Fonds

Goldfonds profitieren von der „Edelmetall-Hausse“

01. Februar 2006 Die Geldanlage in Gold, Silber und anderen Edelmetallen ist umstritten wie eh und je. Denn die Metalle werfen weder Dividenden noch Kupons ab und sind so uninteressant, solange der Preis fällt oder auch nur stagniert.

Aus diesem Grund interessierte sich während der Börsenhausse der 90er-Jahre kaum jemand für die Edelmetalle oder Rohstoffe im allgemeinen. Das hat sich inzwischen allerdings geändert. Denn inzwischen steigen die Börsen nach der Baisse zwar wieder, aber gleichzeitig auch die Preise von Rohstoffen und Edelmetallen.

Gold hat für sicherheitsorientierte Anleger im Moment gewisse Reize

Im Hintergrund stehen einerseits die real anhaltend tiefen Zinsen und hohen Geldmengen weltweit, die hohen Schulden und nicht zuletzt auch die Sorge vor steigenden Preisen. Immerhin wächst die Wirtschaft in weiten Teilen der Welt und führt zu einer zunehmenden Verknappung bei der Versorgung mit Rohstoffen. Früher oder später dürften die Preisbewegungen in diesem Bereich in die restliche Wirtschaft durchschlagen, so lautet die unterschwellige Befürchtung.

Auf der anderen Seite nimmt der Wohlstand in den rasch wachsenden Ländern zu und dürfte auf diese Weise tu einer zunehmenden Nachfrage führen. Gleichzeitig konsolidiert die Goldminenbranche, was zu einem rationaleren Produktions- und auch Absicherungsverhalten führen dürfte. Nicht zuletzt gilt Gold gilt aufgrund seiner Knappheit, seiner „Unverwüstlichkeit“ und der guten Handelbarkeit als „Hedge“ gegen einen schwachen Dollar und alle nur denkbaren anderen Turbulenzen an den Finanzmärkten.

So kann neben den spekulativen Elementen auch der Blick auf die Entwicklung in Iran zusätzlich für einen gewissen Auftrieb sorgen. Insgesamt hat sich der Goldpreis seit dem Jahr 2001 inzwischen in Dollar mehr als verdoppelt auf bis zu 572,75 Dollar je Feinunze Gold. In Euro hat der Preis knapp 70 Prozent zugelegt. Auch der Silberpreis zeigte in den vergangenen Monaten deutlich nach oben.

So dürfte es kaum verwundern, daß sich in der jüngsten Zeit auch die Aktien von Goldminenaktien und die in sie investierenden Goldminenfonds gut entwickelt haben. Auf Sicht von fünf Jahren liegt der MLIIF World Gold Fund unter dem Management von Evy Hambro mit einem Kursgewinn von 363 Prozent an der Spitze. Er zählt sowohl kurz-, mittel- als auch langfristig zu den Spitzenprodukten dieser Sparte. Diese Robustheit dürfte das Produkt zu einer guten Wahl werden lassen, sofern man sich als Anleger in diesem Bereich engagieren möchte.

Gold-Aktienfonds sind gut gelaufen - operatives Risiko der Unternehmen beachten

Zu den größten Werten im Depot des Fonds gehören die bekannten Unternehmen des Sektors wie Newcrest Mining mit einem Anteil von knapp 7,4 Prozent und Barrick Gold mit 7,1 Prozent, Placer Dome mit fünf Prozent. Daneben liegen die Papiere der peruanischen Mine Cia de Minas Buenavent im Depot des Fonds, die Aktie des amerikanischen Unternehmens Freeport-McMoRan Coppe, von Impala Platinum, Gold Fields, Centerra Gold, aber auch Aber Diamond und nicht zuletzt Lihir Gold.

Bei aller Euphorie der vergangenen Monate und auch der Kursentwicklung des Fonds solle man als Anleger eines nicht verkennen. Mit dem Kauf eines solchen Produktes, das primär in Goldunternehmen investiert, legt er sich neben der Spekulation auf einen anhaltend hohen oder gar weiter steigenden Goldpreis das operative Risiko der jeweiligen Firmen mit ins Depot. Aus diesem Aspekt kann es etwas kritisch stimmen, wenn die Bewertung des „Top-Holdings“ Newcrest Mining mit Kurs-Gewinnverhältnissen von knapp 51 und knapp 29 auf Basis der Gewinnschätzungen schon etwas angespannt erscheint.

Möglicherweise fährt man in diesem Sinne mit dem Kauf von Goldaktien, die einfach nur mit physischem Gold unterlegt sind, als Beimischung zu einem konventionellen Aktiendepot besser.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.



Text: @cri
Bildmaterial: AP, FAZ.NET

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