21. September 2007 Fonds werden als Geldanlage mit den verschiedensten Argumenten befürwortet. Einmal wird auf die höhere Kompetenz der Manager verweisen, die in der Lage seien, so viel mehr an Rendite zu erwirtschaften, dass dies die bisweilen recht hohen Gebühren der Anlage durchaus rechtfertige. Ein anderes Mal wird darauf verweisen, dass ein Fonds durch seine breitere Streuung eine sehr viel stabilere Wertentwicklung erwirtschaften könne als dies Privatanlegern mit begrenzten Ressourcen möglich sei.
Angesichts der Ereignisse der vergangen Wochen stellt sich die Frage, ob die Anlageklasse ,solche versprechen auch wirklich einzuhalten in der Lage ist, waren diese doch von hoher Volatilität geprägt. Unter solchen Umständen ist sicherlich ein Anlagevehikel begehrenswert, das sich unabhängig von den Unwägbarkeiten der Börse stabil entwickelt.
Nur 0,03 Prozent auf Dauer vorne dabei
Die Analysten des österreichischen Branchendienstes e-fundresearch.com haben untersucht, inwieweit diese erhoffte stabile Entwicklung tatsächlich eingetreten ist und kamen wieder einmal zu dem schon hinlänglich bekannten Ergebnis: Kaum ein Fondsmanager vermag auf Dauer den Markt zu schlagen.
Von 25.856 untersuchten Fonds gelang es in den vergangen sieben 12-Monats-Perioden (per Ende August) nur neun, stets zu den besten 25 Prozent in ihrer jeweiligen Anlagekategorie zu gehören, wobei solche Kategorien ausgenommen wurden, die weniger als zehn Fonds beinhalten.
Die Ergebnisse überraschen ein wenig. So befinden sich unter diesen neun mit jeweils vier genauso viele Aktien- und Geldmarktfonds. Dabei sollte man eigentlich annehmen, dass Geldmarktfonds stabiler laufen. Doch fehlt angesichts der geringen Spannweite der Ergebnisse in der Kategorie nicht viel, um von einem 25. auf einen 100. Platz zu fallen. Dazu waren in den vergangen zwölf Monaten beispielsweise weniger als 30 Basispunkte nötig.
Nicht einmal alle bringen Gewinn
Erschreckend ist nahezu, dass noch nicht einmal alle dieser Fonds Euro-Anlegern über die Distanz von sieben Jahren Gewinne einbrachten. So hat der Dollar-Cash-Fonds der österreichischen Sparkassen zwar in der Fondswährung Gewinne erzielen können, aber in Euro gerechnet 2,9 Prozent abgegeben. Allerdings geht es hier um die relative, nicht die absolute Wertentwicklung der Fonds über einen längeren Zeitraum.
Bester der neun Fonds ist indes ein Mischfonds, der Ziel Netto der österreichischen Kapitalanlagegeselllschaft Ziel Invest, der im Besitz einer kunstfördernden Stiftung deren Mittel verwaltet, aber diese Dienste auch anderen Stiftungen anbietet.
Der Mischfonds investiert überwiegend in Euro-Staatsanleihen, auch wenn seine wichtigste Position aktuell eine Dollar-Anleihe der Republik Österreich darstellt. Zu 20 Prozent mischt er österreichische Aktien bei, Standardwerte wie Voestalpine oder OMV.
Der Fokus liegt dabei auf eine kapitalertragsteuerschonende Veranlagung und dies verhalf dem Fonds auch in der letzten 12-Monats-Periode wieder zu einem ansehnlichen Ertrag von 8,2 Prozent, so dass Birgit Schörg, die den Fonds seit dem Tod des langjährigen Managers Friedrich Moser im vergangen Jahr verwaltet, an dessen Erfolge hat bislang anschließen können.
Vorsicht vor schwarzen Fonds
Zudem ist der Fonds mit einem Ausgabeaufschlag von 1,25 Prozent und einer Gesamtkostenbelastung (TER) von 0,53 Prozent bei einer Mindestanlagesumme von 1.500 Euro recht preiswert.
Für deutsche Anleger hat das ganze aber dennoch einen Schönheitsfehler. Wie der Dollar-Cash hat der Fonds eine Vertriebszulassung nur in der Alpenrepublik. Zwar kann er eigentlich problemlos über österreichische Direktbanken gekauft werden, doch schon in den Steuerunterlagen weist Ziel Invest daraufhin, dass sich die Ausführungen ausschließlich auf in Österreich unbeschränkt steuerpflichtige Anleger (Anleger mit Sitz, Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt in Österreich) beziehen.
