28. März 2008 Kaufen, wenn die Kanonen donnern, lautet eine der bekanntesten Weisheiten an der Börse. Nicht immer hat sich diese Behauptung zwar als richtig erwiesen, in vielen Fällen war es rückblickend aber die richtige Devise. Ob sich ein solches Verhalten letztlich bei österreichischen Immobilienaktien bezahlt machen wird, bleibt noch abzuwarten. Die Kanonen haben in diesem Segment aber allemal schon gedonnert.
Deutlich wird das beim Blick auf den Immobilien-ATX (IATX). Dieser von der Wiener Börse berechnete Index spiegelt die Kursentwicklung der größten Immobilienunternehmen des Landes wider. Im Zuge der Kreditkrise hat sich dessen Wert von April 2007 bis Januar 2008 in etwa halbiert. Mitverursacht wurde der Abwärtssog neben der Angst vor einem Ende oder zumindest einer Unterbrechung des Immobilienbooms in Osteuropa dabei auch von hausgemachten Skandalen in der Branche. So kosteten die Vorgänge um Meinl European Land, als quasi heimlich mit den Mitteln aus einer Kapitalerhöhung eigene Aktien zurückgekauft wurden, viel Kredit bei den Anlegern gekostet.
Deutliche Abschläge zu den Nettoinventarwerten
Wie groß die Verzweiflung bei den Verantwortlichen wegen der erlittenen Kursverluste nach wie vor ist, zeigt sich an einer unlängst von der CA Immo veröffentlichten Pflichtmitteilung. Darin hieß es mit Verweis auf den bestehenden Abschlag zum Nettoinventarwert wörtlich: Dieses Missverhältnis zwischen tatsächlichem Wert des Unternehmens und dem Bild, das der Aktienkurs vermittelt, legt zugleich nahe, dass derzeit ein günstiger Zeitpunkt zum Einstieg in diesen Titel ist. Es ist absehbar, dass der Kurs der CA Immo International-Aktie im Lauf des Jahres 2008 die erfreuliche Geschäfts- und Wertentwicklung der Gesellschaft wieder deutlich realitätsnäher abbildet.
Ob sich die für die eigene Aktie ausgesprochene Kaufempfehlung in einer Ad-hoc-Mitteilung, wo diese übrigens nichts zu suchen hat, als richtig erweisen wird, werden erst die kommenden Monate zeigen können. Tatsache ist aber, dass die Bewertungen durch die erlittenen Kursverluste deutlich zurechtgestutzt worden sind. Die österreichischen Immobilienaktien notieren 30 Prozent und mehr unter ihrem inneren Wert. Damit scheint schon relativ viel Negatives in den Notierungen zu stecken.
Verschiedene Zertifikate zur Auswahl
Diesen Eindruck legt auch die Kursentwicklung der jüngeren Vergangenheit nahe. Seit Jahresbeginn hat der Immobilien-ATX zwar 11,1 Prozent an Wert verloren. Er hat damit aber besser abgeschnitten als der ATX selber, der im gleichen Zeitraum 16,7 Prozent eingebüsst hat. Und seit dem am 23. Januar markierten Rekordtief hat es beim IATX sogar zu einem Plus von fast zehn Prozent gereicht, während der ATX in dieser Periode nur um rund zwei Prozent zugelegt hat.
Wer an eine mittelfristige Bodenbildung glaubt und daran, dass sich der im Schnitt hohe Abstand zu den Nettoinventarwerten wieder verringert, dem stehen für eine entsprechende Wette Zertifikate auf den IATX zur Verfügung. Open-End-Zertfikate gibt es von der ABN Amro (Isin AT0000A06T87) und der Erste Bank (Isin: AT0000A06T87).
Zudem hat die Erste Bank ein bis zum 19.11.2010 laufendes Bonus-Zertifikat im Angebot (Isin: AT0000A073Z6). Dieses sticht dann, wenn der IATX bis zum Ende der Laufzeit nicht unter 190 Punkte fällt (was kein allzu großer Sicherheitspuffer mehr ist). In diesem Fall winkt ein Plus von fast 53 Prozent, während bei Erreichen oder Unterschreiten der Barriere die Indexperformance am Laufzeitende ausbezahlt wird, maximal jedoch 140 Euro je Zertifikat. Ebenfalls im Bestand hat die Erste Bank Discount-Zertifikate. Das bis 19.06.2009 laufende Produkt (Isin: AT0000A08CP2) käme auf eine Rendite von fast 23 Prozent, wenn der IATX über dem Cap von 240 Punkten notiert.
Unabhängig um welches Produkt es sich handelt, ausspielen kann diese Anlageidee ihr theoretisch vorhandenes Potenzial nur, wenn sich die Märkte allgemein beruhigen und die Kreditkrise nicht noch tiefere Spuren an den Immobilienmärkten hinterlässt.
Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.
Text: @JüB
Bildmaterial: F.A.Z.
| Anlage- schwerpunkt | Fond- anzahl | Mon. Performance | |
|---|---|---|---|
| Top % | Flop % | ||
| Aktien | 3.340 | +13,99 | -7,56 |
| Andere | 7.988 | +4,77 | +0,00 |
| Derivative | 53 | +0,01 | -1,87 |
| Geldmarkt-/nahe | 247 | +4,56 | -3,16 |
| Gemischte | 224 | +5,99 | -0,13 |
| Renten | 1.463 | +5,04 | -3,08 |
| Quelle: Morningstar | |||
| Tops & Flops | Prozent |
|---|---|
| Aktien Indien | +13,99 |
| Aktien Brasilien | +11,97 |
| Aktien Norwegen | +11,63 |
| Branche: Gold & Edelmetalle | -7,56 |
| Geldmarkt/-nahe Fonds CHF | -3,16 |
| Renten CHF | -3,08 |
| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 7.003,17 | -0,97 |
| TecDax | 835,29 | -1,32 |
| DowJones | 12.745,88 | -0,94 |
| Nasdaq | 2.445,52 | -0,23 |
| STOXX 50 | 3.801,59 | -1,41 |
| Nikkei 225 | 13.655,34 | -2,06 |
| S&P 500 Zert. | 13,80 | -1,08 |
| Euro/Dollar | 1,55 | +0,56 |
| Bund Future | 115,07 | +0,37 |
| Gold | 884,90 | +0,14 |
| Öl | 122,46 | +1,63 |
