Branchen-Fonds

Bei Pharma-Werten haben Schweizer und Briten die Nase vorn

04. Januar 2006 Wer mit Indexfonds auf europäische Pharma-Werte wetten will, hat die Wahl zwischen zwei Indizes. Da ist zum einen der Dow Jones EuroStoxx Health Care. Dieser Index umfaßt 13 Aktien aus der Eurozone. Zum zweiten wird der Dow Jones Stoxx 600 Health Care geführt, der 34 Werte beinhaltet und außerdem Aktien aus Dänemark, Großbritannien, Schweden und der Schweiz berücksichtigt.

In den vergangenen knapp fünf Jahren haben sich beide Indizes ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert. Mal hat der eine besser abgeschnitten, mal der andere (siehe Grafik 1). Auf Jahressicht hat der von Schweizer und britischen Aktien geprägte Dow Jones Stoxx 600 Health Care im direkten Vergleich deutlich die Nase vorn. Er hat sich um gut 25 Prozent verbessert, während der Dow Jones EuroStoxx Health Care um lediglich 18,4 Prozent vorgerückt ist - was die engagierten Anleger trotz des relativ schlechteren Abschneidens zufriedenstellen kann. Und: Die Euro Stoxx-Version schickt sich an, die Lücke beim Wertzuwachs zu schließen. Binnen vier Wochen hat sie sich mit einem Plus von 6,1 Prozent zu 2,5 Prozent klar besser entwickelt und ist auch in den jüngsten drei Monaten besser gelaufen (siehe Grafik 2).

Sanofi-Aventis macht zwei Drittel des EuroStoxx-Index' aus

Beim Blick in das Portfolio des Dow Jones EuroStoxx Health Care-Index fällt nicht nur die vergleichsweise geringe Zahl von Titeln auf. Ins Auge sticht besonders die Vorherrschaft französischer Werte mit einem Indexgewicht von 70 Prozent vor deutschen Titeln, die gemeinsam auf knapp ein Fünftel kommen; der Rest verteilt sich auf belgische, irische, niederländische und spanische Aktien. Dabei ist die französische Sanofi-Aventis mit einem Anteil von sage und schreibe gut 64 Prozent das Schwergewicht, was der Marktkapitalisierung der nicht an Großaktionäre gebundenen Anteilsscheine geschuldet ist. An zweiter Stelle folgt Schering mit etwa acht Prozent vor der französischen Essilor, die auf annähernd sechs Prozent kommt. Der kleinste Wert ist Stada.

Regional erheblich ausgewogener stellt sich der Dow Jones Stoxx 600 Health Care dar. Gut 38 Prozent machen Schweizer Pharma-Werte aus, gefolgt von britischen Titeln, die zusammen auf 35,6 Prozent kommen, und französischen Aktien mit einem Anteil von 15,4 Prozent. Mit erheblichem Abstand folgen deutsche Papiere mit 4,25 Prozent und dänische Titel mit 3,3 Prozent; noch geringer ist jeweils das Gesamtgewicht belgischer, finnischer, irischer, holländischer, schwedischer und spanischer Werte.

Briten dominieren Stoxx Health Care

Die dicksten Brocken im Portfolio sind die britische Glaxo-Smith-Kline (21,8 Prozent), Novartis (19,3) und Roche (15,6), die jeweils in der Schweiz sitzen, sowie Sanofi-Aventis (14,2) und die britische Astra-Zeneca (11,5). Am Ende der Tabelle rangieren die spanische Zeltia (0,18 Prozent) und die dänische Lundbeck (0,22 Proeznt) sowie die finnische Orion, die Schweizer BB Biotech und die holländisch-deutsche Qiagen mit jeweils 0,23 Prozent.

Wer aus der erheblichen Dominanz von Sanofi-Aventis im EuroStoxx Health Care auf dessen relative Underperformance schließt, geht indes fehl: Vielmehr hat sich die Aktie der Franzosen mit einem Jahresplus von 27,3 Prozent klar besser entwickelt als der Branchenindex. Auch kann sich die Vierteljahres-Bilanz mit einem Plus von fast zehn Prozent gut sehen lassen, da sich der Index um gleichen Zeitraum um 8,7 Prozent verbessert hat. Dagegen hat Schering mit einem Jahreswertzuwachs von nur 4,4 Prozent den EuroStoxx Health Care ebenso wie Altana belastet, die im Jahresvergleich sogar knapp unter Wasser liegt und sich anders als Schering in der jüngsten Zeit nicht merklich belebt hat. In ungleich größerem Maße gilt das für Elan mit einem Minus von 40 Prozent.

