Vorsorge

Riester mit Rabatt

12. Juni 2007 Die Riester-Rente, einst totgesagt, ist im Kommen. Kein Wunder: Mit niedrigerem Freibetrag und Abgeltungssteuer macht der Staat die Altersvorsorge mit Fondssparplänen nicht gerade attraktiver. Darum weichen viele auf Riester-Produkte aus, immerhin winken hier Zulagen und Steuervorteile.

Wer nicht allzu konservativ investieren will, dem werden häufig Riester-Fondssparpläne empfohlen. Hier sind die Renditechancen höher als bei einer Rentenversicherung. Im Gegenzug müssen Anleger auf eine Mindestverzinsung verzichten. Doch selbst wenn alles schief läuft, bekommt der Sparer am Ende der Vertragslaufzeit mindestens seine Einzahlungen zurück - bei Fondsparplänen ohne Riester gibt es diese Kapitalgarantie nicht.

Weniger Ausgabeaufschlag auch bei Riester

Ob mit oder ohne Riester: Für Fonds fallen in der Regel Ausgabeaufschläge an. Beträgt dieser fünf Prozent, fließen nur 95 Prozent des Anlagebetrages in Fonds. Der Rest nährt in erster Linie den Vertrieb. Wer 30 Jahre lang jeden Monat 100 Euro in einen Fondssparplan abzweigt, zahlt bei einer Gebühr von fünf Prozent insgesamt 1800 Euro Ausgabeaufschlag.

Doch an dieser Stelle lässt sich sparen - auch bei Riester-Verträgen. Vermittler wie Fondsportal24.de, Fondsvermittlung24.de oder Fondsexperte24.de bieten ordentliche Rabatte auf den Ausgabeaufschlag.

Verbraucherschützer: „Sinnvoll“

„Es ist natürlich sehr sinnvoll, sich diesen Rabatt zu sichern“, sagt Thomas Bieler, Riester-Experte bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, im Gespräch mit FAZ.NET.

„Allerdings sollte sich der Anleger zuerst das Produkt aussuchen, das er möchte, und erst danach schauen, ob und wo er dafür einen Rabatt bekommt“, betont Bieler. Es sei nicht der richtige Weg, nur nach dem Rabatt zu gehen. Auch müsse beachtet werden, ob beim Vermittler nicht andere Gebühren anfielen, die den Rabatt schmälern könnten.

Vermittler verzichten auf einen Teil der Provision

„Wir verzichten auf einen Teil unserer Provision“, erklärt Ulf Bosserhoff, Mitinhaber des Finanz- und Versicherungsmaklers Rhenus Makler, der die Seite Fondsportal24.de betreibt. Vermittler wie er hoffen so auf viele Abschlüsse, also auf Masse statt hoher Marge.

Rabatt bietet Fondsportal24.de zum Beispiel auf die beiden DWS-Fondssparpläne „Top-Rente“ und „Riester-Rente Premium“. Bei der „Top-Rente“ zahlt der Anleger zum Beispiel nur die Hälfte des Ausgabeaufschlags, ihm werden also Monat für Monat bloß gut zwei statt mehr als vier Prozent abgebucht.

Teil der Abschlusskosten wird erstattet

Bei der „Riester-Rente Premium“ ist das Verfahren komplizierter: Hier berechnet die Fondsgesellschaft, welche Beiträge vereinbarungsgemäß bis zum 60. Lebensjahr fließen würden. 5,5 Prozent davon sind Abschlusskosten, sie werden auf die ersten fünf Jahre der Vertragslaufzeit verteilt.

Hier kann Fondsportal24 den Kunden die Hälfte dieser Abschlusskosten erst zurückerstatten, wenn das Geld von der DWS zum Vermittler geflossen ist. Weitere Einzahlungen kosten wieder fünf Prozent Gebühren. Auch hier beträgt der Rabatt Bosserhoff zufolge 50 Prozent.

Schlimmstenfalls kein Rabatt mehr

„Wir treten nur als Betreuer der Riester-Rente auf“, betont Bosserhoff gegenüber FAZ.NET. Das Geld des Anlegers fließe direkt zur Fondsgesellschaft. „Wir haben keinen Zugriff auf das Konto des Anlegers“, sagt der Makler.

Selbst wenn sein Unternehmen Probleme bekommen sollte: Der Riester-Vertrag ist in trockenen Tüchern. Das Schlimmste, was dem Anleger theoretisch passieren könnte, wäre, dass der vereinbarte Rabatt nicht wie vereinbart auf das Konto fließt.

Mit dem Makler verhandeln

Bei der DWS selbst gibt es die Riester-Fondssparpläne nicht mit weniger Gebühren, in der Vergangenheit waren höchstens befristete Rabattaktionen zu finden. Doch jedem Anleger steht es frei, mit seinem Makler zu verhandeln.

Die Chancen sollten gut stehen, dass sich der Vermittler auf das Geschäft einlässt - zumindest dann, wenn er weiß, dass der Kunde über die Höhe von Gebühren, Provisionen und möglichen Rabatten informiert ist. Der Anleger muss seine Riester-Rente also gar nicht unbedingt über das Internet abschließen, wenn er Gebühren sparen will.

Text: @bemi
Bildmaterial: F.A.Z.

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