen Spielern zum Download angeboten werden. Vieles ist möglich - vom Jump'n'Run bis zum Autorennen lassen sich viele Ideen umsetzen.
Ausgezeichnet: Das Spiel Spore
Den alljährlich ausgelobten Preis für das beste auf der GC gezeigte Spiel bekam "Spore". An dieser Lebenssimulation bastelt Will Wright, der Erfinder von "SimCity" und "Die Sims", schon seit Jahren. In fünf recht unterschiedlichen Phasen lässt sich die Entwicklung des Lebens auf der Erde nachspielen. Zunächst steuert der Spieler in 2D-Perspektive einfache Mikro-organismen, die andere fressen und sich vor Räubern vorsehen müssen. In der nächsten Phase werden komplexe Kreaturen in einer 3D-Welt bewegt. In der Stammphase gilt es, die Obhut über eine ganze Gruppe von Urmenschen zu behalten.
Die Zivilisationsphase erinnert an Echtzeitstrategiespiele. Ziel ist der Bau eines Raumschiffs, das den letzten Abschnitt startet. Er ermöglicht das Reisen durch das All, das Besiedeln von Planeten und das Erobern anderer Zivilisationen. Über das Internet lassen sich Lebewesen und Gegenstände mit anderen Spielern austauschen. Ob bei der komplexen Simulation nicht der Spielspaß vergessen wurde, zeigt sich ab dem 9. September - dann erscheint "Spore" für PC, Mac sowie in einfachen Fassungen für Nintendo DS und Handys.
Text: F.A.S.
Bildmaterial: picture-alliance/ dpa
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