27. März 2008 Die Dividendenrendite erweist sich seit dem Ausbruch der Finanzkrise als ein unzuverlässiger Bewertungsmaßstab für die Aktienauswahl. "Überraschenderweise ist sie eine der am schlechtesten laufenden Strategien", stellen die Analysten von Credit Suisse in einer am Donnerstag veröffentlichten Untersuchung fest.
Normalerweise schneiden Anlagestrategien, die sich an der Dividendenrendite einer Aktie orientieren, in schwierigen Börsenzeiten überdurchschnittlich gut ab. Zuletzt war dies während der dreijährigen Aktienbaisse kurz nach der Jahrtausendwende zu beobachten gewesen.
Hohe Dividendenrendite kann auch ein Krisenzeichen sein ...
Bei Unternehmen, die eine überdurchschnittliche Dividende ausschütten, ist meistens auch das fundamentale Umfeld wie die Bilanzstruktur und das Geschäftsmodell stimmig. Dies sollte sich wiederum in einem vergleichsweise stabilen Aktienkurs niederschlagen. Seit dem vergangenen Sommer blieb der stabilisierende Effekt in der Gesamtbetrachtung jedoch aus. Zurückzuführen ist dieses Phänomen vor allem auf die Bankaktien. Bei der Berechnung der Dividendenrendite wird die zuletzt ausgeschüttete Dividende zum aktuellen Aktienkurs ins Verhältnis gesetzt. Vor diesem Hintergrund wirken Finanzwerte auf den ersten Blick attraktiv. Die Aktie der Deutschen Bank weist derzeit beispielsweise eine Dividendenrendite von 5,6 Prozent auf. Hypo Real Estate kommt sogar auf 10 Prozent. Das liegt klar über dem Durchschnitt im Deutschen Aktienindex Dax von 3,6 Prozent.
Was sich in der Kennziffer jedoch nicht niederschlägt, sind die Schwierigkeiten der Banken in Folge milliardenschwerer Abschreibungen und die Angst der Börsianer vor weiteren unangenehmen Überraschungen. Mit den fallenden Kursen stieg automatisch die Dividendenrendite. Das Geschehen macht deutlich, dass diese Kennziffer bei der Aktienauswahl auch Fehlsignale geben kann. Ein regelmäßiger Blick auf die aktuelle Ertragslage eines Unternehmens sowie eine verlässliche Einschätzung in Bezug auf die Stabilität der Ausschüttungen sind unerlässlich", sagt DWS-Fondsmanager Thomas Schüßler.
Anleger können zwar derzeit dem negativen Effekt entgehen, indem sie Bankaktien einfach meiden. In den vergangenen fünf Jahren ist es aber üblich geworden, sich bei einer dividendenorientierten Anlagestrategie an Aktienindizes zu orientieren, die auf der Basis von Vergangenheitsdaten automatisch die Aktien mit der höchsten Dividendenrendite aus einem zuvor festgelegten Anlageuniversum aufnehmen und entsprechend ihrer Marktkapitalisierung gewichten. So finden sich beispielsweise im Div-Dax-Index die 15 Dax-Werte mit der höchsten Dividendenrendite wieder - ohne dass beispielsweise die Stabilität der Ausschüttung berücksichtigt wird.
... das zeigt sich an der gegenwärtigen Malaise der Finanzwerte
Deshalb haben Finanzwerte im Div-Dax derzeit einen Anteil von knapp 40 Prozent. Im Dax selbst sind es nur rund 25 Prozent. Seit Jahresbeginn haben sich die beiden Indizes im Gleichschritt um 18 Prozent nach unten bewegt - von einer stabileren Kursentwicklung der Dividendenwerte kann also keine Rede sein.
Wie weit auch unter aktiven Fondsmanagern der Anlageerfolg auseinander gehen kann, obwohl der gleiche Investmentansatz verfolgt wird, zeigt ein Vergleich der Dividendenrenditefonds. Während beispielsweise der weltweit investierende DWS Top Dividende über die vergangenen zwölf Monate den Wert der Fondsanteile zumindest halten konnte, verlor der ähnlich ausgerichtete Schroders Global Equity Yield ein Fünftel seines Wertes.
Grundsätzlich wird die Dividendenrendite als Bewertungsmaßstab von DWS-Fondsmanager Schüßler nicht in Frage gestellt. Es ist eine Strategie, mit der auf längere Sicht der Markt zu schlagen ist", verweist er auf die Erfahrungen der Vergangenheit. Letztlich seien Dividendenzahlungen immer stabiler als Gewinne und böten deshalb eine zuverlässige Orientierung. Positives Überraschungspotential sieht er bei deutschen Dividendenwerten wie BASF und K+S. Die größte unangenehme Überraschung war für ihn in den vergangenen Wochen die Schweizer Großbank UBS. Dass diese ihre Dividendenzahlung komplett aussetzte, hatte auch ihn auf dem falschen Fuß erwischt.
Text: F.A.Z., 28.03.2008, Nr. 73 / Seite 23
Bildmaterial: F.A.Z., FAZ.NET
| Tops & Flop Fonds | Kurs | in % |
| Earth Gold Fund UI | 75,84 € | +168,60% |
| Falcon Gold Equity Fund | 434,85 $ | +148,40% |
| FORTIS L FUND Equity Indonesia C | 145,66 $ | +144,20% |
| STABILITAS - PACIFIC GOLD+METALS P | 88,61 € | +137,30% |
| CAAM Funds Brazil-AC | 107,69 $ | +131,50% |
| Hornet Renewable Energy Fund II | 48,19 € | −23,56% |
| Entrepreneur Opportunities Fund | 52,37 € | −23,74% |
| STABILITAS - URAN+ENERGIE P | 19,69 € | −26,17% |
| BERENBERG-EMERGING-UKRAINE-UNIVERSAL-FONDS | 11,31 € | −32,03% |
| Julius Baer Black Sea Fund (EUR) B | 27,02 € | −36,18% |
| Gesamt- Index |
Durchschnitt 90 Tage |
Durchschnitt 200 Tage |
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|---|---|---|---|
Aktien-Index11.11.2009 13:00 |
1361,31 | 1326,77 | 1262,56 |
Performance-Index11.11.2009 17:35 |
299,29 | 293,27 | 274,66 |
Euro-Aktien-Index11.11.2009 17:35 |
143,13 | 137,00 | 125,21 |