29. April 2008 Der Absatzeinbruch von Rentenfonds in den vergangenen zwei Jahren zeigt Wirkung. Mit dem britischen Fondsanbieter Schroders senkt die erste Investmentgesellschaft ab Mai spürbar die Gebühren für einzelne Anlageprodukte mit einem Investitionsschwerpunkt in Anleihen.
Mit der Gebührensenkung kommt mehr Gewinn bei den Anlegern an", begründet Achim Küssner, verantwortlich für das Deutschland-Geschäft von Schroders, die Entscheidung. "Zudem vergrößert es die Chancen für das Fondsmanagement, besser als der Marktdurchschnitt abzuschneiden."
Dem Rückzug aus Rentenfonds ...
Tatsächlich hatten sich viele Anleger vor allem im Jahresverlauf 2007 beinahe fluchtartig von ihren Rentenfondsanteilen getrennt, weil sie mit der Wertentwicklung unzufrieden waren. Diese Rückzugsbewegung summierte sich hierzulande auf fast 18 Milliarden Euro. Seit 2006 befinden sich die Anleihemärkte weltweit in einer schwierigen Situation, die von Unsicherheit geprägt ist. Viele Privatanleger machen vor diesem Hintergrund die Erfahrung, dass die Geldanlage in Anleihen zwar weniger riskant als der Kauf von Aktien ist, dass aber trotzdem zwischenzeitlich Verluste auftreten können.
Nach der kürzlich veröffentlichten Wertentwicklungsstatistik des Bundesverbandes Investment (BVI) legten Euro-Rentenfonds über die vergangenen zwölf Monate lediglich 1,8 Prozent zu. Selbst über die ersten drei Monate dieses Jahres betrug der Wertzuwachs im Durchschnitt nur 1,3 Prozent, obwohl Staatsanleihen normalerweise von schwierigen Zeiten an den Aktienmärkten profitieren. In diesen Ergebnissen ist noch nicht einmal der Ausgabeaufschlag von bis zu 3 Prozent berücksichtigt, der beim Kauf von Rentenfondsanteilen anfällt. Wenn dann auch noch die derzeitige Inflationsrate von 3,6 Prozent im Euro-Raum hinzugezogen wird, bleibt vom Gewinn auf dem Papier real nichts mehr übrig.
Der enttäuschende Wertzuwachs ist nicht zuletzt ein Ergebnis der Gebührenerhöhungen in den vergangenen Jahren. Inzwischen sind Rentenfonds, die weniger als ein Prozent jährliche Verwaltungsvergütung verlangen, in der Minderheit. Das heißt, die meisten Euro-Rentenfondsmanager dürften zwar im Jahresverlauf einen Gewinn von rund 3 Prozent eingefahren haben.
... begegnen manche Banken nun mit der Senkung der Gebühren
Ein Drittel davon landet aber bei der Fondsgesellschaft beziehungsweise den Fondsverkäufern über die regelmäßige Gebühr. Immer mehr Anleger dürften deshalb ihren Beratern die Frage stellen, worin der Mehrwert eines Euro-Rentenfonds gegenüber einer Direktanlage in Bundesanleihen besteht.
Mit Schroders versucht nun die erste Gesellschaft dieser Entwicklung entgegenzutreten. Für drei ihrer Vorzeigerentenfonds wird nun die jährliche Verwaltungsgebühr von dem marktüblichen einen Prozent auf 0,75 Prozent zurückgenommen. Es handelt sich dabei um zwei auf Unternehmensanleihen spezialisierte Rentenfonds - Schroder ISF Euro Corporate Bond und Schroder ISF Global Corporate Bond - sowie den Schroder ISF Absolute Return Bond, der unabhängig von der Lage an den Kapitalmärkten einen Wertzuwachs anstrebt. Für institutionelle Großanleger in den Fonds sinkt die Jahresgebühr von 0,6 auf 0,45 Prozent für die beiden Unternehmensanleihefonds beziehungsweise 0,5 Prozent für den Absolute-Return-Fonds. "Damit kommt möglicherweise ein Wettbewerb in Gang", erwartet Deutschland-Chef Küssner. Für sein Haus sieht er die drei Fonds als Auftakt an. Die Diskussion werde schon geführt, bei weiteren Rentenfonds nachzuziehen.
Unter deutschen Fondsanbietern fiel die erste Reaktion auf die Gebührensenkung zurückhaltend aus. Beim Marktführer DWS Investments hieß es, dass entsprechende Schritte nicht geplant seien. Der größte deutsche Rentenfondsanbieter Allianz Global Investors verwies darauf, dass es keinen Grund gebe, die Preise zu senken. "Es wurde ein faires Gleichgewicht gefunden", sagte ein Sprecher.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: F.A.Z.
| Anlage- schwerpunkt | Fond- anzahl | Mon. Performance | |
|---|---|---|---|
| Top % | Flop % | ||
| Aktien | 3.150 | +0,00 | -24,38 |
| Andere | 5.688 | +0,00 | -8,10 |
| Derivative | 49 | +0,00 | -5,06 |
| Geldmarkt-/nahe | 229 | +3,38 | -3,81 |
| Gemischte | 265 | +0,00 | -13,66 |
| Renten | 1.366 | +2,88 | -5,57 |
| Quelle: Morningstar | |||
| Tops & Flops | Prozent |
|---|---|
| Geldmarkt/-nahe Fonds CAD | +3,38 |
| Renten Kurzläufer CAD | +2,88 |
| Renten JPY | +2,50 |
| Aktien Norwegen | -24,38 |
| Aktien Russland & CIS | -21,43 |
| Aktien Brasilien | -19,70 |
| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 5.387,01 | -7,07 |
| TecDax | 604,17 | -11,27 |
| DowJones | 9.955,50 | -3,58 |
| Nasdaq | 1.862,96 | -4,34 |
| STOXX 50 | 2.872,38 | -7,75 |
| Nikkei 225 | 10.473,09 | -4,25 |
| S&P 500 Zert. | 10,69 | -5,15 |
| Euro/Dollar | 1,35 | -0,13 |
| Bund Future | 116,98 | +0,66 |
| Gold | 863,85 | +0,25 |
| Öl | 86,68 | -6,11 |
@ Gordian Hense (Klar_und_hell) Herr Hense, ich zitiere Sie:
22:05Verfallsmöglichkeit des Wissens? Zugangsschwierigkeiten?
21:37