Fonds

Managed Futures - stetig ist anders

08. Juni 2005 „Hedge Fonds enttäuschen,“ lauteten nicht selten die Schlagzeilen in den vergangenen Monaten. Oft wurde diese Aussage mit der Prognose verbunden, die Performance werde wohl auch in Zukunft enttäuschen, da immer mehr Gelder dieselben Chancen verfolge.

Dabei bezogen sich die Aussagen gerne auf die so genannten Managed Futures. So werden in der Regel systematische Handelssysteme bezeichnet, die versuchen, auf Trends an den verschiedenen Terminmärkten zu setzen. In den vergangenen Monaten machten die sich auf Grund eines richtungslosen Handels und häufiger Gegenbewegungen jedoch relativ rar.

Managed-Futures-Index im Minus

Das führte dazu, daß viele dieser „Systematiker“ nicht nur nicht die lange Zeit gewohnten Renditen erzielen konnten, sondern nicht selten sogar Verluste erlitten. Das zeigt sich beispielsweise an der Wertentwicklung des S&P-Managed-Futures-Index. Er weist für die ersten sechs Monate des laufenden Jahres ein Minus von 9,3 Prozent aus und auf Sicht eines Jahres einen leichten Verlust von 2,21 Prozent.

Allerdings dürften solche Argumente nicht zu stark verallgemeinert werden können. Denn nutzt man die Datenbankfunktion von Bloomberg und zieht sich eine Liste jener Hedge Fonds, die sich im laufenden Jahr am besten entwickelt haben, so wird sie angeführt von einem Managed-Futures-Fonds: „The Friedberg Diversified Fund“ kann eine satte Performance von etwas mehr als 260 Prozent auf Sicht eines Jahres ausweisen. Seit Jahresbeginn hat er knapp 100 Prozent zugelegt.

Ein näherer Blick auf die Wertentwicklung des Fonds in den vergangenen Jahren macht jedoch klar, daß er sehr volatil ist, daß das Resultat eines Vergleichs sehr stark vom gewählten Zeitraum abhängt und daß er vor allem in den vergangenen Wochen eine wahre Glückssträhne gehabt zu haben scheint. Denn der Wert hat sich seit März etwas mehr als verdoppelt. Aus diesem Grund dürfte er nur für Anleger mit starken Nerven und diszipliniertem Anlageverhalten geeignet sein. Legt man eine Regressionsgerade über die vergangenen sechs Jahre an, so ist der Durchschnittsertrag sogar leicht negativ.

Kursgewinne in ausgewählten Märkten

Die Fonds Nummer zwei und Nummer drei in der Rangliste sind Osteuropafonds, die lange Zeit seitwärts liefen und sich vor allem in den vergangenen Wochen exponentiell verteuerten. Im punkto Stetigkeit sieht der stark in Brasilien engagierte Multistyle-Opportunity Fund schon etwas besser aus. Denn dessen Chart zeigt zumindest seit zwei Jahren im Trend nach oben. Er dürfte von der positiven wirtschaftlichen Entwicklung des südamerikanischen Landes und den weiterhin bestehenden Chancen profitieren können. Hier dürften jedoch die Rückschlagsrisiken nie zu vergessen sein.

Eine weitere Betrachtung der im „Spontanranking“ weit vorne vertretenen Hedge Fonds macht klar, daß Hedge Fonds prinzipiell in der Lage sind, hohe Renditen zu erwirtschaften. Aber überdurchschnittliche Erträge, die auch noch stetig erwirtschaftet werden, sind eher rar. In diesem Sinne können Dachfonds zumindest in der Theorie eine gewisse Berechtigung haben. Nämlich dann, wenn sie in der Lage sind, die soliden Fonds aus dem Universum herauszufiltern und sie sich in der richtigen Kombination zum richtigen Zeitpunkt ins Depot zu legen.

Wer dagegen auf Einzelfonds setzt, dürfte zur sorgfältigen Auswahl gezwungen sein. Dabei werden sehr wahrscheinlich jene Fonds gut anschneiden, die schon länger im Markt sind und die dabei ihre Beständigkeit bewiesen haben. Fragt sich nur, ob man dann noch investieren kann oder ob der Fondsmanager keine Gelder mehr annimmt.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.



Text: @cri
Bildmaterial: Bloomberg, FAZ.NET

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