Fonds

Quant- und Managed-Futures-Fonds im Gegenwind

28. August 2007 Fonds, die quantitative Computermodelle für die Berechnung von Kauf- und Verkaufssignalen für ihre Portfoliostrategie nutzen, mussten in den vergangenen zwei Wochen ausgesprochen hohe Verluste einstecken.

Das gilt sowohl für komplexe Ansätze, als auch für die so genannten Managed-Futures. Die einen wollen von relativen Bewertungsunterschieden profitieren. Dabei verlassen sie sich in der Regel auf historische Daten, aus denen sie Risiko-, Ertrags- und Korrelationsparameter für unterschiedliche Anlageklassen ableiten. Das Problem dabei ist die Tatsache, dass gerade diese Zusammenhänge in turbulenten Zeiten durcheinander geraten. Und dann geht die Rechung plötzlich nicht mehr auf.

Korrelationen verändern sich

Genau das war auch in den vergangenen Wochen zu beobachten. Im Rahmen der jüngsten Hausse hatten die Korrelationen zwischen den verschiedenen Märkten immer weiter zugenommen. Aus diesem Grund wurde die Diversifikation und damit die relative Absicherung gegen adverse Kursbewegungen immer schwieriger. Das alleine war jedoch nicht genug. So setzen die meisten quantitativen Modelle die stetige Handelbarkeit von Finanzprodukten voraus. Plötzlich jedoch „trockneten“ einzelne Marktsegmente förmlich aus.

Aus diesem Grund waren einzelne Marktteilnehmer in fallenden Märkten plötzlich gezwungen, Wertpapiere zu verkaufen, die sich in den nötigen Quantitäten handeln ließen, statt jenen, die sie aus Risikoaspekten gerne los geworden wären. Auf diese Weise kamen zuvor unerwartete Kursbewegungen zustande, die wiederum weitere quantitative Modelle verwirrten. „Es ist nicht nur, dass diese Modelle derzeit nicht funktionieren, sondern die Modelle verhalten sich genau in entgegen gesetzte Richtung, von der man ursprünglich ausgegangen war“, hieß es.

Quantitative Modelle haben Grenzen

Damit werden einmal mehr die Grenzen von quantitativen Modellen deutlich. Sie gelten auch für die „Managed Futures“. So werden automatisierte Handelssysteme bezeichnet, die versuchen, auf Trends an den verschiedenen Terminmärkten zu setzen. Genau diese machten sich in den vergangenen Wochen aufgrund eines richtungslosen Handels mit relativ hoher Volatilität rar. So dürfte es kaum verwundern, dass der S&P-Managed-Futures-Index von Mitte Juli bis Mitte August knapp 18 Prozent seines Wertes und damit praktisch die gesamten Kursgewinne zwischen Februar und Juli wieder aufgegeben hat.

Längerfristig scheint sich mit Managed-Futures in Reinform kaum Geld verdienen zu lassen - und wenn, dann bei hohen Risiken in Form einer hohen Volatilität. Auf Sicht eines Jahres entwickelten sich einzelne Managed-Futures-Fonds zwar beeindruckend. Allerdings stehen den Gewinnern auch viele Verlierer gegenüber. Der Blick auf die Einzelentwicklung bestätigt zudem die starken Schwankungen in der Wertentwicklung. Auf dieser Basis dürfte man solche Produkte mit der gebotenen Skepsis betrachten müssen, auch wenn sie zum Teil intensiv „beworben“ werden.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.



Text: @cri
Bildmaterial: FAZ.NET

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