Astra-Zeneca technisch gut in Form und günstig

Durch die Bank weg gut entwickelt haben sich die Schwergewichte im Stoxx 600 Health Care. Glaxo-Smith-Kline ist binnen zwölf Monaten um gut 26 Prozent gestiegen, Novartis um 21,3 Prozent und Roche sogar um fast 50 Prozent. Hinzu gesellen sich Sanofi-Aventis als vierter sowie Astra-Zeneca mit einem Plus von sogar 61 Prozent. Beim Blick auf diese vier Titel fällt indes auf, daß bei den zwei Erstgenannten die Kursdynamik etwas nachgelassen hat, während Astra-Zeneca sich gerade anschicken, auf ein Dreieinhalbjahreshoch zu laufen. Zudem kann sich die erwartete Dividendenrendite von 2,7 Prozent im Branchenvergleich sehr gut sehen lassen. Auch daran dürfte es liegen, daß die Dividendenrendite des Stoxx 600 Health Care mit 1,2 Prozent deutlich höher ist als jene des EuroStoxx Health Care mit 0,6 Prozent.

Unter dem Strich wirkt der Stoxx 600 Health Care vor diesem Hintergrund einen Tick attraktiver als die EuroStoxx-Version. Dafür gibt es weitere Gründe. Zum einen sind die relativen Schwäche von Schering und Altana zu nennen, die zudem mit einer unsicheren Zukunft der Pharmasparte zu kämpfen hat. Zweitens steht die mit Spannung erwartete Antwort auf die Frage aus, ob Sanofi-Aventis in Amerika die erhoffte Zulassung für „Acomplia“ erhalten wird, ein Mitttel das auf die Vorbeugung und Therapie von Herz-Kreislauf- sowie Stoffwechselerkrankungen bei Fettleibigkeit zielt. Die Konzernspitze zeigt sich zuversichtlich. Wenn das Mittel zugelassen wird, dürfte dies die Aktie stützen. Davon würde die EuroStoxx-Version wegen des größeren Indexgewichts von Sanofi-Aventis relativ stärker profitieren als der Stoxx Health Care - doch auch dieser hätte einen Gewinn von einer guten Nachricht. Andernfalls litte er nicht so stark unter einer unliebsamen Meldung.

Anleger können auf beide Branchenindizes mit Indexfonds wetten, die der Münchener Anbieter Indexchange aufgelegt hat. Das auf den Dow Jones Stoxx 600 Health Care laufende Produkt wird mit der Kennummer 628937 geführt, der auf den Dow Jones EuroStoxx Health Care gemünze Fonds unter 628933. Beide Indexfonds sind über die Börse ohne den bei gemanagten Produkten üblichen Ausgabeaufschlag zu beziehen, verlangen nur eine geringe Verwaltungsgebühr von 0,5 Prozent und reichen im Gegensatz zu Indexzertifikaten die Dividenden weiter.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.



Text: @thwi
Bildmaterial: FAZ.NET

 
Überblick Wertentwicklung
Anlage-
schwerpunkt
Fond-
anzahl
Mon. Performance
Top %Flop %
Aktien 3.150 +0,00 -24,38
Andere 5.688 +0,00 -8,10
Derivative 49 +0,00 -5,06
Geldmarkt-/nahe 229 +3,38 -3,81
Gemischte 265 +0,00 -13,66
Renten 1.366 +2,88 -5,57
Quelle: Morningstar
Finden
NamePunkteProzent
Dax 5.387,01 -7,07
TecDax 604,17 -11,27
DowJones 9.955,50 -3,58
Nasdaq 1.862,96 -4,34
STOXX 50 2.872,38 -7,75
Nikkei 225 10.473,09 -4,25
S&P 500 Zert. 10,69 -5,15
Euro/Dollar 1,36 +0,35
Bund Future 116,98 +0,66
Gold 863,22 +0,18
Öl 86,68 -6,11
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche

F.A.Z. Electronic Media GmbH 2001 - 2008

Quellen: IS.eFinance Solutions using Deutsche Börse AG, Morningstar und weitere. IS.eFinance Solutions implemented and powered by Interactive Data Managed Solutions AG, ©  1999-2007. Alle Börsendaten werden mit 15 Minuten Verzögerung dargestellt.