Klassiker unter den Computerspielen

Helden für immer

Von René Meyer

Legendäre Spieleheldin: Lara Croft

Legendäre Spieleheldin: Lara Croft

06. Juli 2009 Spielehelden wie Mario, Pac-Man oder Lara Croft begleiten uns seit vielen Jahren. Auch wenn in vielen Spielen die Figur ausgewählt wird, sich Name, Haarfarbe und Kleidung wählen lassen und man jetzt sogar ein Foto von sich einkleben kann, sind es doch die fertigen Figuren, die uns in Erinnerung bleiben. Und die wohlweislich in Nachfolgespiele übertragen werden. Hier sind zehn Spielehelden, die für die Spielewelt besonders viel geleistet haben:

Mario

Eine 16 mal 16 Bildpunkte große Figur muss Leitern erklettern, Fässern ausweichen und eine Freundin befreien. Denn die hatte ein riesiger Affe entführt. Die kleine Figur blieb bis heute bekannt: Mütze, Schnurrbart, blau-roter Overall, fertig war der Held von "Donkey Kong", dem Automaten-Hit 1981. Erst später erfand Hersteller Nintendo einen Namen. Nach Mario Segali, dem Besitzer des Automaten-Lagerhauses, wurde sie Mario genannt. Der Durchbruch für den Klempner kam zwei Jahre später mit dem Jump'n'Run-Spiel "Super Mario Bros." Heute ist Mario mit 200 Millionen verkauften Spielen auch die erfolgreichste Videospielserie. Stars wurden auch die Nebenfiguren: sein Bruder Luigi, der Saurier Yoshi und der Affe Kong.

Guybrush Threepwood

Mitte der achtziger Jahre gründete "Star Wars"-Erfinder George Lucas die Tochterfirma Lucasfilm Games, die Tüftelspiele entwickelte. "Maniac Mansion" und "Zak McKracken" erlangten Kultstatus. Doch die Abenteuer des Piraten-Anwärters Guybrush Threepwood in "The Secret of Monkey Island" wuchsen den Spielern am meisten ans Herz. Mit seinen lustigen Dialogen, aberwitzigen Herausforderungen und sanften Karibik-Klängen gilt es noch heute als eines der besten Spiele. Nur bei der Namenswahl gaben sich die Designer wenig Mühe. Sie wählten einfach den Namen der Bilddatei des Grafik-Computers.

Link

Eines der Spiele, die Nintendos erster Spielkonsole zum Siegeszug in Japan und später in Amerika verhalfen, war 1986 "The Legend of Zelda". Entwickelt hatte es der Kult-Designer Miyamoto, der auch den Klassiker "Donkey Kong" und die Mario-Serie erfand. Aus der Vogelperspektive wird die Welt Hyrule gezeigt. Hier muss Held Link die Prinzessin aus den Klauen des bösen Ganon befreien. Das zieht sich durch alle Zelda-Spiele. Und immer warten viele Räume, Gegenstände und Waffen. Die 8-Bit-Konsole bot noch nicht die grafischen und spielerischen Raffinessen der späteren Teile, wurde aber dennoch zum Klassiker.

I-Block

Sieben herabfallende Puzzlestücke müssen sortiert werden. Wie kaum ein anderes Spiel zeigt "Tetris", dass die einfachsten Ideen oft die besten sind. Das Zeugnis russischer Programmierkunst erschien vor genau 25 Jahren. Es wurde für nahezu jede Plattform umgesetzt. Besonders populär wurde Tetris als Game-Boy-Version. Erfinder Alexey Pajitnov wanderte 1991 nach Amerika aus und erfindet neue Spiele.

Pac-Man

Als der nicht mal 24-jährige Japaner Toru Iwatani ein Spiel übers Essen ertüftelt, kam ihm beim Anblick einer Pizza die Idee: Der fehlte ein Stück. So wurde Pac-Man geboren. Der gelbe Smiley muss pro Level 240 Punkte fressen und sich vor vier Geistern retten. Ergattert er eine Energiepille, kann er für kurze Zeit seine Häscher jagen. Rasch wurde Pac-Man zum ersten Pop-Star des Videospiels, der sogar eine eigene TV-Serie bekam. In Japan hieß er zuerst "Puck Man". Aber der Hersteller Namco konnte sich ausmalen, wie schnell Jugendliche das P auf dem Automatengehäuse zu einem F kratzen würden.

Sonic

Als Sega 1991 für seine Spielkonsole nach einem Maskottchen suchte, erfand es einen knuffigen Igel. Sonic kann mit Schallgeschwindigkeit flitzen und trat in vielen Spielen auf. Da Sega keine Konsolen mehr herstellt, fühlt sich das Stacheltier jetzt auf Plattformen von Nintendo, Sony und Microsoft wohl. Dabei gibt es im Herstellerland Japan gar keine Igel. Erst vor wenigen Jahren hat Programmierer Yuji Naka erstmals welche gesehen - in Deutschland.

Samus Aran

Bereits 1986 trat die Kämpferin Samus Aran in der Nintendo-Ballerei "Metroid" auf. Aus der wurde eine Serie mit einem Dutzend Titeln. Samus Aran verliert ihre Eltern nach einem Angriff von Weltraum-Piraten und wird von vogelähnlichen Außerirdischen aufgezogen. Mit einem Schutzanzug stellt sie sich den Gegnern. Besonders praktisch: Mit dem Morphing Ball rollt sie sich zu einer Kugel und erreicht selbst unzugängliche Stellen. Erfinder der "Metroid"-Serie ist Gunpei Yokoi, der auch den Game Boy entwickelt hat, das Handheld-Spielzeug Wonderswan und den Virtual Boy.

Larry Laffer

Glucksen und Quieken vor dem Büro-Monitor galt vor zwanzig Jahren den verdrehten Abenteuern des Playboys Larry Laffer. Das Ziel der Serie "Leisure Suit Larry" war die unermüdliche (und erfolglose) Jagd nach der Traumfrau. Schlicht, aber vergnüglich. Eine zünftige Portion Schlüpfrigkeit machte das Spiel auch für die jüngere Generation interessant und sorgte für Gesprächsstoff. Seine besten Tage hat Larry wohl hinter sich. Der Erfinder ist seit vielen Jahren im Ruhestand. Die letzten Titel erschienen ohne seine Mitarbeit und enttäuschten.

Lara Croft

Mitte der 90er Jahre unterschied sich die Spielegrafik nicht mehr von Zeichentrickfilmen. Szenen wurden als Video abgespielt, das Internet wurde populär. Zeit für eine frische Ikone der digitalen Welt, die neue Zielgruppen ansprach: Lara Croft trat 1995 auf. Dabei entstand sie nur als Notlösung. Die Entwickler von Core Design bastelten an einer 3D-Variante ihres Klassikers "Rick Dangerous". Doch ein Archäologenspiel mit männlichem Hauptdarsteller erinnerte zu sehr an "Indiana Jones". Designer Toby Gard ging in sich und erfand eine Frau. Verwegen, sexy, unabhängig, abenteuerlustig - das begeisterte beide Geschlechter. Die Serie "Tomb Raider" verkaufte sich millionenfach. Lara wurde Covergirl, trat in Musikvideos auf und wurde mit Angelina Jolie verfilmt.

Text: F.A.S.
Bildmaterial: AP

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