Fondsbericht

Zweiter Anlauf für Dachfonds

16. Mai 2008 Dachfonds, die das Geld ihrer Anleger wiederum in einzelne Fonds investieren, soll in diesem Jahr der Durchbruch gelingen. Das ist das erklärte Ziel der Fondsbranche für den weiteren Jahresverlauf.

In den Verkaufsgesprächen der Privatkundenberater in Banken und Sparkassen dürften Dachfonds in den kommenden Monaten sehr häufig eine Schlüsselrolle spielen, wenn es um die Abmilderung der Folgen der vor der Tür stehenden Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge geht. Kursgewinne nach Umschichtungen auf Fondsebene bleiben auch von 2009 an steuerfrei, während ein Anleger bei einem Fondskauf von diesem Zeitpunkt an seine Kursgewinne versteuern muss.

Teure Produkte mit Kinderkrankheiten

Es ist der zweite Anlauf der Branche, Dachfonds in den Depots von Privatanlegern zu etablieren, nachdem der erste Anlauf kurz nach der Jahrtausendwende wenig Erfolg brachte. Das Versprechen, mit einer breiten Streuung des Vermögens das Risiko für die Anleger in Dachfonds zu verringern, konnte in den Jahren der Baisse meistens nicht gehalten werden.

Neben Kinderkrankheiten in den Investmentprozessen sorgte nicht zuletzt die im Vergleich zu anderen Investmentfonds überdurchschnittlich hohe Kostenbelastung für enttäuschende Anlageergebnisse. Viele Fondssparer wandten sich daraufhin von diesen Anlageprodukten ab.

Zum Börsenkurs

Nur der Sparkassen-Fondsgesellschaft Deka Investment gelang es, über die Jahre das Geschäft mit Dachfonds in eine nennenswerte Größenordnung zu entwickeln. Sie zog aus den Fehlern der Anfangszeit offenbar einige richtige Schlussfolgerungen. So ist der Dachfonds Deka Struktur Chance schon seit geraumer Zeit regelmäßig in unserer Rangliste mit den besten Mischfonds - gemessen an der Wertentwicklung über die vergangenen drei Jahre - vertreten. Nach den zuletzt verfügbaren Daten lagen drei Viertel des Fondsvolumens in Aktienfonds, 21 Prozent in Geldmarktfonds und 4 Prozent in Rentenfonds.

Überdurchschnittliche Wertentwicklung immer noch die Ausnahme

Dass es diesen Fonds in mehreren Ausprägungen gibt, hat mit der früheren Regelung im Gesetz über Kapitalanlagegesellschaften zu tun. Danach durften Dachfonds an einem Zielfonds nur 10 Prozent der Anteile erwerben. Um sich trotzdem die Flexibilität zu erhalten, legte die Deka einfach mehrere Tranchen desselben Fondskonzepts auf, um die Einschränkung abzumildern. Inzwischen ist die Regelung mit einer Anhebung der Schwelle auf 25 Prozent aber entschärft worden.

Dachfonds mit einer überdurchschnittlichen Wertentwicklung sind aber immer noch eher die Ausnahme als die Regel. Darauf weisen Kritiker des Anlagekonzepts wie der Reutlinger Finanzanalyst Volker Looman in diesen Wochen wieder verstärkt hin.

Looman rechnete kürzlich vor, dass die einmaligen Ausgabeaufschläge und die laufenden Verwaltungskosten in vielen Fällen höher sind als der Schutz der Privatanleger vor der Abgeltungsteuer (Die Vermögensfrage: Dachfonds lohnen sich meist nicht). „Die Produkte gelten als Wunderwaffen im Kampf gegen die Abgeltungsteuer - doch in erster Linie füllen sie die Taschen der Vermittler und Verwalter“, warnte er.

Künftiger Steuervorteil bleibt

Die Kritik an der hohen Gebührenbelastung ist ein dauerhafter Begleiter der Dachfonds und lässt sich nicht so einfach abschütteln. Als falscher Alarm hat sich dagegen das vor einem Monat kolportierte Gerücht erwiesen, dass Dachfonds vom Gesetzgeber kurzfristig doch noch der Bestandsschutz entzogen werden könnte, also die Abgeltungsteuer auch bei einem Kauf der Anteile vor 2009 fällig wird.

Mit einem solchen Vorgehen hatte das Bundesfinanzministerium schon den Anbietern von Anlagezertifikaten den Steuerschlussverkauf zunichte gemacht. Für Klarheit in dieser Angelegenheit sorgte kürzlich jedoch die parlamentarische Staatssekretärin im Finanzministerium, Nicolette Kressl, nach einer Anfrage der FDP im Bundestag: „Änderungen bei der Besteuerung von Dachfonds sind nicht geplant.“



Text: F.A.Z.
Bildmaterial: F.A.Z.

 

Fondsbericht

Super-Fonds genießen einen größeren Aktionsradius

Spezial Die großen Kursschwankungen an den Finanzmärkten machen die Schwächen der Mischfonds deutlich. Ihr Anlage-Ergebnis leidet darunter, dass sie auf Aktien und Anleihen begrenzt sind. Super-Fonds dagegen sind flexibler und kommen deshalb besser durch die Krise. Von Steffen Uttich

Fondsbericht

Verlustvermeidung ist für Mischfonds fast unmöglich

Spezial Verlustvermeidung ist (nicht nur) für Manager von Mischfonds derzeit so gut wie unmöglich. Folglich schalten die defensiven Fondsmanager auf Verlustbegrenzung um. Dem Jyske Invest Stable Strategy gelang dies zuletzt besonders gut.

Fondsbericht

Verluste mit Aktien zehren am Nimbus der Mischfonds

Klassischen Mischfonds fällt es seit dem vergangenen Sommer immer schwerer, ihren Anspruch auf einen stabilen Ertrag zu erfüllen. Es ist schwierig, die richtige Balance in ihrem Portfolio zu finden, erklären Fondsmanager.

Im Gespräch

„Nicht besonders bullisch, aber auch nicht allzu bärisch“

Verhalten optimistisch für 2008 gibt sich Christopher Childs, der den defensiven, gemischten F&C HVB-Stiftungsfonds bislang recht unbeschadet durch den Sturm der Kreditkrise gesteuert hat. Dabei hat er mehr Hoffnung für den Aktien- als den Anleihenmarkt.

Investmentfonds

Absolute Renditeversprechen im Härtetest

In unruhigen Börsenzeiten müssen Fonds, die unter dem Etikett Absolute Return angeboten werden und Anlegern einen stabilen Wertzuwachs versprechen, ihre Existenzberechtigung beweisen. Doch nicht allen gelingt das. Von Steffen Uttich

Investmentfonds

Mehr Spielraum kann in schwierigen Börsenzeiten hilfreich sein

Wird es an der Börse haarig, kommen auch Aktienfonds unter Druck. Mischfonds haben mehr Freiheiten. besonders die Manager von von ABN Amro und Oppenheim konnten ihre Freiheiten nutzen und gegen den Markttrend zulegen.

F.A.Z. Electronic Media GmbH 2001 - 2008

Quellen: IS.eFinance Solutions using Deutsche Börse AG, Morningstar und weitere. IS.eFinance Solutions implemented and powered by Interactive Data Managed Solutions AG, ©  1999-2007. Alle Börsendaten werden mit 15 Minuten Verzögerung dargestellt.