Investmentfonds

Oppenheim legt Devisenfonds auf

Devisenmarkt - nur für Profis

Devisenmarkt - nur für Profis

07. März 2006 Wer investiert eigentlich schon in Devisen? Viele Anlagen sind davon abhängig, aber nur wenige versuchen Rendite durch aktives Devisenmanagement zu erwirtschaften. Dieser Geschäftszweig war lange Zeit Banken vorbehalten, nicht zuletzt weil das Investmentrecht bisher die Möglichkeit unterband, Währungen völlig unabhängig von den unterliegenden Vermögensgegenständen zu handeln.

Das Konzept des neuesten Fonds aus dem Haus Oppenheim Pramerica ist daher neu. Der OP FX Opportunities (Isin: DE000A0EAWJ5) unternimmt den Versuch, Rendite durch aktives Währungsmanagement zu erzielen.

Risiken ausführlich abgesichert

Zu diesem Zweck investiert der Fonds in verschiedene Währungen, hauptsächlich über Devisentermingeschäfte und Devisenoptionen, um so unabhängig von der Marktlage von steigenden oder fallenden Devisenkursen zu profitieren.

Da das Geschäft mit Devisenspekulationen naturgemäß hochspekulativ ist, hat der Fonds verschiedene Risikoabsicherungen eingebaut, um das Marktrisikopotential nach eigenen Angaben auf maximal 200 Prozent zu begrenzen.

Die Investitionsbasis des Fonds besteht aus liquiden Euroland-Anleihen mit einem Mindestrating von AA (oder besser) und Festgeld, zudem Schuldverschreibungen Großbritanniens, Japan und der Vereinigten Staaten. Die Liquidität des Fonds darf gegebenenfalls bis zu 100 Prozent betragen. Damit wird das hohe Risiko der Devisen-Derivate abgesichert, in die bis zu zehn Prozent des Fondsvermögen investiert werden dürfen.

Weiterhin wird das Risiko durch Festlegung einer Verlustobergrenze limitiert. Pro Jahr beträgt das Risikobudget maximal zehn Prozent des Fondsvolumens und die Investitionsstrategie so ausgerichtet, daß Wertverluste auf zehn Prozent pro Jahr begrenzt werden.

Herstatt-Fiasko kein Maßstab für heutigen Devisenmarkt

Im Falle eines Falles ist dies immer noch schmerzlich genug für Anleger, allerdings im Vergleich zu den Risiken des Devisenhandels moderat. Immerhin wurde Deutschlands berühmteste Bankenpleite, der Konkurs der Kölner Privatbank Herstatt 1974 durch Devisenspekulationen ausgelöst.

Um der Wahrheit die Ehre zu geben, war hier allerdings auch eine gehörige Portion Leichtsinn und kriminelle Energie zugange. Denn nicht nur die sogenannten „Gold-Jungs“ der Abteilung Devisenhandel, sondern auch das übrige Bankpersonal, durften auch auf eigene Rechnung bis zu zehn Millionen Mark in Devisen handeln, und mußten als Sicherheit nur zehn Prozent des jeweiligen Betrages nachweisen. Ferner soll die Devisenhändler eigene Verluste der Bank angelastet haben.

Indes hatten die Händler auf einen steigenden Dollar gesetzt, der ihnen aber den Gefallen nicht tat. Im April 1974 betrugen die Verluste aus dem Devisenhandel ein Verlust von rund 400 Millionen Mark, im Juni zwischen 450 und 520 Millionen, am Ende waren es für damalige Verhältnisse sagenhafte 1,2 Milliarden Mark.

Indes sind die Verhältnisse heute anders und selbst Herstatt würde heute wohl überleben. Nicht wesentlich anders sind die Risiken am Devisenmarkt. Sehr verändert haben sich allerdings die Möglichkeiten und Instrumentarien der Risikobeherrschung. Denn seinerzeit war der Devisenhandel im engeren Sinne nach der Freigabe der Wechselkurse gerade mal drei Jahre alt.

Komplexe Gebührenstruktur

Im institutionellen Geschäft gehört die Oppenheim Kapitalanlagegesellschaft zu den erfahrensten aktiven Währungsmanagern und laut der Währungsplattform FXSelect der Deutschen Bank zu den 25 besten weltweit. Im FX Opportunites werden strukturierte Verfahren mit qualitativen Einschätzungen kombiniert und auch Erkenntnisse aus der Charttechnik verwendet. Für jede Position werden Stop-Loss-Kurse definiert, bei deren Erreichen Positionen geschlossen werden.

„Außerdem gehen wir kein Kreditrisiko ein und engagieren uns nur in Ländern mit Investmentgrade“, sagt Marco Schmitz, Geschäftsführer von Oppenheim Pramerica Fonds Trust. Das bedeutet, das Oppenheim auch nach derzeitigem Stand nicht in indische Rupien oder thailändische Baht investiert, sondern „auf die weltweit wichtigsten Währungen zwischen Japan, Australien, den Vereinigten Staaten und Europa“ zurückgreift. Auf diese Weise soll eine Zielrendite von sechs bis neun Prozent erreicht werden.

Das Konzept des Fonds klingt als Möglichkeit einer Depotbeimischung recht interessant. Die Erfahrungen der Activest mit ihrem Devisenfonds (Isin: LU0197683765) sind indes gemischt. Wer Rendite im Bereich von Aktienfonds erwartet hat, wurde enttäuscht. Innerhalb der vergangenen zwölf Monate verzeichnete der Fonds ein Plus von 3,66 Prozent und blieb damit hinter jeder Kategorie von Aktienfonds zurück.

Allerdings ist der Activest Devisenfonds ein Geldmarktfonds. Jedoch auch dort bringt es der Fonds nur zu einem bescheidenen Mittelplatz, wohl aufgrund seiner eher breiten Streuung über diverse Währungen. Denn die bestgelaufenen Geldmarktfonds legten naturgemäß in Währungen an, die sich gegenüber dem Euro am vorteilhaftesten entwickelten, wie dem kanadischen und dem amerikanischen Dollar.

Das bringt naturgemäß mehr Risiko mit sich. Denn über den Zeitraum von drei und fünf Jahren liegen die meisten in amerikanische Dollar investierenden Fonds im Minus, während global anlegende Geldmarktfonds mehrheitlich ein Plus erwirtschafteten. Hier bringt es der Activest Devisenfonds immerhin auf Platz drei.

Indes ist die Gebührenstruktur immer noch ein wenig gewöhnungsbedürftig. Der aktuelle Ausgabeaufschlag von drei (maximal fünf), die Managementgebühr von einem (maximal 1,5) und die Depotbankvergütung von 0,1 Prozent ist ebenso wei beim Activest-Fonds vergleichsweise moderat.

Hinzu kommt aber zum einen - ähnlich wie beim Activest-Fonds - eine Performance-Gebühr von 20 Prozent der im Kalenderquartal erzielten Wertentwicklung, sofern der letzte Fondspreishöchststand überschritten ist. Zum anderen erhält die Gesellschaft bei Zinsswaps eine Provision von bis 0,05 Prozent sowie 20 Prozent der durch Wertpapier-Darlehensgeschäfte erwirtschafteten Erträge.

Diese variablen Bestandteile mögen dem ein oder anderen Anleger, der fixe Gebühren vorzieht, mißfallen. Letztlich aber fällt dies nur unter die für jeden Fonds gültige Maßgabe, das die Anlage in Investmentfonds eben Vertrauenssache ist.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.



Text: Standard & Poor's

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