Aktienmarkt Spanien

Tristeza statt fiesta

30. Juni 2008 Spanien mag nach dem Sieg in der Fußball-Europameisterschaft im Freudeltaumel liegen. An den Aktienmärkten herrscht jedoch nicht „fiesta“, sondern vielmehr „tristeza“. Um 20 Prozent ist der Leitindex der Madrider Börse, Ibex 35, seit Jahresanfang gestürzt.

Es ist vor allem die schwere Krise auf dem Immobilienmarkt, die der Börse zu schaffen macht. Und aller Voraussicht nach ist diese auch noch lange nicht ausgestanden. Dies setzt vor allem die spanischen Finanztitel unter Druck: BBVA, Banco Sabadell und Banesto haben seit Jahresanfang 26 Prozent an Wert verloren, Bankinter sogar knapp 40 Prozent.

Spanien-Fonds verlieren kräftig an Wert

Dementsprechend schlecht stehen auch Investmentfonds da, die in spanische Standardwerte investieren. Der größte auch in Deutschland vertriebene Fonds ist mit einem Volumen von knapp 280 Millionen Euro der Emif Spain Index Plus Cap, den die KBC Asset Investment aufgelegt hat (Isin: LU0035121770). Er hat seit Jahresanfang mehr als 14 Prozent an Wert eingebüßt.

Aber auch die anderen Spanien-Fonds verbuchen derzeit hohe Wertverluste: Besonders schlecht schneidet mit einem Abschlag von mehr als 16 Prozent der Allianz-Dit-Fonds Iberia A (Isin: DE0008476052) ab, während sein deutscher Konkurrent, der DWS Iberiafonds (Isin: DE0008490806) die Einbußen immerhin auf 13 Prozent begrenzen kann.

Finanztitel belasten den Ibex

Dieser Fondsgattung wird nun zum Verhängnis, dass sie die Entwicklung der Standardwerte nachzeichnen. Im Ibex 35 jedoch sind gerade die Finanzwerte besonders stark gewichtet: Banco Santander macht 17,6 Prozent im Index aus, BBVA 11,2 Prozent.

Damit sind allein diese beiden Titel für mehr als ein Viertel der Kursentwicklung verantwortlich. Damit übertreffen sie den Telekommunikationskonzern Telefonica, der mit 192, Prozent ins Gewicht fällt, und den Versorger Iberdrola, der 10,2 Prozent ausmacht.

Diese beiden Aktien, Telefonica und Iberdrola, jedoch konnten den Kursverfall an der Madrider Börse bisher nicht aufhalten.

Börse Madrid nur scheinbar günstig bewertet

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 9,5 und einer durchschnittlichen Dividendenrendite von 4,2 Prozent scheint die Börse Madrid auf den ersten Blick attraktiv bewertet. Doch angesichts der großen Unsicherheiten, die auf dem Markt lasten, scheint der spanische Aktienmarkt noch lange nicht unterbewertet.

Die Immobilienkrise scheint die Strukturschwächen der spanischen Finanzbranche erst noch aufzudecken. Und das bedeutet für die Zukunft nichts Gutes. Im ersten Quartal nahm der Baubeginn von Wohnungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 60 Prozent ab, das Volumen der neu ausgereichten Immobilienkredite sank um 40 Prozent.

Es könnte noch schlimmer kommen: Die Immobilienkrise scheint nun auch den privaten Konsum nach unten zu ziehen und damit die gesamte Konjunktur im Land zu beeinträchtigen.

Der Star in Spanien ist eindeutig die Fußball-Nationalmannschaft, la Roja. Dagegen hat die börsennotierte Börse Bolsas y Mercados (Isin: ES0115056139) in diesem Jahr schon 46 Prozent an Wert verloren.



Text: hlr.
Bildmaterial: dpa, F.A.Z.

 
Überblick Wertentwicklung
Anlage-
schwerpunkt
Fond-
anzahl
Mon. Performance
Top %Flop %
Aktien 3.150 +0,00 -24,38
Andere 5.688 +0,00 -8,10
Derivative 49 +0,00 -5,06
Geldmarkt-/nahe 229 +3,38 -3,81
Gemischte 265 +0,00 -13,66
Renten 1.366 +2,88 -5,57
Quelle: Morningstar
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NamePunkteProzent
Dax 5.387,01 -7,07
TecDax 604,17 -11,27
DowJones 9.955,50 -3,58
Nasdaq 1.862,96 -4,34
STOXX 50 2.872,38 -7,75
Nikkei 225 10.473,09 -4,25
S&P 500 Zert. 10,69 -5,15
Euro/Dollar 1,36 +0,35
Bund Future 116,98 +0,66
Gold 863,22 +0,18
Öl 86,68 -6,11
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