
Drei der vierzehn Millionen Solarienbenutzer haben im Alter von 10 bis 17 Jahren mit dem künstlichen Bräunen begonnen.
19. Juni 2009 Für Jugendliche soll der Besuch in Sonnenstudios künftig verboten sein. Der Bundestag beschloss am Freitag mit der Mehrheit von Koalition, Grünen und Linken, dass unter 18-Jährige keine Solarien mehr nutzen dürfen, weil das Risiko von Hautkrebs bei einem regelmäßigen Besuch durch die künstliche UV-Strahlung erheblich steigt. Das Strahlenschutzgesetz, in dem das Verbot geregelt ist, gehört zu mehreren Umweltgesetzen, die von dem gescheiterten Umweltgesetzbuch übrig geblieben sind. Der Bundesrat muss noch abschließend entscheiden.
Wer unter 30 Jahren beginnt, regelmäßig auf die Sonnenbank zu gehen, erhöht sein Risiko der gesamten Lebenszeit für Hautkrebs um 75 Prozent, schätzt die Deutsche Krebshilfe. Pro Jahr erkranken in Deutschland nach Angaben der Krebshilfe mehr als 140.000 Menschen an Hautkrebs, darunter rund 22.000 an dem gefährlichen Schwarzen Hautkrebs, dem malignen Melanom. Etwa 3000 Bundesbürger sterben jährlich am Schwarzen Hautkrebs. Geplant sind Geldstrafen für die Betreiber von Solarien, wenn sie Jugendlichen doch den Besuch der Sonnenbank erlauben. Die neuen Regeln gelten nicht für Sonnenbänke in Privathäusern.
14 Millionen Solarienbenutzer
Nach Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) gibt es bundesweit rund 5000 Sonnenstudios. Von den schätzungsweise 14 Millionen Solarienbenutzern hätten mehr als drei Millionen im Alter von 10 bis 17 Jahren mit dem künstlichen Bräunen begonnen.
Auch Patienten in Arzt- und Zahnartzpraxen sollen besser vor Strahlung geschützt werden. Dabei sollen bestimmte Grenzwerte nicht überschritten werden, und nur Fachärzte sollen eine Strahlen-Therapie veranlassen dürfen.
Die Solarienbranche leidet unter einem Rückgang des Interesses. Nach Angaben des Sonnenstudio-Verbands Photomed sank die Zahl der Betriebe von 8500 Anfang dieses Jahrzehnts auf rund 4200 Anfang dieses Jahres
Text: DPA, ddp
Bildmaterial: ddp
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