Vermögensverwalter Dr.Jens Ehrhardt

Interview

„Es ist die größte Blase, die es je gab“

Der Boom an den Finanzmärkten ist auf die reichlich vorhandene Liquidität zurückzuführen, erklärt Vermögensverwalter Jens Erhardt im Interview. Die Anleger müssten jedoch höllisch aufpassen, wann die Liquiditätsquellen versiegten.

Lesermeinungen zum Beitrag

16. Juli 2007 13:19

"Schlimmer als 1929?"

Gerhard Dünnhaupt (dunnhaupt)

Da niemand lebt, der 1929 dabei war, ist das leicht gesagt. Aber auch damals gab es Leute, denen die Krise kaum schadete. Sie besaßen ein total schuldenfreies Eigenheim und Aktien solider, krisensicherer Unternehmen. Auch nach einer Krise werden die Leute schließlich weiterhin Zeitungen lesen, Bier trinken, ins Kino gehen, Benzin kaufen und ihren Supermarkt aufsuchen. Die viel gepriesenen Auslandsaktien sind im Zeitalter der Globalisierung kaum sicherer, denn auch eine Krise wird global sein.

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16. Juli 2007 12:34

Was treibt den Boom?

gisbert heimes (gisbert4)

Erhardt hat es schön herausgearbeitet, ohne es beim Namen zu nennen: die Gier und die Angst.

Im Moment überwiegt noch die Gier.

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16. Juli 2007 12:02

B.Keim

Martin Seyfarth (Martin.Seyfarth)

Die Aussage, dass die niedrigen Schuldzinsen Kurse treiben bezieht sich auf Übernahmeaktivitäten.

Es hat recht wenig mit Wirtschaftlichkeit zu tun, sondern vielmehr mit der Überlegung, wie eine Übernahme kostengünstig zu finanzieren ist.

Eine erwartete Rendite durch die Übernahme von 25% mit 4% Zinsen auf einen Kredit oder 12% Rendite Aktien zu finanzieren wäre die Frage.

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deutsche Aktien sehe ich von einem erwarteten Platzen der grossen Blasen Immobilia und Krediten(derivaten) nicht betroffen. Die deutschen Aktien werden getrieben von güstigen Bilanzen und unerwartet guter Wettbewerbsfähigkeit auf den wachsenden asiatischen Märkten. Die Bewertungen haben recht wenig mit hoher Liquidität zu tun, da die Refinanzierungskosten aufgrund des hohen Eigenkapitals auch in Zukunft in einem Umfeld von steigenden Zinsen niedrig sein werden.

Sollten die Märkte in Asien kollabieren (Q4 2007) gibt es noch den viel reizvolleren Osteuropäischen.

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16. Juli 2007 11:15

Interessantes Interview

B. Keim (bkeim)

Nur die Aussage, dass die Hausse anhält, solange die Schuldzinsen niedriger sind als die Rendite des eingesetzten Eigenkapitals, ist ziemlich merkwürdig. Wenn die Schuldzinsen höher sind als die Rendite des Eigenkapitals würden Unternehmen schlecht wirtschaften und hätten eigentlich gar keine Existenzberechtigung mehr. In diesem Falle müsste man, um die Kosten gering zu halten, den Eigenkapitaleinsatz maximieren. Oder aber man hört auf zu produzieren und hält Schuldtitel da diese eine höhere Verzinszung als das eingesetzte Eigenkapital bringen. Das ist natürlich Unsinn.

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16. Juli 2007 10:13

Kein Pessimist ...

Reinhold Eysel (Eysel)

...ist Erhardt. Und trotzdem skeptisch. Dabei hat er "nur" die im Finanzsystem enthaltenen Risiken erwähnt. NICHT aber: Irak, Iran, Afghanistan, Terroranschläge, die tiefer in die Wirschaft eingreifen, als dass sie "nur" ein paarhundert Tote in einer Ubahn "kosten", die von der WHO immer wieder betonte und trotzdem auf breiter Front verdrängte Wahrscheinlichkeit des Überspringens des H5N1 Virus auf den Menschen ...
Ich behaupte: Der nächste "bang" wird drastischer als alles, was wir seit 1929 gesehen haben, weil er auf eine medial, wirtschaftlich und finanziell unglaublich vernetzte Welt trifft und damit ein in vieler Beziehung äusserst fragiles Gleichgewichtssystem drastisch stört.

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