Andere Anleger hätten die jeweiligen nationalen Gesetze zu beachten. Damit besteht Grund zu der Annahme, dass deutsche Finanzbehörden den Fonds als sogenannten Schwarzen Fonds einstufen. In diesem Fall unterliegen alle laufenden Erträge zuzüglich 90 Prozent des Mehrwertes der Steuerpflicht. Zudem sind bei Veräußerung 20 Prozent des Veräußerungswertes zu versteuern, unabhängig davon, ob ein Gewinn erzielt wurde oder nicht.
Standardwerte trumpfen auf
Insofern ist für den deutschen Anleger der Dividenden-Strategie-Fonds der BWI, einer Tochter der LBBW und der Wüstenrot & Württembergischen, die besser Wahl, auch wenn Ausgabeaufschlag und Gesamtkostenbelastung mit fünf und 1,37 Prozent deutlich höher sind. Der Fonds investiert hauptsächlich in ausschüttungsstarke Werte des Eurostoxx 50.
Noch etwas stärker hat sich der Starpoint-Fonds der Huber Portfolio AG entwickelt, der weltweit in liquide und günstig bewertete Aktienwerte mit dem Fokus auf Standardwerte investiert. Zugute kommen dürfte dem Fonds dabei, dass er zwar als Aktienfonds eingestuft wird, die Aktienquote aber flexibel handhabt und bis zu 50 Prozent Liquidität halten kann. Derzeit finden sich unter den zehn größten Positionen zur Hälfte Dax-Werte aber auch Royal Dutch, General Electric oder der polnische Mineralölkonzern PKN Orlen.
Ansonsten verteilen sich die Fonds sehr stark über das Anlagespektrum. Neben dem europäischen BWI-Fonds und dem Starpoint finden sich ein weiterer global anlegender und ein auf Großbritannien fokussierter Aktienfonds. Wie nicht anders zu erwarten fehlen Branchenfonds, da diese Trends in aller Regel keine sieben Jahre halten. Augenfällig ist jedoch, dass es kein einziger in Amerika anlegender Fonds geschafft hat, sich dauerhaft zumindest im vorderen Mittelfeld zu plazieren.
Auch das völlige Fehlen von reinen Anleihenfonds wirft kein gutes Licht auf deren Management. Da ist der Erfolg des Ziel Netto nur ein geringer Trost. Ähnlich stark streuen die Geldmarktfonds, die sich in ihrer jährlichen Rendite über die vergangenen sieben Jahre nicht viel schenken. Während der AXA Eonia in Euro investiert, legen der DB Sterling Liquidity und der Fidelity Institutional Cash GBP in britischen Pfund an. Dabei ist zu beachten, dass der Fidelity-Fonds für institutionelle Investoren gedacht und für Privatanleger nicht handelbar ist.
Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.
Text: @mho
Bildmaterial: FAZ.NET
| Anlage- schwerpunkt | Fond- anzahl | Mon. Performance | |
|---|---|---|---|
| Top % | Flop % | ||
| Aktien | 3.150 | +0,00 | -24,38 |
| Andere | 5.688 | +0,00 | -8,10 |
| Derivative | 49 | +0,00 | -5,06 |
| Geldmarkt-/nahe | 229 | +3,38 | -3,81 |
| Gemischte | 265 | +0,00 | -13,66 |
| Renten | 1.366 | +2,88 | -5,57 |
| Quelle: Morningstar | |||
| Tops & Flops | Prozent |
|---|---|
| Geldmarkt/-nahe Fonds CAD | +3,38 |
| Renten Kurzläufer CAD | +2,88 |
| Renten JPY | +2,50 |
| Aktien Norwegen | -24,38 |
| Aktien Russland & CIS | -21,43 |
| Aktien Brasilien | -19,70 |
| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 5.387,01 | -7,07 |
| TecDax | 604,17 | -11,27 |
| DowJones | 9.955,50 | -3,58 |
| Nasdaq | 1.862,96 | -4,34 |
| STOXX 50 | 2.872,38 | -7,75 |
| Nikkei 225 | 10.155,90 | -3,03 |
| S&P 500 Zert. | 10,69 | -5,15 |
| Euro/Dollar | 1,36 | +0,60 |
| Bund Future | 116,75 | -0,20 |
| Gold | 866,95 | +0,61 |
| Öl | 86,68 | -6,11 |
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