Marktstimmung

Makromanager suchen den roten Faden

06. Juli 2005 Stimmungsindikatoren und Umfragen unter Finanzmarktteilnehmern sind normalerweise mit einer gewissen Vorsicht zu betrachten. Denn man weiß nie genau, ob sie die Stimmung der Vergangenheit, der Gegenwart oder auch der Zukunft wiedergeben und wie stark sich die Marktteilnehmer schon positioniert haben.

„Denken sie positiv“ und haben schon gekauft, so können enttäuschende Nachrichten relativ schnell zu Gewinnmitnahmen oder zu einer Reduktion der Positionen verbunden mit entsprechenden Marktbewegungen führen. Umgekehrt können anziehende Kurse bei an sich schwachen Aktien zu so genannten „Short-Eindeckungen“ führen und die Kurse schnell nach oben bringen, selbst wenn die betreffenden Unternehmen fundamental wenig zu bieten haben und manchmal sogar sehr hoch bewertet sind.

Deutet unentschlossener Blick auf Devisen- und Rentenmarkt ...

Im Moment scheint das allerdings nur bedingt der Fall zu sein. Denn hatten die Fondsmanager in den vergangenen Wochen noch ein relativ ausgeprägte Meinung, was Börse, Devisen- und Rentenmarkt betrifft, so sind sie sich neuerdings zumindest mit Blick auf die Währungen und die Anleihen relativ uneinig. Denn das Meinungsbild ist relativ unentschieden.

Die Makromanager blicken lediglich noch relativ optimistisch auf amerikanische Aktien. Die Hälfte der Befragten rechnet mit steigenden Kursen. Dieser Anteil ist im Vergleich zum Vormonat beinahe unverändert geblieben. Gleichzeitig hat allerdings der Anteil jener zugenommen, die skeptischer auf amerikanische Aktien blicken. Sie dürften sich vom verhaltenen technischen Zustand der amerikanischen Indizes, der vergleichsweise hohen Bewertung, den steigenden Zinsen und den nachlassenden Gewinnzuwächsen leiten lassen.

... den Beginn des Sommerlochs an?

Insgesamt deutet jedoch einiges auf das anstehende oder gar beginnende Sommerloch hin, das sich vor allem bei relativ hoch bewerteten Märkten deutlicher bemerkbar machen könnte. In einem gewissen Sinne dürfte sich das schon in den vergangenen Wochen angedeutet haben. Immerhin liefen die Börsen in Europa deutlich besser als jene in den Vereinigten Staaten.

Bei der Umfrage von Van Hedge Fund Advisors werden Hedge-Fondsmanager befragt, die sich an makroökonomischen Daten orientieren und die insgesamt ein Vermögen von mehr als 30 Milliarden Dollar verwalten. Sie geben Auskunft darüber, was sie im laufenden Monat von den einzelnen Marktsegmenten erwarten.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.



Text: @cri
Bildmaterial: FAZ.NET

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