Von Catherine Hoffmann
27. Mai 2007 Welcher Anleger träumt nicht davon, den Markt zu schlagen? In den vergangenen Jahren gelang das mit einer einfachen Strategie: Während der Deutsche Aktienindex seit Anfang 2000 nur 10,6 Prozent zulegte, hätte man mit dividendenstarken Aktien mehr gewinnen können. 91,4 Prozent heimste der Div-Dax ein, der die 15 Unternehmen des deutschen Leitindex mit der höchsten Dividendenrendite enthält.
Die Dividendenstrategie wird immer beliebter: Dutzende von Fonds und Zertifikaten mit Augenmerk auf Unternehmen mit hoher Ausschüttung sind heute am Markt. Vor vier Jahren gab es gerade mal vier Dividendenfonds, heute buhlen 36 Manager um die Gunst der Kunden. Aktienfonds, die den Begriff Dividende im Namen führen, sind rund 15 Milliarden Euro schwer, schätzt der Branchenverband BVI.
Häufig auch gute Kursgewinne
Das Geld ist gut angelegt: Zu den kontinuierlich steigenden Ausschüttungen gesellen sich oft hohe Kursgewinne. Die Wertentwicklung der Fonds und Zertifikate kann sich denn auch sehen lassen: Über zwölf Monate schneiden Dividendenfonds in aller Welt hervorragend ab. Sie belegen Spitzenplätze in den Tabellen der besten Aktienfonds für Europa, Deutschland und Nordamerika.
Besonders erfolgreich waren die passiven Fonds. Im Börsenjargon heißen die börsennotierten Indexfonds Exchange Traded Funds, kurz ETF. Auf Jahressicht finden sich gleich drei dieser kostengünstigen Anlagevehikel unter den besten vier Euroland-Aktienfonds, von denen es immerhin 104 gibt. So hat der iShares DJ Euro Stoxx Select Dividend 32 Prozent gewonnen. Der Dow Jones Euro Stoxx 50 Aktienindex, der die 50 größten börsennotierten Unternehmen des Euroraums umfasst, schaffte mit 17 Prozent gerade einmal halb so viel. Auf Platz fünf folgt dann ein Klassiker der Dividendenstrategie, der aktiv gemanagte BWI Dividenden-Strategie Euro-Fonds, mit einem Plus von 24 Prozent.
Strategie zahlt sich auch langfristig aus
Fondsmanager Berndt Maisch verrät, warum die Dividendenkönige in dieser Hausse so gut dastehen. Wer in klassische Dividendenwerte investiert, kauft Aktien mit hoher Innenfinanzierungskraft, was hohe Ausschüttungen erlaubt, erklärt der Börsenprofi. Und er investiert in Unternehmen mit meist geringer Verschuldung, so dass die Dividendenperspektiven relativ sicher sind. Dieser Ansatz der Dividendenfonds deckt sich perfekt mit der Strategie der Beteiligungsgesellschaften. Das hat der Wertentwicklung gutgetan. Dividendenfonds haben in jüngster Zeit besonders stark von der Übernahmewelle profitiert.
Auch langfristig zahlt sich die Dividendenstrategie aus. Denn Ausschüttungen machen über die Jahrzehnte knapp die Hälfte des Ertrags eines Aktieninvestments aus, wenn sie immer wieder investiert werden. Das summiert sich. Schon Albert Einstein schwärmte: Der Zinseszins-Effekt ist die größte mathematische Entdeckung aller Zeiten.
Fehler nicht ausgeschlossen
Eine Erfolgsgarantie gibt es für die Dividendenstrategie freilich nicht, auch wenn einige empirische Studien nahelegen, dass dividendenorientiertes Investieren über lange Zeiträume überdurchschnittliche Renditen bei unterdurchschnittlichem Risiko verspricht. Wer stupide auf Aktien mit der höchsten Dividendenrendite setzt, kann viele Fehler machen, warnt Fondsmanager Maisch.
Er kennt sie alle: Erstens ist nicht garantiert, dass ein Unternehmen mit hoher Dividendenrendite auch in Zukunft viel Geld ausschütten kann. Zweitens entpuppt sich so mancher Dividendenstar als Langweiler mit geringem Kurspotential. Und drittens besteht diese Gefahr: Wer nur auf die Dividende schielt, bestückt sein Depot am Ende nur mit Telekomaktien, Banken und Versorgern. Diese Fehler gilt es zu umgehen, will der Investor den Ertrag seines Dividendenportfolios maximieren.
Fonds und Zertifikate mit Dividendenansatz
Dann funktioniert die Strategie - nicht nur in Europa, sondern auf der ganzen Welt. Fonds und Zertifikate, die einen Dividendenansatz verfolgen, gibt es inzwischen für beinahe jede Anlageregion. Ein Zertifikat auf den Div-Dax oder den DJ Euro Stoxx Select Dividend-Index hat inzwischen so gut wie jede Bank im Angebot. Doch die Palette ist größer. So bietet beispielsweise die ABN Amro Bank eine ganze Familie von Dividenden-Zertifikaten an - von Osteuropa bis Japan. Anleger sollten darauf achten, dass sie in einen Performance-Index investieren und ihnen die Dividenden gutgeschrieben werden.
Wird das Geld langfristig gespart, kommen Anleger nicht umhin, sich auch mit der Abgeltungssteuer zu beschäftigen: Für Kursgewinne und Dividenden sollen ab Januar 2009 pauschal und unabhängig von der Haltefrist 25 Prozent Steuer fällig werden. Wer heute einen Fonds erwirbt, darf hoffen, dass er seinen Gewinn nach Ablauf der Spekulationsfrist noch steuerfrei vereinnahmt. Diesen Bestandsschutz soll es für Zertifikate nicht geben. Wer heute kauft und nach dem 30. Juni 2009 verkauft, wird wahrscheinlich die neue Steuer zahlen müssen.
Text: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 27.05.2007, Nr. 21 / Seite 41
Bildmaterial: F.A.Z.
| Tops & Flop Fonds | Kurs | in % |
| NESTOR Australien Fonds | 249,72 € | +220,95% |
| Earth Exploration Fund UI | 44,23 € | +176,11% |
| HSBC GIF Brazil Equity AC | 34,26 $ | +155,66% |
| Pictet Funds (LUX) - Russian Equities-P Cap-EUR | 44,40 € | +149,46% |
| Pictet Funds (LUX) - Russian Equities-R-EUR | 43,81 € | +147,87% |
| Bankhaus Donner TA Japanische Aktien | 91,44 € | −9,30% |
| MVM LUX SICAV - frontrunner global | 6,94 € | −11,31% |
| MVM LUX SICAV - frontrunner earth | 9,69 € | −11,55% |
| Robeco All Weather Global Equities (EUR) D | 82,98 € | −16,79% |
| Entrepreneur Opportunities Fund | 52,40 € | −17,61% |
| Gesamt- Index |
Durchschnitt 90 Tage |
Durchschnitt 200 Tage |
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|---|---|---|---|
Aktien-Index23.12.2009 13:00 |
1405,08 | 1350,70 | 1296,93 |
Performance-Index23.12.2009 17:35 |
309,39 | 298,41 | 284,02 |
Euro-Aktien-Index23.12.2009 17:35 |
145,73 | 141,42 | 130,49 |
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