31. Januar 2008 Normalerweise bekommen Fondsmanager von ihrer Gesellschaft einen Rahmen vorgegeben, in dem sie sich mit ihrem Portfolio bewegen dürfen. Diese Einschränkung wird freundlich als Investmentprozess umschrieben und ist für größere Fondsanbieter durchaus hilfreich, um eine gefährliche Schräglage durch falsch gesetzte Wetten oder riskante Alleingänge von Fondsmanagern zu vermeiden.
Wenn es an den Börsen ungemütlich wird, kann sich der fehlende Spielraum sogar für erfolglose Fondsmanager als hilfreich erweisen. Dann genügt ein kurzer Verweis auf die Anlagegrenzen, die es weitgehend unmöglich machen, sich gegen einen negativen Markttrend zu stemmen.
Die Chance in der Krise
Bei jedem größeren Fondsanbieter gibt es in der Produktpalette aber auch den einen oder anderen Fonds, deren Portfoliomanagement nur geringen Restriktionen unterworfen ist. Meist liegt die Verantwortung bei einem Fondsmanager, der bereits nachgewiesen hat, dass er das Risiko jederzeit im Griff hat.
Für diese Gruppe von Portfoliokonstrukteuren sind schwierige Märkte ein willkommenes Umfeld, um sich sichtbar von der Konkurrenz abzuheben. Zwei gute Beispiele finden sich in unserer aktuellen Rangliste mit Mischfonds, die in den vergangenen drei Jahren kaum Monate mit einem Verlust auswiesen und gleichzeitig überdurchschnittliche Gewinne erwirtschafteten.
Stockpicking mit der richtigen Balance
Bei Mischfonds kommt es nicht nur darauf an, die vielversprechendsten Einzeltitel zu finden, sondern auch die richtige Balance zwischen Aktien, Anleihen und Bargeld. Wie sich diese verschiedenen Anlageklassen erfolgreich kombinieren lassen, beweist François Mouté mit seinem ABN Amro US Opportunities seit drei Jahren. Sein aggressives Risikoprofil auf der Aktienseite wird durch die Beimischung eher risikoarmer Anleihen abgemildert.
So waren die größten Positionen im Portfolio zuletzt schwankungsanfällige Minenwerte, die vom stark gestiegenen Goldpreis profitierten. Gleichzeitig nutzte der Fondsmanager seinen Spielraum und fuhr die Aktiengewichtung auf die Mindesthöhe von 60 Prozent zurück. Den Rest füllen vor allem klassische amerikanische Staatsanleihen im Portfolio auf.
Nicht alle kommen gut durch
Mit diesem Vorgehen gelang es Mouté, trotz des negativen Marktumfelds und trotz eines schwachen Dollar über die vergangenen sechs Monate einen Gewinn von 5,5 Prozent zu erzielen. Bei der Konkurrenz überwiegen dagegen die Minuszeichen. Nur der Oppenheim Strategiekonzept I kann mit einem Wertzuwachs von 4 Prozent noch mithalten.
Dessen Fondsmanager Heinz Merkens genießt sogar noch größere Freiheiten als sein Kollege von ABN Amro. Er kann das gesamte Fondsvermögen in Aktien stecken, er kann sich aber genauso gut komplett aus dem Aktienmarkt zurückziehen. Der jüngste Anlageerfolg basiert auf einer sehr niedrigen Aktienquote von gut 20 Prozent. Der Rest des Fondsvermögens ist zu etwa gleichen Teilen in Anleihen und Geldmarktinstrumenten investiert.
Text: F.A.Z., 31.01.2008, Nr. 26 / Seite 24
Bildmaterial: FAZ.NET
| Anlage- schwerpunkt | Fond- anzahl | Mon. Performance | |
|---|---|---|---|
| Top % | Flop % | ||
| Aktien | 3.340 | +0,00 | -17,52 |
| Andere | 8.113 | +0,00 | -6,87 |
| Derivative | 51 | +0,69 | -0,26 |
| Geldmarkt-/nahe | 244 | +1,18 | -2,76 |
| Gemischte | 244 | +0,00 | -7,20 |
| Renten | 1.460 | +5,20 | -3,29 |
| Quelle: Morningstar | |||
| Tops & Flops | Prozent |
|---|---|
| Renten CZK | +5,20 |
| Geldmarkt/-nahe Fonds CHF | +1,18 |
| Hedge Aktien | +0,69 |
| Aktien Indien | -17,52 |
| Aktien Portugal | -15,32 |
| Aktien Griechenland | -15,26 |
| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 6.272,21 | -1,28 |
| TecDax | 734,26 | -0,60 |
| DowJones | 11.288,54 | +0,65 |
| Nasdaq | 2.245,38 | -0,27 |
| STOXX 50 | 3.275,20 | -1,67 |
| Nikkei 225 | 13.237,89 | -0,21 |
| S&P 500 Zert. | 12,61 | +0,08 |
| Euro/Dollar | 1,57 | +0,02 |
| Bund Future | 111,54 | +0,36 |
| Gold | 932,30 | +0,03 |
| Öl | 145,16 | +0,10 |
